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Misburg - alles unter den Teppich kehren?

5. Dezember 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

In chronologischer Reihenfolge:




Rechtsextremismus: Aktuelle Vorfälle in Misburg - was können BürgerInnen tun?



Donnerstag, 12. November 2009

die-gruenenEinladung zur Info- und Diskussionsveranstaltung des Grünen Stadtverbandes Hannover am Donnerstag, den 26. November, um 19:30 Uhr im Bürgerhaus Misburg

Übergriffe auf links-alternative Jugendliche und zahlreiche weitere Vorfälle zeigen, dass gerade in Misburg Handlungsbedarf gegen Nazis besteht. Der Grüne Stadtverband möchte die aktuelle Situation im Nord-Osten Hannovers beleuchten und diskutieren, was engagierte Bürgerinnen und Bürger tun können, um rechtsextremen Aktivitäten entgegen zu wirken.

Dazu laden wir am Donnerstag, den 26. November, um 19:30 Uhr zu einer Info- und Diskussionsveranstaltung ins Bürgerhaus Misburg ein (Seckbruchstraße 20, Hannover).

Gäste:

Sebastian Wertmüller (DGB Region Nds.-Mitte), 
Helge Limburg (MdL, Bündnis 90/Die Grünen)

Hinweis:

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Teilnahme an der Veranstaltung ausgeschlossen.

www.gruene-hannover.de 



Die tun nichts, die wollen nur spielen posted in Nicht lustigNotizen aus der Provinz |

Ich bin in einem Alter, in dem ich mich noch gut daran erinnern kann, wie rechte Gruppen wie die Wehrsportgruppe Hoffmann und anderes Gesocks in unserer deutschen Öffentlichkeit als Spinner, die im Wald herumturnen und lustige Pfandpfinderspiele spielen, abgetan wurden.  Ebenso kann ich mich daran erinnern, dass seit Jahrzehnten laut  jährlichem Verfassungsschutzbericht stets eine Gefahr von linken Extremisten  ausging ,  die angeblich unsere Grundfesten der Republik erschüttern wollten,  aber keine nenneswerte Bedrohung aus der rechten Szene  gesehen wurde.

Im Grunde hat sich an dieser Haltung in gewissen Kreisen nichts geändert. Linke werden  immer noch als Gefährdungspotentail angesehen, Rechte nur dann , wenn wieder einmal ein Asylbewerber durch die Straßen gehetzt oder tot geschlagen wurde. Wie auf gemeinsames ein Zeichen hin  ertönt der Aufschrei der Politiker und Medien. Nach einer Woche ist der Spuk vorbei.

Bevor nun manche sagen: “Boah, Oma, ist ja gut, erzähl mal was Neues” und gelangweilt weiterblättern: ich habe heute einen besondern Grund, um das Thema aufzugreifen.

In Hannover- Misburg machen sich seit längerem Neonazis breit. So weit, so schlecht. Saufen, pöbeln, bedrohen und schüchtern Passanten ein.  Während die Polizei von einigen wenigen Dumpfbacken spricht, die angeblich nicht einmal feste Strukturen haben, machen Betroffene andere Erfahrungen.

Für viele  Misburger Bürger scheint allerdings die Gefahr, die von dem Nazipack ausgeht, sehr viel geringer zu sein, als die Diskussion des Problems in der Öffentlichkeit, so wie jetzt in Rahmen einer Podiumsdiskussion geschehen.  Vor lauten Sorge, dass ihr Stadtteil als braunes Viertel abgestempelt wird, würden sie, einschließlich der SPD-Bezirksfraktion, die die Diskussionsrunde boykottiert hat,  viel lieber das Mäntelchen des Schweigens über das Thema hängen.

Wer nun glaubt, ich will auf diesen Leuten herumhacken und ihnen mangelnde Zivilcourage vorwerfen, obwohl es vielleicht angebracht wäre, irrt.  Ich kann ihre Ängste sogar nachvollziehen.  Für viele scheint der Weg des geringsten Widerstandes noch immer der einfachste und bequemste zu sein.  Daran hat sich sicherlich, auch wenn ich mich im Familien-, Bekannten- und Freundeskreis umsehe und höre, seit 60 Jahren nichts geändert. Maul halten und Augen zu ist noch immer des Deutschen liebste Bürgerpflicht.

Herumhacken will ich auf  der SPD-Bezirksfraktion und ihrem Bezirksbürgermeister, der glaubt, nach Rücksprache mit der Polizei die Parole ausgeben zu müssen: “Wir wollen die Bürger nicht beunruhigen”, und deswegen auch das Problem weder in der Bezirksratsitzung noch in anderen Gremien zur Sprache bringt bzw. weiter anspricht und klein redet.

Toll, Herr Bürgermeister Fuljahn. Ganz großes Kino.  So ein bisschen hat diese Reaktion etwas von dem Verhalten der Maikäfer, die sich bei Gefahr auf den Rücken legen und tot stellen. Wenn schon die Oberkopferten keine Eier haben, etwas gegen die Rechten etwas zu unternehmen, woher soll dieser Mut dann beim Bürger kommen. Großartige Vorbilder sind Politiker, ich wusste es ja schon immer.

Und nun klappen wir wieder die Bürgersteige hoch und gehen zur Tagesordnung über.

Quelle: http://www.derdwarsloeper.de/2009/11/28/die-tun-nichts-die-wollen-nur-spielen/


 

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