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indymedia.org 21.5.12 -- nicht "Fußballchaoten", sondern Nazis stürmen Wohnwelt Wunstorf

21. Mai 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

indymedia.org 21.5.12  --  nicht "Fußballchaoten", sondern Nazis stürmen Wohnwelt Wunstorf

Stellungnahme zu den Vorkommnissen

PeterPan 21.05.2012 09:43 Themen: Antifa Antirassismus Freiräume

Im Laufe der Veranstaltung um circa 22:20 Uhr betraten 2 männliche Personen mittleren Alters den Thekenraum. Äußerlich unverkennbar waren Tattoos sowie übliche Bekleidung der rechten Szene zu erkennen. Unter anderem SS-Runen sowie ein Poloshirt mit der Inschrift der rechtsradikalen Hooligangruppe „Standarte Bremen“. Diese fragten ohne Scheu und selbstbewusst nach 2 Getränken und blieben circa 10 Minuten, in denen sie aufmerksam Personen musterten und die räumlichen Gegebenheiten besichtigten.
Pressemitteilung 

Stellungnahme des Vereins Lebenstraum – Wohnwelt Wunstorf zu den Vorkommnissen in der Nacht vom 19.- auf den 20. Mai. 2012 

Am Samstag, dem 19. Mai 2012, fand in den Räumlichkeiten der Wohnwelt Wunstorf eine 
Electro-Party statt, zu welcher etwa 180, zumeist jugendliche Gäste gekommen waren. 


Im Laufe der Veranstaltung um circa 22:20 Uhr betraten 2 männliche Personen mittleren Alters den Thekenraum. Äußerlich unverkennbar waren Tattoos sowie übliche Bekleidung der rechten Szene zu erkennen. Unter anderem SS-Runen sowie ein Poloshirt mit der Inschrift der rechtsradikalen Hooligangruppe „Standarte Bremen“. Diese fragten ohne Scheu und selbstbewusst nach 2 Getränken und blieben circa 10 Minuten, in denen sie aufmerksam Personen musterten und die räumlichen Gegebenheiten besichtigten. 

Nachdem Beide die Wohnwelt wieder verließen hielten sie sich in einer Gruppe von circa 5-7 Personen auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf. 
Etwa eine dreiviertel Stunde später sprach besagte Gruppe dort einen Gast der Veranstaltung an und einer der Männer schlug ihm ohne Vorwarnung frontal ins Gesicht. 
Der Angegriffene zog sich daraufhin in die Wohnwelt zurück. 
Komplett koordiniert und auf ein bestimmtes Zeichen abgesprochen, stürmten besagte 5-7 Personen sowie 15 weitere Personen aus dem Hintergrund in einer sicheren Angriffskonstellation auf die Wohnwelt zu. Innerhalb weniger Sekunden, während Verantwortliche Kräfte der Wohnwelt Gäste in Sicherheit bzw. in das Gebäude zu bringen versuchten, erreichte die Gruppe bereits den Eingangsbereich, drang mit Gewalt durch die Haupteingangstür, welche von innen versucht wurde zuzuhalten, ein und griff männliche sowie weibliche Gäste der Veranstaltung auf brutalste Weise an. Hierbei kamen unter anderem Teleskopschlagstöcke, Schlagringe und so genannte „Chakos“ zum Einsatz. Während der Dauer des Angriffs fielen seitens der Rechtsradikalen immer wieder „Wo ist die Antifa?!“-Rufe sowie weitere einschlägige Sätze betreffend der politischen Ausrichtung und der Suche nach einem „Gegner“. Die Gäste wurden vollkommen unkontrolliert in den Rücken getreten, geschlagen und gejagt. Eine Person wurde über einen Kicker-Tisch geworfen und am Boden liegend weiter zusammengetreten. Inventar wurde umgeschmissen und Türen versucht aufzutreten. 
Durch entschlossenes Handeln einiger Anwesender im Veranstaltungsraum konnte den Angreifern der Zugang zu diesem verwehrt werden, während die restlichen Gäste in den Flur- und Küchenbereich im hinteren Teil des Gebäudes flüchteten. 

Ebenso koordiniert wie der Angriff verlief, zog sich die Gruppe zügig geschlossen zum Bahnhof zurück. 

Die gerufene Polizei erreichte wenig später den Bahnhof und setzte die Angreifer fest. 

Durch das brutale Vorgehen der Angreifer wurden ca. 10 Personen leicht verletzt, sowie 2 Personen derart, dass sie in umliegende Krankenhäuser verbracht werden mussten. (U.a. Rücken- und Kopfverletzungen). 

Im Verlaufe der Polizeilichen Maßnahmen konnte beobachtet werden, wie die Angreifer, die sich bereits im von der Polizei gestoppten Zug befanden, die Kleidung untereinander tauschten, um das Wiedererkennen durch Zeugen zu erschweren. 

Ein großes Problem stellte sich dadurch dar, dass es den verantwortlichen der Veranstaltung nicht möglich war, die Gäste in die schwerer zugängliche und dadurch erheblich sicherere obere Etage zu verbringen, da diese von der Stadt nicht an die NutzerInnen der Wohnwelt freigegeben wird. 

Dass es sich bei dem Angriff mitnichten um „gelangweilte Fußballfans auf der Durchreise“ handelte, sondern um einen organisierten Angriff von Rechtsradikalen, zeigt sich unter Anderem durch die gezielten Rufe der Männer nach „Antifas“, durch ihr politisch eindeutiges Auftreten und die Koordination des Angriffs. 
Da sich die Personen über eine Stunde am Bahnhof aufhielten, ist deutlich, dass sie nicht auf ihren Zug nach Bremen warteten, da dieser bereits eine Stunde eher gefahren wäre, sondern nach dem Ausspionieren der Veranstaltung auf einen geeigneten Zeitpunkt für einen Angriff warteten. 

Die Verantwortlichen des Vereins Lebenstraum e.V. rufen Geschädigte und Zeugen dazu auf, sich per Mail oder auf anderem Weg beim Verein zu melden um einen persönlichen Kontakt herzustellen und gegebenenfalls Unterstützung bei weitergehenden Maßnahmen leisten zu können.

Ergänzungen

Soli-Grüße an die Betroffenen Personen!

aus Berlin 21.05.2012 - 10:09
Gute Besserung all denen die direkt und indirekt betroffen sind! 
Da sieht man mal wieder, daß antifaschistischer Widerstand nötiger ist, als uns die Medien und POlitiker immer wieder erzählen! 

Antifa heißt Angriff 
Faschos und RECHTEN aller couleur, 
auf allen Ebenen, 
AUFS MAUL!

wahnsinn

berni 21.05.2012 - 10:18

Sorry, aber...

echt mal 21.05.2012 - 10:44
...ich weiss ja, es ist immer schwer sich ein Bild zu machen, wenn man nicht selbst vor Ort war. Aber, und ich hoffe das kommt jetzt nicht zu selbstgefällig rüber, wie konnte es denn bitte soweit kommen?! Wie kann es angehen dass zwei offensichtliche Nazis erst ganz ungestört in den Laden spazieren können und ihnen dann auch noch die Möglichkeit gegeben wird, 45 Minuten (!) mit weiteren abzuwarten, bis ihnen die Gelegenheit günstig erscheint? 
Warum werden bei einer solchen Situation die Gäste erst hereingeholt als die Nazis zum Angriff übergehen? Warum bereitet man sich in den 45 Minuten anscheinend kein Stück darauf vor, dass die Nazis vielleicht nicht "nur" zum Ausspähen gekommen sind? Und selbst das wäre schon Grund genug gewesen, diesen auch nonverbal klar zu machen, dass sie dort nichts zu suchen haben! 
Ich weiss, ich weiss, nicht jeder ist ein krasser Kämpfer, nicht jeder fühlt sich in der Lage auch körperlich aktiv zu werden. Aber zumindest eine Warnung an die Gäste hätte erfolgen MÜSSEN! Wenn sich das ganze so zugetragen hat, wie es hier steht dann war das Verhalten des Ladens grob fahrlässig und hat unnötigerweise Menschen in Gefahr gebracht.

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