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Streikaufruf für Haustarifvertrag bei Paritäten

28. November 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #soziale Gerechtigkeit - gewerkschaftliche Kämpfe

Mittwoch, dem 28.11.12 sind die Beschäftigten der gemeinnützigen Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit Hannover (GGPS) erstmals zu einem 4-stündigen Warnstreik aufgerufen.
  

Die GGPS gehört zum Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen. Besonders pikant: Die Chefin des Paritätischen in Niedersachsen, Cornelia Rundt, ist die designierte Sozialministerin der SPD unter Stephan Weil.
Frau Rundt verweigert den Beschäftigten bei der GGPS Tarifverhandlungen und angemessene Löhne.

  weitere Informationen von ver.di: https://hannover.verdi.de/aktuelles/archiv/archiv-2011-03-quartal/pm-2011-09-28


Liebe KollegInnen,
am Mittwoch, dem 28.11.12 sind die Beschäftigten der gemeinnützigen Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit Hannover (GGPS) erstmals zu einem 4-stündigen Warnstreik aufgerufen. Die GGPS ist einen Tochtergesellschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen, deren Hauptgeschäftsführerin die designierte SPD Sozialministerin Frau Cornelia Rundt ist. Die GGPS betreibt ein Pflegeheim in Hannover, 11 Kitas überwiegend im Stadtgebiet sowie eine Werkstatt für seelisch Behinderte und Beratungsstellen.

  Hintergrund des Warnstreiks ist die Forderung nach einem Haustarifvertrag für die Beschäftigten der GGPS auf der Basis des TVöDs. In der GGPS arbeiten die Beschäftigten zu ganz unterschiedlichen Bedingungen. Alle KollegInnen, die vor 2004 eingestellt wurden sind auf Grundlage eines Haustarifvertrages eingestellt worden. Dieser richtet sich in wesentlichen Teilen nach dem BAT. Ab 2004 eingestellte KollegInnen fallen unter eine Betriebsvereinbarung, die die Arbeitsbedingungen seither zu wesentlichen schlechteren Bedingungen regelt. Aber alle gemeinsam haben seit 2004 bis Oktober dieses Jahres keine Tariferhöhungen bekommen. 2008 hat eine Kollegin mit Hilfe von ver.di die Überleitung in den TVöD eingeklagt und 2011 letztinstanzlich gewonnen. Dennoch mussten weitere Klagen geführt werden, weil der Arbeitgeber sich geweigert hat, das Urteil umzusetzen. In diesem Jahr sind die Altbeschäftigten nun in den TVöD übergeleitet worden und haben im Oktober die Tarifsteigerung (3,5%) erhalten. Die seit 2004 eingestellten KollegInnen haben in diesem Jahr ebenfalls eine Lohnsteigerung erhalten, unterliegen aber nach wie vor keinem Tarifvertrag. Das Lohnniveau aller KollegInnen liegt mittlerweile ca. 10%-15 % unter dem des öffentlichen Dienstes, obwohl die Mehrzahl der Beschäftigten in gut refinanzierten Bereichen arbeitet.
 
Diese Politik- Kündigung aller Tarifverträge und Ersatz durch Betriebsvereinbarungen- wurde nicht nur bei der GGPS durchgesetzt, sondern ist Realität im gesamten Landesverband und seinen Tochtergesellschaften. Selbst Unternehmen (z.B. viele Lebenshilfen), die Mitglied im Landesverband sind, haben diese Art der Lohngestaltung in den letzten Jahren für sich übernommen.

Die KollegInnen der GGPS haben 2011 angefangen, sich in ver.di zu organisieren. Im Frühjahr dieses Jahres haben wir den Geschäftsführer der GGPS zu Tarifverhandlungen aufgefordert, die er
 im Juli mündlich abgelehnt hat, mit dem Hinweis, dass er nicht verhandeln könne, weil die Gesellschafter nicht zugestimmt hätten. Darauf hin haben wir Anfang August auch Frau Rundt zu Tarifverhandlungen aufgefordert, die sie uns schriftlich abgelehnt hat.
 
Im September wurde auf einer Mitgliederversammlung der Beschluss gefasst in den Streik zu gehen. Nachdem Frau Rundt ins Schattenkabinett berufen wurde, gab es einen Hoffnungsschimmer. Aber
auch eine letzte mündliche Aufforderung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen am letzten Freitag (23.11.) hatte keinen Erfolg. Es hat ausdrücklich kein Verhandlungsangebot gegeben! Jetzt sehen wir keinen an
deren Weg mehr, als zu streiken.

ver.di

 

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