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Ohne-Gentechnik

30. Januar 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

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die Meldungen zur Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung überschlagen sich in diesen Tagen. Je größer der Erfolg, desto mehr wettern die Gegner und verunglimpfen das Label als halbseiden. Bauernverband und Futtermittelhersteller wollen die Prozesskennzeichnung, die auch Vitamine und Zusatzstoffe mit einschließt. Sie sind zwar mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt, sind aber selbst nicht gentechnisch verändert. Gefährliche Freisetzung von Gentechnik-Pflanzen in die Natur findet bei dieser Herstellung nicht statt. Diese wird aber beim Ohne-Gentechnik-Siegel thematisiert. Und das interessiert sowohl Verbraucher als auch immer mehr Hersteller: Die neue Faire Milch, ohne Gentechnik-Fütterung hergestellt, ist der Renner, berichten Händler. Und selbst der Riesen-Discounter Lidl lässt seine Landwirte in Bayern Gentechnik-Verzichtserklärungen unterschreiben. Das von Aigner vorgestellte Siegel scheint sich langsam aber sicher durchzusetzen. Aigner selbst droht inner
halb der neuen Regierung dennoch den Gentechnik-Befürwortern zu folgen. Campact hat deshalb einen Appell an Frau Aigner entworfen. Unterschreiben auch Sie den blauen Brief an die Landwirtschaftsministerin! Mehr dazu unter 10.

Herzliche Grüße aus Berlin,
das Team vom Informationsdienst Gentechnik

1. Ohne-Gentechnik-Siegel geliebt und gehasst
2. Lebens- und Futtermittelverbände machen sich beim Thema Gentechnik unglaubwürdig
3. EFSA und Gentechnik-Industrie: Keine klare Abgrenzung
4. Weitere Milch mit Ohne-Gentechnik-Siegel
5. Biobaumwolle gentechnisch verunreinigt
6. Kooperation mit BASF: Noch mehr Gentechnik bei KWS
7. Gentechnik-Mais MON 810 trotz Verbot in Sachsen und Bayern angemeldet
8. Discounter Lidl bietet Milch ohne Gentechnik an
9. Ohne-Gentechnik-Siegel für eine faire Milch
10. Aktion: Blauer Brief für Ilse Aigner

1. Ohne-Gentechnik-Siegel geliebt und gehasst
Verbraucherministerin Aigner hat eine erneute Diskussion um die Gentechnik-Kennzeichnung von Lebensmitteln losgetreten. Ihre Ankündigung, die umfassende Kennzeichnung auf EU-Ebene voranzutreiben, nutzt der Bauernverband und die Lebensmittelindustrie, um Stimmung gegen das von ihr vorangebrachte "Ohne Gentechnik"-Label zu machen. Der Raiffeisenverband möchte lieber eine komplette Prozess-Kennzeichnung. Diese hätte zur Folge, dass auch Produkte eine Gentechnik-Kennzeichnung tragen, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen im Labor hergestellt wurden, selbst jedoch nicht gentechnisch verändert sind. Grund für die plötzliche "Transparenzfreude" der Industrie: Verbraucher sollen an Gentechnik herangeführt werden und dem Argument folgen, Gentechnik wäre sowieso schon "überall drin".
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21328.html

2. Lebens- und Futtermittelverbände machen sich beim Thema Gentechnik unglaubwürdig
Die noch vor einem halben Jahr prophezeiten Verluste in Milliardenhöhe für die europäischen Tierhalter und Futtermittelhersteller auf Grund der Nulltoleranzregelung der EU für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Konstrukte, schmelzen derzeit dahin wie die Butter in der Sonne. Nachdem der "Grainclub", ein Zusammenschluss von 11 Lobbyverbänden der deutschen Agrarindustrie, in einem Brief an Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner von möglichen Verlusten in Höhe von 3,5 bis 5 Milliarden Euro sprachen, kalkuliert einer der Mitunterzeichner, der Deutsche Verband für Tiernahrung nun nur noch mögliche 200-400 Mio. Euro. Diese Zahlen präsentierte der Geschäftsführer des Verbandes erst letzte Woche auf der internationalen grünen Woche.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21321.html

3. EFSA und Gentechnik-Industrie: Keine klare Abgrenzung
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) scheint den Ernst der Sache nicht zu sehen. Obwohl kürzlich bekannt wurde, dass eine leitende Mitarbeiterin der Behörde, zuständig für die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen, innerhalb eines Monats zur Gentechnik-Industrie wechselte, reagiert die EFSA kaum. Zwar gab es einen E-Mail-Verkehr zwischen der Behörde und ihrer ehemaligen Mitarbeiterin, der jetzigen Syngenta-Lobbyisten Suzy Renckens. Doch Christoph Then von der Expertengruppe Testbiotech, die den Fall öffentlich machte, reicht das nicht. Zusammen mit drei weiteren Organisation soll nun die EU-Kommission eingeschaltet werden. Denn die EFSA hat bisher keinerlei Einwände gegen diesen Wechsel ihrer leitenden Angestellten erhoben und auch keinerlei Auflagen gemacht.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21320.html

4. Weitere Milch mit Ohne-Gentechnik-Siegel
Die Milchwerke Berchtesgadener Land, Piding, garantieren künftig auch bei ihren konventionell wirtschaftenden Mitgliedsbetrieben eine gentechnikfreie Fütterung. Die Milch erfüllt dann das Kriterium für das bundeseinheitliche Ohne-Gentechnik-Logo, welches in Kürze auf die Milchpackungen gedruckt wird. Es wird noch einmal mehr deutlich, dass die Beschaffung von gentechnikfreien Futtermitteln kein Problem darstellt. Immerhin sind es 1450 konventionelle Betriebe, die die Milchwerke Berchtesgadener Land beliefern.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news-regional/news/de/21311.html

5. Biobaumwolle gentechnisch verunreinigt
Bei Recherchen der Financial Times Deutschland wurde bekannt, dass es Verunreinigungen mit gentechnisch veränderter Baumwolle bei zertifizierter Ökoware gibt. Schon im April 2009 ist die indische Agrarbehörde Apeda westlichen Zertifizierungsfirmen wie Ecocert (Frankreich) und Control Union (Niederlande) auf die Schliche gekommen, gemeinsam mit etlichen Dörfern gentechnisch veränderter Baumwolle als Biobaumwolle in den Handel gebracht zu haben. Control Union arbeitet auch für die Großhändler H&M, Tchibo und C&A. Tchibo hat angekündigt, ihre Ware im Labor testen zu lassen. H&M hat seinen Zertifizierer telefonisch ermahnt, einen solchen Fehler nicht zu wiederholen und bewirbt seine Produkte weiterhin "100 Prozent ökologisch angebaute Baumwolle".
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21310.html

6. Kooperation mit BASF: Noch mehr Gentechnik bei KWS
Die KWS SAAT AG geht eine neue Kooperation mit BASF Plant Science ein. Damit verstärkt das Unternehmen sein Engagement im Bereich des Gentechnik-Saatguts. Die Erwartungen werden hochgeschraubt: Zusammen wollen BASF und KWS bis 2020 eine gentechnisch veränderte, trockentolerante Zuckerrübe entwickeln, die einen Mehrertrag von 15% einbringen soll. Die KWS, schon jetzt eines der führenden Unternehmen auf dem weltweiten Saatgutmarkt, will mit der Kooperation seine globale Position stärken. Seine herbizidresistente Gentechnik-Zuckerrübe hat in Nordamerika bereits einen Marktanteil von 70%.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21291.html

7. Gentechnik-Mais MON 810 trotz Verbot in Sachsen und Bayern angemeldet
Trotz des Anbau-Verbots des MON 810 wurde der Gentechnik-Mais in Sachsen und Bayern vorsorglich zum Anbau angemeldet. Für Sachsen sind sechs Standorte in der Gemeinde Dreiheide gemeldet. Insgesamt sollen dort 135 Hektar wachsen, wenn der Anbau bis zur Aussaat im April oder Mai wieder zugelassen wird. In Bayern sind sieben Standorte vorsorglich angemeldet. Wenn es nach den anmeldenden Landwirten geht, soll in den bayerischen Gemeinden Prichsenstadt und Biebelried auf insgesamt knapp 21 Hektar Gentechnik-Mais wachsen.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21275.html
Gegen die Freisetzung von Gentechnik-Mais der Firma Pioneer in Kitzingen haben die "Frauen für die Vielfalt" eine Unterschriftenaktion initiiert:
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news-regional/news/de/21256.html

8. Discounter Lidl bietet Milch ohne Gentechnik an
Lidl, eine der größten deutschen Supermarkt-Ketten, verkauft ab heute in seinen bayrischen Filialen Milchprodukte ohne Gentechnik. Milch, Joghurt und Butter werden mit dem Label "Ein gutes Stück Heimat" angeboten und stammen nicht nur garantiert aus der Region sondern werden auch gentechnikfreie Futtermittel hergestellt. Für Lidl produzierende Milchbauern müssen demnach Erklärungen unterschreiben, in der sie die gentechnikfreie Fütterung garantieren. Verbraucher erfahren leider nichts von der Regelung - die Produkte tragen kein Ohne-Gentechnik-Label.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21237.html

9. Ohne-Gentechnik-Siegel für eine faire Milch
Ab sofort ist ein neues Produkt mit dem bundeseinheitlichen Ohne-Gentechnik-Siegel erhältlich: "Die faire Milch" von der MVS Milchvermarktungsgesellschaft mbH. Sie ist nicht nur garantiert ohne Gentechnik. Wegen der hochwertige Fütterung, regionalen Vertriebsstrukturen und vor allem der fairen Preispolitik für die Landwirte trägt sie zurecht ihren Namen. Zunächst wird sie in Rewe- und Tegutfilialen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erhältlich sein. Immer mehr Hersteller streben die gentechnikfreie Fütterung der Tiere an, so Greenpeace. Eine aktuelle Bewertung von Firmen bietet die neue Version des Einkaufsratgebers "Essen ohne Gentechnik".
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21218.html

10. Aktion: Blauer Brief für Ilse Aigner
Beim beschlossenen Anbau-Verbot des MON 810 im letzten Jahr stellte sich CSU-Landwirtschaftsministerin Aigner noch gegen den Willen ihrer CDU-Ministerkollegen. Doch laut Koalitionsvertrag setzt die neue Regierung wieder auf einen Pro-Gentechnik-Kurs. Und Ilse Aigner folgt den Vorgaben: Ende vergangenen Jahres stimmte sie im EU-Agrarrat dem Import einer weiteren Gen-Maissorte als Futtermittel zu. Anfang Februar ist Aigner 100 Tage Landwirtschaftsministerin der schwarz-gelben Koalition. Das Aktions-Netzwerk Campact startet deshalb heute einen Appell an die Landwirtschaftsministerin. Mit einem Blauen Brief soll sie daran erinnert werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher keine Gentechnik auf den Tellern und Feldern wollen. Auch Sie können sich beteiligen!
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/21238.html

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https://ssl.zs-l.de/keine-gentechnik.de/spenden.html

Informationsdienst Gentechnik
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Telefon 030 28482 304
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