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Schaumburger Nachrichen SN-online 3.8.13 -- bunte Blockaden stoppen 286 Nazis in Bad Nenndorf

3. August 2013 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Bad Nenndorf / Aufmarsch am Winckler-Bad

Nazis sagen "Trauer" ab


Nur 286 Teilnehmer am Nazi-Aufmarsch zum Winckler-Bad – zahlenmäßig eine erneute Schlappe für die Neonazis. Zudem fiel das Benehmen der Aufmarsch-Teilnehmer anders aus als in den Jahren zuvor. Vom einstigen Kodex, sich in Bad Nenndorf anständig aufzuführen, hielten manche Neonazis diesmal offenkundig nicht viel.
Ein Neonazis steigt auf die Absperrgitter und bedroht Fotografen.
© gus
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Bad Nenndorf. Als die Rechtsextremen vor dem Kontrollzelt am Bahnhof warteten, eskalierte die Situation beinahe, als ein tätowierter, stiernackiger Mann seine Wut über die umherstehenden Fotografen nicht mehr bändigen konnte, mehrfach auf die Absperrung stieg, die die Neonazis von den Schaulustigen und den Journalisten trennte, und lauthals androhte, in Kürze Prügel zu verteilen.
Die fotografierenden Journalisten lachten den Mann noch aus. Als es schließlich aber zu einer Rangelei zwischen Neonazis kam, die sich zu dem Zeitpunkt hinter den Fotografen befanden, wurde es kurzzeitig hektisch. Die Polizei zog ihre Kräfte an der Stelle zusammen und beruhigte die Situation. Zuvor hatten auch einige Rechte den Hitzkopf bereits ermahnt, die Ruhe zu bewahren.
Die Stimmung blieb aufgeheizt. Fotografen bekamen reihenweise Schimpfwörter zu hören, ein der linken Szene zuzurechnender Fotograf musste gar einen leichten Faustschlag in die Magengegend einstecken, worauf dieser sich bei der Polizei beschwerte. In einer anderen Situation griff ein Nazi nach der Kamera eines Journalisten.
Nachdem sich danach alle Rechten um den Kundgebungswagen versammelt hatten, gab der Versammlungsleiter bekannt, dass es um 15.30 Uhr losgehen sollte mit dem Aufmarsch zum Winckler-Bad. Die von dem Nazi-Sprecher vorgeschlagene Pinkelpause nahm sich eine erkleckliche Zahl der Angereisten tatsächlich und stellte sich artig an den dafür aufgebauten Toilettenhäuschen auf.
Um 15.50 Uhr begann die Auftaktkundgebung unter anderem mit Rednern aus Groß Britannien, dann setzte sich das Pulk gegen 16 Uhr unter monotonem Trommeln in Bewegung, ließ eine Zwischenkundgebung ausfallen und musste um kurz nach 16.30 Uhr vor dem Kurhaus erneut stoppen, weil der Platz vorm Winckler-Bad doch noch nicht frei war.
Erst nach 18 Uhr durften die Rechten dann weiter in die Poststraße vorrücken, der Platz, zu dem sei eigentlich wollten, blieb aber in der Hand der Blockierer. Nach mehreren Durchhalteparolen sagte der Veranstaltungsleiter um 19.15 Uhr durch, dass eine „Trauer“-Zeremonie unter den Umständen keinen Sinn macht. Den Blockierern und sogar den Politikern, die sich mit der Gegen-Demo solidarisiert hatten, wünschte der Neonazi-Sprecher „den Knüppel“.
Nach Vorwürfen an die Polizei, sie wollte den Platz vorm Winckler-Bad gar nicht räumen, gab er dann das Signal zum Rückmarsch. Unter lauten Nazi-Parolen – ein Novum in Bad Nenndorf – wie der Versammlungsleiter betonte. gus
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Bad Nenndorf / Blockaden der Gegen-Demonstranten

Wieder ein Stück Ägypten in Schaumburg


Noch erfolgreicher als die Gleisblockade am Bahnhof war am Sonnabend ein Sitzstreik samt Blockade-Pyramide vor dem Winckler-Bad. Dort hatten sich etwa aus der linken Szene aber auch Teilnehmer an der bürgerlichen Gegendemonstration 150 Aktivisten nach der Hauptkundgebung der Gegen-Demo auf den Asphalt der Bahnhofstraße gesetzt und weigerten sich den Platz zu räumen.
Die Nazi-Gegner werden von der Polizei abtransportiert.
© on
Bad Nenndorf. Linke Demonstranten ketten sich an eine Pyramide, die sie auf der in Richtung Bahnhof blickend linken Fahrbahn der Bahnhofstraße platzierten. Andere Linke ketteten Bügelschlösser um ihre Hälse und befestigten sich aneinander. Nach mehr als einer Stunde, gegen 15.30 Uhr, kündigte die Polizei an, den Platz räumen zu lassen. Wirksam begannen die Einsatzkräfte damit aber erst um kurz nach 17 Uhr.
Vorher waren Getränke und Toilettenhäuschen für die Demonstranten herbeigeschafft worden, da diese unmittelbar der Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Außer Parolen aus dem Antifa-Lager waren auch andere Töne zu hören. „Hier blockiert der VfL“, skandierte eine Gruppe Sportler des Vereins.
Am lautesten schallte aber die Musik über die Bahnhofstraße: Vor allem Schlagersongs aber auch Punk, beispielsweise der Ärzte-Hit „Schrei nach Liebe“. Um 17.30 Uhr dauerte die Räumung noch an, während die Nazis, die auf ihrem Recht, vor dem Winckler-Bad zu demonstrieren, bis 20 Uhr beharren können.
Die Polizei hat den Neonazis angeboten, ihre Kundgebung weiter oben an der Poststraße abzuhalten, darauf ließen sie sich aber bislang nicht ein. Zwei Lastwagen quer gestellte versperren die Poststraße in etwa in der Mitte des Außenfront des Winckler-Bads, um eine zusätzliche Trennung zwischen den etwa 300 Meter voneinander entfernten Lagern zu bilden.
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Bad Nenndorf / Blockade zum "Trauermarsch"

S-Bahn sitzt mehr als zwei Stunden fest


Den linken Gegendemonstranten ist es am Sonnabend gegen 12 Uhr gelungen, eine S-Bahn im Bad Nenndorfer Bahnhof festzusetzen. Zwei Aktivisten ketteten sich beim Aussteigen an eine Bio-Mülltonne, die bis in 40 Zentimeter Höhe mit Beton gefüllt war. Erst um 14.22 Uhr fuhr der Zug wieder ab.
Polizisten versuchen, die linken Blockierer aus dem Betonsockel zu schneiden.
© gus
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Bad Nenndorf / Gegendemo

Pistorius nutzt erste Gelegenheit


Das war neu: Nachdem sich der frühere Niedersächsische Innenminister, Uwe Schünemann, nie zur Gegendemonstration nach Bad Nenndorf begeben hatte, trat dessen Nachfolger, Boris Pistorius, gleich bei der ersten Gelegenheit dort auf. Er betonte, er könne gar nicht fehlen, wenn so viele Menschen gegen Rechts auf die Straße gehen.
Boris Pistorius spricht in Bad Nenndorf.
© gus
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Bad Nenndorf. Bereits zuvor hatte Bürgermeisterin Gudrun Olk eine Spitze in Richtung Pistorius’ Vorgänger ausgeteilt. „Ich finde es toll, dass Herr Pistorius den Schneid hat, nach Bad Nenndorf zu kommen“, betonte Olk und erntete beinahe so viel Applaus wie der Minister später bei seiner Rede.
Der SPD-Politiker strich heraus, dass die Bad Nenndorfer bei aller Ernsthaftigkeit, die das Thema verdiene, auch mit Kreativität und Humor gegen die Neonazis demonstrieren. Dies sei etwas, was dem rechtsextremen Lager „komplett abgeht“. Demokratie könne gerade an solchen Tagen ihre Stärke zeigen, an denen Neonazis „ihren Unfug verbreiten“.
Nach fast 70 Jahren, so Pistorius, hätten es die Nazis noch nicht begriffen, dass ihre Zeit vorbei ist. .Und der Applaus erreichte den Höhepunkt, als der Innenminister dies bescheinigte: „Nicht Bad Nenndorf hat ein Problem mit den Nazis, sondern die Nazis mit Bad Nenndorf.“
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AN-online 3.8.13     20:10 Uhr

  • Jetzt ist es offiziell: Alle Sperrungen sind aufgehoben, die Demonstranten des rechten und des linken Lagers abgereist. Bad Nenndorf kehrt zur Normalität zurück, und wir beenden unseren Livebericht von hier. Einen schönen Samstagabend noch und Danke fürs Lesen!
    vor 15 Minuten
  • Unterm Strich lässt sich festhalten: Die Gegenwehr gegen den Nazi-Aufmarsch hat zumindest bewirkt, dass die eigentliche Kundgebung der Rechtsestremen vorm Winckler-Bad verhindert wurde und die Bahnhofstraße frei von Nazis blieb. Allerdings muss Bad Nenndorf jetzt für dieses Jahr mit einem weiteren Aufgebot an Neonazis rechnen, das vor das Winckler-Bad ziehen will. Ob das ernst gemeint war vom Versammlungsleiter der Rechten, wird sich in Kürze zeigen. Er drohte zumindest eine Fortsetzungsfeststellungsklage  an, die darauf fußen soll, dass den Rechten die Kundgebung an ihrem gewünschten Ort nicht ermöglicht wurde. Neu beim Nazi-Aufmarsch in 2013 waren zudem das extrem gereizte Klima bei den Neonazis und dass diese auf dem Rückweg lauthals ihre Parolen durch die Straßen brüllten.
    vor 41 Minuten
  • Wir haben das Geschehen auf Seiten der Neonazis in einem Bericht zusammengefasst: h
    Nazis sagen "Trauer" ab
    www.sn-online.de
    Nur 286 Teilnehmer am Nazi-Aufmarsch zum Winckler-Bad – zahlenmäßig eine erneute Schlappe für die Neonazis. Zudem fiel das Benehmen der Aufmarsch-Teilnehmer...
    vor 52 Minuten
  • Das war offenbar nur ein Signal, damit eine Polizeikolonne abreisen kann. Die Lage hier ist ruhig - wie es sich für eine Kurstadt gehört. Allerdings sind noch immer einige zufriedene Gäste an der Party-Meile zu hören.
    vor 54 Minuten
  • Jetzt sind Martinshörner in Bad Nenndorf zu hören, den Grund dafür kennen wir derzeit nicht.
    vor etwa einer Stunde
  • Entwarnung wegen des Rettungswagens: Nach unseren Informationen wurde darauf kein Verletzter abtransportiert, sondern lediglich einer der Gegendemonstranten weggetragen - wie die anderen auch. Sieben sind noch vor dem Winckler-Bad angekettet, auch Doris Schröder-Köpf ist weiterhin vor Ort - wenn auch nicht festgekettet.
    vor etwa einer Stunde
  • Mit dem Abzug der Neonazis ist es dem Bündnis und den anderen Gegendemonstranten erstmalig gelungen, dass der "Trauermarsch" nicht das Winckler-Bad erreicht hat. Das ist das erste Mal in der Geschichte des "Trauermarschs". Für die Aktivisten bleibt trotzdem der Beigeschmack, dass es dieses Jahr vielleicht noch eine zweite Demonstration geben wird.
    vor etwa einer Stunde
  • Der Sprecher der Neonazis kündigte an, dass man noch für dieses Jahr einen weiteren "Trauermarsch" organisieren wolle.
    vor etwa einer Stunde
  • Die Fahrradschlösser wurden jetzt doch gelöst, berichtet die Polizei.
    vor etwa einer Stunde
  • Hintergrund für den Abbruch sind wohl die Angeketteten auf der Bahnhofstraße, die die Polizei nicht rechtzeitig losmachen konnte. Die Neonazis wollen nun gemeinsam zum Bahnhof ziehen - "diszipliniert", wie ihr Sprecher ankündigte, aber "lautstark protestierend". In den Vorjahren hatte es das nicht gegeben.
    vor etwa einer Stunde
  • Die Neonazis haben ihre Kundgebung vor dem Winckler-Bad nun offiziell abgesagt.
    vor etwa einer Stunde
  • Ein Rettungswagen steht auf der Bahnhofstraße in Höhe des Friseursalons in Bereitschaft. Ob es einen spezifischen Anlass gibt, ist uns momentan aber nicht bekannt.
    vor etwa einer Stunde
  • Die Bügelschlösser sollen jetzt mit Bolzenschneidern und Minifräse gelöst werden.
    vor 2 Stunden
  • Der Sprecher der Neonazis hat die Frist nun auf 19.15 Uhr verlängert, nachdem er erfahren hatte, dass nur noch 15 Leute auf dem Platz sind. Allerdings sind das diejenigen, die sich mit Fahrradschlössern und der Pyramide dort "verbarrikadiert" haben. Jedenfalls rief er dazu auf, dass "alle wehrfähigen Männer" sich bereithalten sollten, um sich gegebenenfalls selbst an der Platzräumung zu beteiligen.
    vor 2 Stunden
  • Vor dem Winckler-Bad sprechen jetzt Konflikt-Manager mit den Angeketteten.
    vor 2 Stunden
  • Ein weiteres kleines Grüppchen von Neonazis, etwa sechs oder sieben, hat den Platz verlassen. Das Gros harrt weiterhin aus.
    vor 2 Stunden
  • Ein Sprecher der Neonazis hat der Polizei jetzt ein Ultimatum gestellt. Bis 19 Uhr soll der Platz geräumt sein. Wenn das bis dahin nicht der Fall ist, wollen die Neonazis eine endgültige Entscheidung über ihr weiteres Vorgehen fällen. Für die Gegendemonstranten fand der Sprecher keine schönen Worte, es sei eine Unverschämtheit, dass man die Teilnehmer der Demonstration nicht in Ruhe trauern lasse.
    vor 2 Stunden
  • Bis auf die wenigen Gegendemonstranten, die sich mit Bügelschlössern oder an die kleine Pyramide gekettet haben, ist der Platz vor dem Winckler-Bad inzwischen vollständig geräumt.
    vor 2 Stunden
  • Das Lied der Schlümpfe ist verstummt - aus welchen Gründen, ist uns bislang nicht bekannt -, und die Neonazis beginnen mit ihrer Kundgebung - allerdings an der Poststraße, nicht wie geplant an der Bahnhofstraße.
    vor 2 Stunden
  • Derweil schwindet die Hoffnung der Neonazis auf einen erfolgreichen Abschluss ihrer Demo. Sehr wahrscheinlich werden sie es nicht mehr bis zur Bahnhofstraße vor das Winckler-Bad, also an ihren angestrebten Zielort, schaffen. Ihrem Wunsch, dass die Musik der Anwohner und Gegendemonstranten leiser gedreht wird, wurde bislang auch nicht nachgekommen.
    vor 2 Stunden

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