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SPD OV Bomlitz - online 3.8.10: "Das Heidekreisklinikum zukunftsfähig umbauen"

3. August 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gesundheitswesen

SPD OV Bomlitz - online  3.8.10

Das Heidekreisklinikum zukunftsfähig umbauen

Kreiskrankenhaus Walsrode

03. August 20100 Kommentare


Der demographische Wandel ist deutlich im Gesundheitswesen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden mehr, Schlaganfälle sind ein großes Risiko, dafür gehen die Geburten seit Jahren zurück und damit auch die kleinen Patienten in der Kinderabteilung. Ein Konzept sieht vor, wie das Heidekreisklinikum mit den Standorten Soltau und Walsrode auf diesen Wandel des "Gesundheitsmarkts" reagieren soll. Ziel ist ein organisatorischer Umbau, der beide Standorte auslastet und wirtschaftlich sichert.

Walsroder Zeitung vom 03.08.2010:
„Auch negative Wahrheiten sagen“

Ulrich Kestermann hat als Gutachter Erfahrungen, wenn es um Veränderungen in Krankenhäusern geht. Sein Unternehmen ist und war bundesweit tätig. Ob die heftigen Reaktionen zur geplanten Schließung von Geburtshilfe und Kinderkrankenhaus am Soltauer Krankenhaus überraschend für ihn sind? Nein, sagt Kestermann, das sei völlig normal, wenn es um den Bereich Geburtshilfe gehe. „Das war bei unserer Tätigkeit in der Landeshauptstadt Hannover genauso wie im Oberallgäu“, erklärt Kestermann. Das falle wohl unter die Kategorie „gefühltes vollständiges Krankenhaus“. Doch trotz Unterschriftensammlungen und hoch kochenden Emotionen „werden sie von uns nicht hören, dass in diesem Landkreis zwei Kinderabteilungen vorgehalten werden können“, machte Kestermann gestern in einem Pressegespräch deutlich.

Der Gutachter fühlt sich in der bisherigen Arbeit bestätigt. „Wir haben Ende letzten Jahres acht Entwicklungsrichtungen für die beiden Häuser vorgegeben, die einen Ausbau vorhandener Abteilungen ermöglichen oder eine neue Schwerpunktsetzung zulassen. Hier haben wir im Gegensatz zu anderen Standorten eine sehr komfortable Ausgangslage. Anderswo geht es ums nackte Überleben“, beschrieb Ulrich Kestermann gestern noch einmal die Ausgangslage.

Dieser Landkreis habe aufgrund der Bevölkerungsstruktur dringenden Bedarf für eine Spezialabteilung zur Behandlung von Schlaganfallpatienten (550 Fälle pro Jahr). „Und wir haben sehr viel ältere Menschen, aber keine Geriatrie. Wir haben sehr viel Herz-Kreislauferkrankungen, aber keinen Linksherzkatheterplatz.“ Die Chirurgie müsse nach Fachrichtungen auf beide Häuser verteilt werden, wobei die chirurgische Grundversorgung an beiden Häusern gewährleistet bleibe. Diabetologie, Psychiatrie seien Abteilungen mit Zuwachsraten. „Zu unserer Rolle als Gutachter gehört es aber auch, negative Wahrheiten zu sagen. Darum sage ich, die Fallzahlen reichen nicht aus, um an beiden Häusern Kinderabteilungen mit der notwendige Zahl an Fachärzten vorzuhalten“, so Kestermann mit dem Hinweis, dass in der vergangenen Woche an beiden Häusern insgesamt 14 Kinder behandelt wurden, für die 11,5 Arztstellen ausgewiesen sind. In 20 niedersächsischen Landkreisen gibt es schon jetzt gar keine Kinderabteilung mehr.

Gutachter Kestermann, Geschäftsführer Jurczyk und Aufsichtsratsvorsitzender von Danwitz machten gestern in Soltau noch einmal deutlich, dass es in Zukunft nur noch an einem Standort im Landkreis eine Kinderabteilung und Geburtshilfe geben wird.

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