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Krebserkrankungen bei Kindern um Atomkraftwerke

24. März 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Umwelt

Krebserkrankungen bei Kindern um Atomkraftwerke

Im 5-km Nahbereich von Atomkraftwerken in Deutschland steigt bei Kleinkindern die Krebsrate um 60 Prozent und die Leukämierate auf mehr als das Doppelte an. Dies ist das Ergebnis einer vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebenen epidemiologischen "Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken" (KiKK-Studie), die im Dezember 2007 an die Öffentlichkeit kam. 
Das BfS hatte sich durch Analysen von Dr. Alfred Körblein, Physiker am Umweltinstitut München, und auf Drängen der Ulmer Ärzteinitiative für eine Neuauswertung der Daten des Kinderkrebsregisters entschieden.
 


Die Ergebnisse der Studie (Bewertung der KiKK-Studie) haben die Diskussion über die Gefahren der Atomenergienutzung erneut angefacht. Die Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen radioaktiven Emissionen aus Atomkraftwerken und Krebserkrankungen bei Kleinkindern im Nahbereich um AKW sind deutlich. Das Risiko nimmt mit der Nähe des Wohnorts zum Atomkraftwerk statistisch signifikant zu. 

Das Ergebnis der Studie kann nach heutigem strahlenbiologischen und epidemiologischen Wissen nicht erklärt werden. Die Forschung ist nun gefordert zu klären, ob die im Strahlenschutz verwendeten Berechnungsgrundlagen korrekt sind und ob unser Wissen über die Wirkung niedriger Strahlendosen Lücken aufweist. Denn schließlich beruht unser heutiges Verständnis über die Strahlenwirkung vor allem auf den Daten von Hiroshima und Nagasaki. 

Die Klärung dieser Fragen eilt, da jedes Kind, das im Nahbereich eines AKW an Krebs erkrankt, ein Kind zuviel ist. Deshalb fordern wir

  • weitere explorative Untersuchungen zur Ursachenklärung: z.B. getrennte Betrachtungen von Siedewasser- und Druckwasserreaktoren, getrennte Betrachtungen westlich und östlich der AKW-Standorte wegen der bei uns vorherrschenden westlichen Hauptwindrichtung

  • verstärkte Anstrengungen im Bereich der strahlenbiologischen Forschung

  • die Umkehr der Beweislast: nicht die Eltern und Kinder müssen beweisen, dass radioaktive Strahlung die Ursache der Erkrankung ist, sondern die Betreiber müssen nachweisen, dass die Emissionen nicht als Ursache infrage kommen



Ungeachtet weiterer Studien, die zur Klärung notwendig sind, fordern wir als sofortige Konsequenzen:

  • keine Laufzeitverlängerungen für ältere Atomkraftwerke

  • keine Neubauten von AKW

  • den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomkraftnutzung, weltweit



Stand: Januar 2008 

Die Vorgeschichte zur KiKK-Studie ist in unserer Chronologie zusammengefasst.

 Krebs durch AKWsKinder leben gefährlichwww.umweltinstitut.orgverursacht atomkraft leukämie?1983 gab es den ersten Bericht über erhöhte Leukämie-Raten bei Kindern in der Umgebung des Atomkomplexes Sellafield in Großbritannien. Auch rund um die Atomanlagen von Dounreay, Großbritannien, und in der Nähe des Atomkraftwerks (AKW) Krümmel, Deutschland, wurden erhöhte Leukämieraten, so genannte Cluster, eindeutig identifiziert. Heute liegt eine Reihe von Studien vor, die der Frage nachgegangen sind, ob Atomkraftwerke Kinder krank machen – meist mit nicht signifikantem Befund. Doch mit Veröffentlichung der deutschen KiKK-Studie in 2007 wurde die Debatte wieder neu entfacht. schwache studienViele der traditionell durchgeführten Studien sind wegen Unterschieden in der Methodik schwer miteinander zu vergleichen. Häufig wurden verschiedene Altersgruppen oder Gebiete unterschiedlicher Größe herangezogenAuch die betrachteten Einflussfaktoren, wie zum Beispiel Pestizide oder Elektrosmog, waren nicht in jeder Studie dieselbenZudem treten kindliche Leukämien so selten auf, dass die Instrumente der Statistik nicht immer die nötige Aussagekraft haben, um Schlüsse ziehen zu können.krebs bei kindernIn den Jahren 1992 und 1997 wurden in Deutschland Studien veröffentlicht, die  keine auffällige Häufung von Erkrankungsfällen ergaben. Die erste Studie gab allerding einen Hinweis, dass Kleinkinder, die in der Nähe von Atomanlagen lebten, gehäuft an Leukä-mie erkrankten. Doch dieser Befund wurde als Zufall gewertet. Eine 1999 veröffentlichte Studie, die nur Standorte der AKWs in Betrieb einbezog, ergab, dass die Krebs- und vor allem die Leukämierate bei Kleinkindern im Nahbereich der AKWs signifikant erhöht ist. Um die Befunde zu überprüfen, wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz die „Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken“ (KiKK-Studie) in Auftrag gegeben.kikk-studie Bei der KiKK-Studie handelt es sich um eine der weltweit größten Studien zu Kinderkrebs um Atomkraftwerke mit Daten von über 6000 Kindern. Grundlage war ein Vergleich von gesunden „Kontrollkindern“ mit kranken „Fallkindern“. Letztere wohnten alle im Umkreis der 16 Standorte mit 22 Reaktoren. In der Studie wurde der Wohnort auf 25 Meter genau bestimmt. Mögliche Einflussfaktoren wie gesundheitliche Vorbelastung,

Lebensgewohnheiten und Sozialstatus wurden abgefragt. Der Untersuchungszeitraum betrug 24 Jahre. Betrachtet wurde die empfindlichste Altersgruppe, Kinder unter 5 Jahren.

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Lisa 03/28/2011 13:57



Na wundervoll. Es könnte alles so einfach sein! Warum geht das in Politiker-Köpfe nicht rein?? Wie lange wollen die da denn noch tatenlos zusehen und tun, als wäre die Welt eine einzige
Blumenwiese??