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Live-Sendung aus der Walsroder Stadthalle mit zahlreichen Zuhörern

15. Oktober 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

Live-Sendung aus der Walsroder Stadthalle mit zahlreichen Zuhörern

Die Rolle der Hells Angels

 

Walsrode - Walsrode steht einmal mehr wegen der Hells- Angels-Debatte im Fokus der Medien. Bereits am Montagabend lief ein Film des NDR im Fernsehen, und Donnerstag nachmittag sendete „Nordwestradio unterwegs“ live aus den Räumen der Stadthalle. Es ging einmal mehr um die Frage der Gefährlichkeit der Rocker und ob man von einem Mitglied der Hells Angels, im konkreten Fall Wolfgang Heer, finanzielle Unterstützung annehmen darf.

Stirnrunzeln und Kopfschütteln war bei den Vertretern der Hells Angels zu beobachten. Zu sehen sind unter anderem Michel und Wolfgang Heer sowie Frank Hanebuth (von rechts). ·

© Foto: Bruns

Stirnrunzeln und Kopfschütteln war bei den Vertretern der Hells Angels zu beobachten. Zu sehen sind unter anderem Michel und Wolfgang Heer sowie Frank Hanebuth (von rechts). ·

Heer und seine Begleiter, darunter Frank Hanebuth, Präsident der Hells Angels in Hannover, gehörten zu den zahlreichen Gästen im überfüllten Raum. Aufmerksam verfolgten die Höllen engel die einstündige Sendung. So manches Stirnrunzeln und Kopfschütteln war bei den Männern zu beobachten, mit kleineren Zwischenkommentaren reagierten sie auf die teils heftigen Vorwürfe.

Man gab Heer nicht die Möglichkeit, direkt auf die Vorwürfe zu reagieren, sondern ließ ihn nur in einem Einspieler zu Wort kommen. Er denke, dass Ratsherr Detlef Gieseke, der die öffentliche Diskussion begonnen hätte, etwas persönlich gegen ihn habe, so Heer. Live konterte Gieseke: „Völlig absurd, hier einen Kampf zwischen dem kleinen grünen Abgeordneten mit dem großen Outlaw-Vorsitzenden oder -Fürsten in Deutschland zu stilisieren. Ich bin ein kleiner Stadtratsabgeordneter, nichts anderes. Und ich habe nur die Frage gestellt: ‚Ist es möglich, dass Leute, die sich selbst als Gesetzlose bezeichnen, hier in der Stadt für Sicherheit sorgen?‘.

Zuvor hatte Andreas Kühn vom Landeskriminalamt Niedersachsen ausgeführt, dass Heer eine bedeutende Funktion bei den Hells Angels habe. „Er ist nationaler Treasurer, das heißt, er ist für die Finanzen der Hells Angels deutschlandweit zuständig, und insofern strahlt das auch nach Walsrode aus.“

Die Rocker seien vielfach im Rotlichtmilieu, der Event- und Szenegastronomie und in der Security tätig. Der Schutz von Veranstaltungen sei an sich nichts Verwerfliches, antwortete Kühn auf die Frage von Moderator Hans-Heinrich Obuchen. Es sei jedoch eine Scheinsicherheit. „Der Bürger sieht nicht, was sich dort unter der Decke abspielt“, so der Experte.

Sükrü Senkal, innenpoltischer Sprecher der SPD Bremen, hielt sich mit einer Einschätzung der Situation in Walsrode zurück und berichtete von den Erfahrungen in Bremen.

Aus Hamburg war der Journalist Stefan Schölermann zugeschaltet, der sich unter anderem zu den Aktivitäten der Hells Angels in Walsrode äußerte. Diese würden sich seiner Meinung nach auf Vater und Sohn Heer als Mitglieder und den Supporter-Club „Red Devils“ in Schneeheide beschränken. Es gehe bei der Debatte aber nicht um Präsenz, sondern um Werte, so Schölermann.

Der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Hermann Norden beurteilt die Situation in Walsrode und im Heidekreis als von den Medien überschätzt. Sein Standpunkt: Deutschland sei ein Rechtsstaat. Wenn sich Organisationen nicht an Gesetze hielten, müssten staatliche Stellen eingreifen und der Staat gegebenenfalls ein Verbot aussprechen.

Den Ball mit den Medien fing Schölermann auf. Fehlende Antworten von Fraktionsmitgliedern und ein runder Tisch, an dem nur ein ausgewählter Pressevertreter Platz nehmen durfte, hätten sein Misstrauen geweckt. Und er erzählte von einer Antwort des Stadtmarketings auf eine Interview anfrage. Diese sei mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass man wohl kein hilfreicher Interviewpartner sei, da es keinen Club der Hells Angels in Walsrode gebe. „Gerne kann ich ihnen aber günstige Gewerbeobjekte in Walsrode vermitteln oder einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt“, zitierte der Journalist. · wb

Quelle: Kreiszeitung 15.10.2011

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