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Memorandum über die Hilfe für Opfer der „Reichsbahn“-Verbrechen 08. September 2010

10. September 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Zug der Erinnerung

• Im Herbst 2009 hat die deutsche Bürgerinitiative „Zug der Erinnerung“ (ZdE) ein

Gutachten veröffentlicht, das die Einnahmen der „Deutschen Reichsbahn“ bei der Beihilfe

zu den NS-Menschheitsverbrechen mit einer Summe von mindestens EUR 445 Millionen

ausweist. Der verzinste Einnahmebetrag, der nie zurück gezahlt wurde, beträgt mindestens

EUR 2,2 Milliarden.

• Im Frühjahr 2010 haben Opferverbände in Osteuropa und ZdE dieses Gutachten zum

Anlass genommen, den „Reichsbahn“-Erben eine Sühneleistung zu empfehlen. Sie soll den

bedürftigen Überlebenden der „Reichsbahn“-Deportationen zugute kommen.

• Im Juni 2010 ist der Vorstand der Deutschen Bahn AG unter Beteiligung der deutschen

Bundesregierung in Gespräche mit den Vertretern der osteuropäischen Opfer eingetreten. In

Kürze wollen die Gesprächspartner ein vorläufiges Ergebnis ihrer mehrmaligen Treffen

verlautbaren.

Nach vorliegenden Informationen hat der Vorstand der Deutschen Bahn AG den Opfern einen

Betrag angeboten, der in keinerlei Beziehung zu der minimalen Gutachtensumme (EUR 445

Millionen) steht. Der Betrag ist unangemessen und beleidigt die Opfer, deren soziale Lage sie zur

Annahme nötigt. Das Angebot löst unter den Betroffenen Unruhe aus. Es ist geeignet, sowohl in

Deutschland wie im europäischen Ausland und weltweit Empörung hervorzurufen.

Auch ein Angebot in unwesentlich nachgebesserter Höhe, das die Referenzsumme der kriminellen

„Reichsbahn“-Einnahmen (EUR 445 Millionen) außer acht lässt und diese mehr als halbiert, wird

keinen Bestand haben können.

Ein gerechtes Ergebnis kann nur erreicht werden, wenn die moralischen und finanziellen Aspekte

unter Beteiligung sämtlicher Akteure umfassend sowie einvernehmlich gewürdigt werden. Das

bisherige Verfahren, das wir als gescheitert ansehen, bietet dafür keine Grundlage.

Der „Zug der Erinnerung“ spricht die Erwartung aus, dass die verantwortlichen Gremien der

Deutschen Bahn AG und der Bundesregierung sowie die damit befassten Parlamentarier des

Deutschen Bundestages die Einrichtung eines Runden Tisches befürworten.

Ziel sollte es sein, bis zum 7. Dezember 2010 eine gemeinsame Empfehlung auszusprechen, so dass

die Auszahlung an die bedürftigen Opfer (einschließlich der Opfer in der Bundesrepublik

Deutschland) zügig beginnen kann. An diesem Runden Tisch muss die deutsche Zivilgesellschaft,

die in Fragen der „Reichsbahn“-Verbrechen vom „Zug der Erinnerung“ vertreten wird, ohne

Einschränkung beteiligt sein.

Der „Zug der Erinnerung“ ist der Ansicht, dass Schuld und Schulden der gemeinsamen Geschichte

der Deutschen eines gemeinsamen Abtrags bedürfen. Das moralische Kapital, das die deutsche

Zivilgesellschaft dabei einsetzt, und das finanzielle Kapital, über das die DB AG und ihre

Eigentümerin verfügen, müssen zusammengeführt werden und dazu beitragen, Misstrauen und Hass

zwischen den überlebenden Opfern und den Nachfahren der Täter vergehen zu lassen.

 

Berlin, 08. September 2010

Zug der Erinnerung e.V.

Gemeinnütziger Verein

Der Vorstand

Hans-Rüdiger Minow

Vorstandssprecher

Armin Dahm

Tatjana Engel

Lars Grüterig

 

http://zug-der-erinnerung.eu

 

Bankverbindung: Kreissparkasse Köln, Kto.-Nr.: 0352 550 392 BLZ: 370 502 99

Der Verein ist beim Amtsgericht Montabaur registriert und wird vom Finanzamt Altenkirchen-Hachenburg als gemeinnützig anerkannt

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