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"Ich kann doch nicht andere zur Courage auffordern und mich dann in die Büsche schlagen": Wolfgang Thierse zu seiner Teilnahme

26. Mai 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

"Ich kann doch nicht andere zur Courage auffordern und mich dann in die Büsche schlagen": Wolfgang Thierse zu seiner Teilnahme

24.05.2010

 

Die Teilnahme von Wolfgang Thierse an der Si tzblockade gegen de n Aufmarsch von Neonazis in Berlin hat zu kontroverse n Debatten geführt – bis zu der Forderung n a ch Rücktritt von seinem Amt als Bundestagsvizepräsi - dent. In einem Inte rview mit dem Deutschlandfunk hat Thierse Stellung bezogen.

 

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt, Mai 2010" entnommen.

 

Ein Auszug:

Frage: Warum haben Sie die Rücktrittsforderungen überrascht?

Thierse: Weil ich mich ein bisschen darüber wundere, dass die deutsche Öffentlichkeit sich nicht mit dem Umstand befasst, dass ungefähr 1000 Neonazis durch den Prenzlauer Berg oder über den Ku’damm demonstriert sind – das ist Anlass für wirkliche Empörung –, sondern sich beschäftigen mit einem Vorgang, der friedlich, freundlich war, nichts mit Gewalt, mit Aggressivität zu tun hatte, sondern eine zeichenhafte Handlung des Protests gegen die Neonazi-Demonstration gewesen ist.

Frage: Ist es denn nicht problematisch, wenn ein führender Repräsentant unseres Staates so offensichtlich das Recht bricht?

Thierse: Hat ein Bundestagsabgeordneter nicht die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten wie andere auch? Ich kann doch nicht andere zur Courage auffordern, und wenn ich dran bin, mich dann in die Büsche schlagen. Vielleicht erinnern Sie sich: Es gab einen Aufruf, „Nazis blockieren“. Ich betone blockieren. Den haben sehr viele unterschrieben, Parteivorstände, der Parteivorsitzende der SPD in Berlin, Michael Müller, der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, der ver.di - Vorsitzende Frank Bsirske, die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth, die jüdische Gemeinde, viele andere, ich auch, und dann kann ich doch nic ht nur auf andere zeigen, sondern ich war da und in dem Moment, wo ich da war, wollte ich auch zeigen, dass ich diese Demonstration ablehne.

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