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Razzien gegen kurdischen TV-Sender ROJ-TV in Belgien

5. März 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

Razzien gegen kurdischen TV-Sender ROJ-TV in Belgien 


 Wien (OTS) - Heute wurde das Studio und die Büroräume des
kurdischen Fernsehens ROJ TV in Denderleeuw/ Belgien und weitere 25
Einrichtungen von der Polizei durchsucht.
 An den Razzien auf die ROJ NV und STERK PRODUCTIONS Studios, die
für ROJ TV Programme ausstrahlen, haben 300 Polizisten teilgenommen.
Bisher wurden Personen, darunter die ROJ-NV-Leiterin, die
Journalisten und einige Gäste festgenommen und einige zur
Polizeibehörde in Brüssel gebracht. ROJ-TV-Mitarbeiter stehen vor dem
Studio, weil sie das Gebäude nicht betreten dürfen. Sie erklärten,
dass ca. 300 Polizisten an den Durchsuchungen beteilig sind. Ein
Mitarbeiter, der Zeuge der Razzia wurde, sagte, dass während der
Durchsuchung Computer und andere technische Geräte, die zur
Ausstrahlung gebraucht werden, zerstört wurden.
 Roj TV ist ein in Dänemark lizensierter Sender, dessen
Nachrichten- und Kultur-Programme, Dokumentationen, Frauen- und
Kinderprogramme auf Türkisch, Kurdisch, Arabisch und Assyrisch
täglich von Millionen Menschen im Nahen Osten und Europa mitverfolgt
werden. Auch in Deutschland ist Roj TV für viele der rund 800.000
KurdInnen die einzige Möglichkeit, in ihren Muttersprachen
authentische Informationen über die Situation in Kurdistan zu
bekommen.
 FEYKOM (Dachverband der kurdischen Vereine in Österreich)
protestiert in aller Schärfe gegen das fortgesetzte polizeiliche und
politisch motivierte Vorgehen gegen kurdische Institutionen und ihre
MitarbeiterInnen. Die neuen Repressionsmaßnahmen sind Beleg dafür,
dass die europäische Politik den vielfachen Forderungen des
türkischen Staates nach Zerschlagung der Strukturen der kurdischen
Bewegung bereitwillig folgt.
 Diese Durchsuchungen zielen zum bevorstehenden kurdischen
Neujahrsfest NEWROZ darauf ab, die kurdischen Medien zu zerschlagen,
um eine (kritische) Berichterstattung über die Situation in der
Türkei und im Norden des Irak gegen die kurdische Bevölkerung
unmöglich zu machen.
 Obwohl die kurdische Freiheitsbewegung in den letzten Jahren
grundlegende Umstrukturierungen durchgeführt und ein umfangreiches
Projekt zur Demokratisierung der Türkei entwickelt hat, mit dem Ziel,
eine friedliche Lösung des Kurdistan-Konfliktes zu erreichen, beharrt
die europäische Politik aus Rücksicht auf ihren NATO-Partner Türkei
auf ihrem rückwärtsgewandten Standpunkt. Mit dieser Haltung stärkt
sie die antikurdischen Kampagnen der türkischen Regierung und des
türkischen Militärs.
 Wir, der Dachverband der kurdischen Vereine in Österreich -FEYKOM,
verurteilen diese Razzia gegen ROJ-TV und rufen alle demokratischen
Organisationen und Initiativen auf, sich mit ROJ-TV, der Stimme des
kurdischen und des türkischen Volkes, zu solidarisieren und gegen die
Repressionen zu protestieren. Meinungs-, Informations- und
Pressefreiheit sind für alle Bürgerinnen und Bürger zu garantieren.
 Dieses Vorgehen ist ein weiterer Schritt in die Eskalation und ein
Angriff auf all jene Kräfte, die sich seit Jahren um friedliche und
politische Lösungen im türkisch-kurdischen Konflikt bemühen.
Wir rufen die österreichische Öffentlichkeit, Bevölkerung und
Medieneinrichtungen auf sich mit dem kurdischen TV-Sender ROJ-TV zu
solidarisieren.
 Wir verurteilen das Vorgehen der belgischen Polizei und des
Belgischen Staates gegen ROJ-TV!
 Wir fordern, die sofortige Einstellung der Repressalien gegen ROJ-TV
und seinen Mitarbeitern.
 Rückfragehinweis:
FEYKOM
Jurekgasse 26, A-1050 Wien,
Telefon: +43 1 9718824 Fax: +43 1 9718824
www.feykom.at e-mail: info@feykom.at

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