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Protest gegen Neonazi-Treffen in Eschede

27. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Protest gegen Neonazi-Treffen in Eschede

Am Sonnabendnachmittag haben 110 Menschen gegen die Sonnwendfeier von Neonazis und Rechtsextremisten auf Hof Nahtz in Eschede protestiert.

ESCHEDE. Begleitet von den Einsatzkräften der Polizei haben am Sonnabendnachmittag 110 Menschen gegen die Sonnwendfeier von Neonazis aus ganz Norddeutschland in Eschede protestiert. Auf dem abgelegenen Hof des Landwirts Joachim Nahtz waren knapp 50 Rechtsextremisten zu einer Sonnwendfeier zusammengekommen. Zuvor hatte der Mindener Neonazi Marcus Winter eine Veranstaltung mit 150 Personen angekündigt. Der Protestzug führte vom Bahnhof zu einer Zwischenkundgebung am Escheder Rathaus. Die Rechtsextremisten waren bis 16 Uhr zum Finkenberg gelangt. "Es ist alles absolut friedlich verlaufen", sagte Polizeisprecher Peter Großmann, Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten habe es nicht gegeben. Das Konzert der Hooliganband "Kategorie C" ist am Abend abgesagt worden. Es war spekuliert worden, dass es ebenfalls in Eschede stattfinden könnte. Winter hatte den Auftritt der Band im "Raum Hannover" angekündigt. 

Bei der Zwischenkundgebung betonte Günter Berg betonte die Gefahr für die Gesellschaft, die von diesen Veranstaltungen ausgehe. "Es ist scheußlich, dass bereits Kinder und Jugendliche in die rechtsextremen Strukturen eingebunden werden. Auf völkischgermanischen Festen, aber auch durch aggressive rechtsextreme Musik werden sie mit der nationalsozialistischen Ideologie vertraut gemacht und systematisch verführt", sagte Eschedes Samtgemeindebürgermeister, "es kann kein Stillhalten, Wegschauen oder Ignorieren geben." Rechtsextremismus werde weder in Eschede noch sonstwo auf der Welt gebraucht, so Berg.

Dass regelmäßig gegen die Sonnendwendfeiern demonstriert werde, möge wie ein ermüdendes Ritual anmuten, meinte Hans-Georg Sundermann, der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises, dennoch sei der Protest hier und heute notwendig. Er warnte vor Gleichgültigkeit gegen einen Rechtsradikalismus, der als Brauchtumspflege daherkomme, "das ist eine gefährliche Einstellung", sagte Sundermann. Die Kirche stehe für Meinungsfreiheit und Menschenwürde ein und lehne die rechtsradikale Ideologie entscheiden ab. Es dürfe nicht gedultet werden, "dass menschenverachtende politische Ansichten transportiert werden."

Nach einer Auftaktkundgebung hatte sich der Protestzug gegen 14.30 Uhr am Bahnhof in Bewegung gesetzt. Vom Rathaus ging es durch die Bahnhofstraße, die Bergener Straße und die Hermannsburger Straße zur Marinesiedlung, wo eine weitere Kundgebung stattfand. Die Veranstaltung endete gegen 17 Uhr mit einer Abschlusskundgebung am Bahnhof. Zu der Demonstration hatte der Escheder Arbeitskreis für Demokratie und Menschenrechte gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Gewerkschaften, Parteien, Kirchen und antifaschistischer Initiativen aufgerufen.

Autor: Christoph Zimmer, geschrieben am: 26.06.2011

Quelle: Cellesche Zeitung

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