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Protest nach Brandanschlag auf Jugendliche

19. April 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

Demonstration in Winterbach bei Stuttgart gegen Gewalt von Neonazis

Von David Schecher
In Winterbach, 30 Kilometer von Stuttgart entfernt, haben am Sonntag mehr als 1000 Antifaschisten gegen rechts demonstriert. Hintergrund war ein Brandanschlag von einer Gruppe Neonazis auf mehrere türkische und italienische Jugendliche.

Am 10. April hatten sich die fünf Ausländer nach einem nächtlichen Streit mit einer Gruppe Rechtsradikaler in einer Gartenhütte verbarrikadiert. Die Angreifer zündeten daraufhin die Hütte an; die jungen Ausländer konnten sich in letzter Minute ins Freie retten. Die Gartenlaube brannte vollständig ab. Trotz zahlreichen Hausdurchsuchungen haben die Beamten bisher keine Festnahmen im Zusammenhang mit dem gefährlichen Brandanschlag bekanntgeben können.

Zur Protestdemonstration waren wesentlich mehr Demonstranten gekommen als erwartet. Die Polizei schützte rechte Provokateure und ließ diese die Auftaktkundgebung ausspähen. Die Auftaktkundgebung der Antifaschisten begann mit halbstündiger Verspätung. Die Beamten hatten auf die vielen Teilnehmer mit einer Ordnereinweisung reagiert. Eine Ordnerin wurde ohne ersichtlichen Grund nicht akzeptiert, was zu einer weiteren Verspätung führte.

Schließlich zog die Demonstration durch Winterbach in das benachbarte Weiler. Dort befindet sich in der ehemaligen Gaststätte Linde ein Treffpunkt von NPD und »freien Kameradschaften«. Viele Anwohner schlossen sich spontan der Demonstration an, so daß diese auf 1300 Personen anwuchs. Kurz vor dem rechten Laden fand die Abschlußkundgebung statt.

Dort zeigte sich das breite Spektrum der Teilnehmer. Auf der einen Seite sprachen der Winterbacher Bürgermeister Albrecht Ulrich und Vertreter der Grünen-Jugend sowie der Jusos, die sich zum Teil ganz allgemein gegen Extremismus wandten. Redner der Antifa widersprachen der Totalitarismustheorie und zeigten gesellschaftliche und mediale Ursachen für das Erstarken von Neofaschisten auf. Besonders kritisiert wurde Landrat Johannes Fuchs, welcher über Lokalzeitungen behauptet hatte, es gäbe keine rechten Strukturen im Rems-Murr-Kreis.

Andere Sprecher mobilisierten für die Blockade eines rechten Aufmarsches am 1. Mai in Heilbronn. Das »nationale und soziale Aktionsbündnis«, ein Zusammenschluß mehrerer rechtsradikaler Vereinigungen, will dort am 1. Mai eine »süddeutsche Großdemonstration« veranstalten.

Im Fall des Brandanschlages in Winterbach ist die Anzahl der Hausdurchsuchungen ist mittlerweile auf 33 angestiegen. Neben Propagandamaterial und elektronischen Geräten wurde dabei auch ein Waffenarsenal ausgehoben. Alle 14 kurzzeitig festgenommene Personen sind jedoch weiterhin auf freien Fuß.
Quelle: junge welt 19.04.2011

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