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Sonntagsspaziergang gegen Rechts

23. November 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Soldatenfriedhof Essel

Aufgerufen hierzu hatten das Bündnis gegen Rechts SFA, Antifaschistische Initiative SFA, DGB-Chor Hannover, DGB-Region Nordost-Niedersachsen und Lindener SchülerInnen gegen Nazis. Dem im ECHO erschienenem Aufruf folgten am vergangenen Sonntag knapp 70 Demonstranten. „Es sind ein paar mehr Menschen geworden, als von uns 
erwartet”, freute sich Mitorganisator Charly Braun über den Zuspruch zu der Aktion. Braun führte in seiner kurzen Ansprache vor Beginn des Spazierganges noch einmal auf, was in den letzten beiden Jahren jeweils am Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof von Essel passiert war. „Rechte Gruppierungen nutzten diesen Ort als Wallfahrtsort”, so Braun im Gespräch mit dem ECHO, „auf Toten kann man machen, was man will, und diese Gruppen nutzen das für sich aus.” Jeweils zu Beginn der Dunkelheit seien rechte Gruppen auf dem Soldatenfriedhof erschienen, hätten Kränze niedergelegt, etwa mit Aufschriften wie „In stolz
er Trauer” oder „Den gefallenen Helden beider Weltkriege.” Braun berichtete weiter: „Es gab zudem auch Heldengesänge auf die SS, und das mit Originalzitaten.” Durch die Demonstration am vergangene Sonntag habe man nach den Ereignissen der letzten zwei Jahre ein Zeichen gesetzt. Die rechten Gruppierungen hatten anscheinend von der geplanten Demo-Aktion erfahren. „Die waren schon heute Mittag auf dem Friedhof”, so Braun. Dies bestätigte der Einsatzleiter der Polizei, Peter Hesse, „diese haben in Kleinstgruppen den Friedhof betreten, alles hat sich jedoch ruhig abgespielt.” Rund 60 Personen hatten, so nach Angaben der Polizei, den Friedhof nacheinander betreten. Diese Zahl von 60 nannte Demo-Organisator Braun mehr als bedenklich, „die Zahl war in diesem Jahr bedeutend größer als in den Vorjahren.” Die Teilnehmer des ersten Sonntagsspazierganges gegen Rechts legten ihrerseits ebenfalls einen Kranz nieder, dieser mit dem Schleifenaufdruck „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg”. Kritisiert wurden von Seiten der Organisatoren die engen Demonstrationsauflagen. Die Auflagen seien so eng gewesen, dass man auf dem Weg zum Friedhof den schmalen Radweg nutzen musste, dort habe man das Transparent aus Platzgründen nicht ausbreiten können. Dies sei eine „unangemessene Einengung der Meinungsfreiheit” gewesen, so die Organisatoren. Mittlerweile seien jedoch alle Kränze, welche die rechten Gruppierungen abgelegt haben, verschwunden, teilte Braun mit. Wie notwendig der Sonntagsspaziergang anscheinend dennoch ist, zeigte sich in der vergangenen Woche. Unbekannte haben mittlerweile eine der Schleifen am Kranz der Demonstranten entfernt.
Auf ihr stand: „Nie wieder Faschismus.” 

                                            Foto: L. Irrgang

Quelle: Schwarmstedter Echo

 

 

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