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"Letztes Angebot" an NS-Opfer: Überlebende der Reichsbahn-Beihilfe zum Massenmord erhalten 25 Euro

28. September 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Zug der Erinnerung

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"Letztes Angebot" an NS-Opfer:
Überlebende der Reichsbahn-Beihilfe zum Massenmord erhalten 25 Euro
Klagen gegen die Deutsche Bahn AG
Einem "letzten Angebot" der DB AG haben sich die osteuropäischen Opfer der NS-Deportationen
gebeugt. Die Überlebenden der Reichsbahn-Transporte in die Konzentrations- und
Vernichtungslager hatten die DB AG um Unterstützung für ehemalige Häftlinge gebeten, die sich in
hohem Alter befinden und hinfällig sind. Nach monatelangen Verhandlungen präsentierte der DBVorstand
Ende September ein "letztes Angebot". Wäre es nicht angenommen worden, sollten die
Opfer leer ausgehen, berichten Verhandlungsteilnehmer.
Demnach entfällt auf die etwa 200 Tausend Überlebenden der Reichsbahn-Beihilfe zum
Massenmord ein einmaliger Gesamtbetrag in Höhe von 25 Euro pro Person. Die 25 Euro werden
von der DB AG auf mehrere Jahre verteilt, so daß das Unternehmen pro Jahr und Person lediglich 5
Euro abgeben will. Statt den Betrag zur individuellen Auszahlung zu bringen, wird er einer
deutschen Stiftung übereignet. Sie entscheidet über die Verteilung, entwirft "Projekte" und erhebt
Verwaltungskosten. Die Verteilung erstreckt sich auf Überlebende in Polen, der Tschechischen
Republik, der Ukraine, in Weißrussland und Russland. In diesen Ländern lebt ein Großteil der
Reichsbahn-Opfer unter sozial schwierigen Verhältnissen und erhielt niemals deutsche
Entschädigungen.
Bei den im Juni 2010 begonnenen Verhandlungen hatten es die Unterhändler des DB-Vorstands
abgelehnt, die Opfer aus den Deportationseinnahmen der Reichsbahn zu restituieren. Dieses
Blutgeld (mindestens 445 Millionen Euro heutiger Währung) wurde nach Kriegsende weder von
den Reichsbahn-Erben in der Bundesrepublik noch von den Rechtsnachfolgern in der DDR zurück
gezahlt. Inklusive Zinsen ist ein Betrag von 2,2 Milliarden Euro aufgelaufen. Auch anfängliche
Bitten um humanitäre Hilfe im Wert von ca. 150 bis 300 Euro je Opfer wiesen die Unterhändler des
DB-Vorstands zurück. Ihr erstes Angebot lautete auf eine "Spende" im Gesamtwert von 5 Euro pro
Deportationsopfer (1 Million Euro) und wurde bis Ende September auf einmalig 25 Euro
(insgesamt 5 Millionen Euro) erhöht.
Die deutsche Bürgerinitiative "Zug der Erinnerung", die das Verhalten der DB AG als "soziale
Nötigung" bezeichnet, prüft eine Klage vor internationalen Gerichten. "Schuld und Schulden der
Bahn-Eigentümer sind weder finanziell noch moralisch abgegolten", heißt es in einer
Stellungnahme des gemeinnützigen Vereins. "Die DB AG, das größte europäische
Logistikunternehmen mit Milliardeneinnahmen, wird ihren Verpflichtungen nicht entgehen."
Pressekontakt: 0171-190 50 50 (Herr Minow)

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Lacuna 10/04/2010 17:59



Das ist so abartig, dazu fällt einem normalen Menschen wohl nichts mehr ein. Unfassbar!



ich 09/29/2010 22:02



ich könnte ausrasten! über 4 Milliarden Euro will man in diesen scheiß Bahnhof in Stuttgart stecken aber keine 5 Millionen für die Opfer durch die die Bahn reichgeworden ist. hab gerade echt bock
die bahhn zu smaschen!