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NPD Hannover will den alten Bahnhof Rethen kaufen

26. Oktober 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

Seit Jahren steht das ausrangierte Bahnhofsgebäude in Rethen bei Hannover leer. Nun interessiert sich die hannoversche NPD für die Immobilie. Während in der Laatzener Stadtverwaltung die Alarmglocken läuten, kündigte der Eigentümer an, das Gebäude nicht an die Partei verkaufen zu wollen.

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Der Eigentümer hatte das Gebäude 2008 nach einer Internetauktion von der Deutschen Bahn erstanden.

Der Eigentümer hatte das Gebäude 2008 nach einer Internetauktion von der Deutschen Bahn erstanden.

© Brämer/Archiv

Bereits seit dem Wochenende kursiert im Internet das Gerücht, dass sich die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei für den Bahnhof interessiere. Dort solle ein Schulungszentrum eingerichtet werden, heißt es.

Die NPD Hannover bestätigte auf Anfrage, dass die Partei das Gebäude kaufen wolle. „Wir hatten letzte Woche einen Termin mit der Maklerin, es ist alles durch“, sagte ein Sprecher, der in Rethen mit dabei war. Der Kauf sei allerdings noch nicht besiegelt: Zunächst warte man das Ergebnis einer Bauvoranfrage bei der Stadt Laatzen ab. Näher wolle man sich nicht zu dem Thema äußern.

Die Stadtverwaltung bestätigte gestern auf Anfrage, dass Ende vergangener Woche eine Bauvoranfrage der NPD eingegangen sei. Bürgermeister Thomas Prinz sagte, er werde „alles dafür tun, dass es in einer weltoffenen Stadt wie Laatzen nicht zu einer Realisierung kommt“. Er appelliere an alle Laatzener, ihn dabei zu unterstützen. Dazu, was die Stadt unternehmen will, sollte die NPD den alten Bahnhof erwerben, äußerte sich Prinz nicht näher.

So weit dürfte es wohl auch nicht kommen: Die Maklerin Marita Prange von First-Immobilien bezeichnet die Äußerung der NPD als „absoluten Humbug“. In der vergangenen Woche habe es nur einen Besichtigungstermin gegeben. Alle vorangegangenen Anfragen hätten sich aus verschiedenen Gründen bereits erledigt. Bei dem Termin vergangene Woche habe der Interessent sich nicht als NPD-Anhänger zu erkennen gegeben, sondern angekündigt, ein Musikzentrum mit Proberäumen einrichten zu wollen.

„Bis jetzt gibt es keinen Kaufinteressenten, nur Besichtigungstermine“, betonte Prange. Außerdem habe sich der Mann noch nicht zurückgemeldet. Von einer Einigung könne daher keine Rede sein. Das letzte Wort bei einem anstehenden Verkauf habe zudem der Eigentümer der alten Rethener Bahnhofsimmobilie. Dieser versicherte indes, das Gebäude keinesfalls an die NPD verkaufen zu wollen. Der Eigentümer hatte das Gebäude 2008 nach einer Internet-Auktion von der Deutschen Bahn erstanden. Seine Pläne für eine Nutzung gingen jedoch nicht auf, sodass er das sanierungsbedürftige Gebäude wieder zu verkaufen versuchte.

Nun denke er wieder über eine Eigennutzung nach, sagte der Hannoveraner. Noch in dieser Woche seien Gespräche mit potenziellen Geschäftspartnern für die Gründung einer Bürogemeinschaft geplant.

Bis jetzt gibt es keinen Interessenten für den Kauf.

Johannes Dorndorf und Astrid Köhler

Quelle: HAZ.de 26.10.10

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