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Tierschutzgegner demonstrieren im Kreistag und blockieren LKW

25. Mai 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Umwelt

25. Mai 2012  •  Autor: Peter Fehlhaber  •  

Wie bereits gestern auf unserer Facebook-Seite berichtet und kontrovers diskutiert, stoppten Tierschutzaktivisten der Aktion “Critical Mast” einen LKW, der die Geflügelschlachtanlage in Wietze verlassen wollte. Während sieben Personen den LKW erklommen, setzten sich drei vor den Lastkraftwagen und verhinderten dessen Weiterfahrt. Am Mittag demonstrierten sieben von ihnen während einer Sitzung im Celler Kreistag. 15 Polizisten waren im Einsatz. Aus Protest wurden Grünen-Politiker aus Wietze von der Firma Rothkötter von einem geplanten Besuch wieder ausgeladen.

Nach einem Hausverbot für eine Tierschutzgegnerin kam es zu einer Spontan-Demo von Hähnchenmastgegnern. Rund 15 Polizeibeamte verwiesen sie des Raumes. Andere Schlachthof-Gegner verließen daraufhin solidarisch den Saal. Grund des Unmutes: Landwirt Christoph Lichthardt, der einen Hähnchenmaststall für über 84000 Tiere in Wienhausen-Bockelskamp beantragt hatte. Gegen die Demonstranten wird wegen Hausfriedensbruchs und Widerstand ermittelt.

Gegen 19.45 Uhr war vor dem Schlachthof das leere LKW Gespann auf dem Weg zu einem Mastbetrieb, als Tierschutzaktivisten im Wietzer Trannberg auf die Fahrbahn traten und das Fahrzeug stoppten. Im selben Atemzug erklommen sieben Personen das Fahrzeug und breiteten ein Transparent aus. Drei weitere Aktivisten setzten sich vor das Fahrzeug und zeigten ebenfalls ein Transparent. Im Nahbereich fanden sich anschließend Schaulustige ein.

Gegen die Schaulustigen erteilte die Polizei Platzverweise und löste anschließend den ersten Teil der Versammlung gegen 22.20 Uhr auf und konnte die “LKW-Besetzer” dazu bewegen, das Fahrzeug gegen 2.00 Uhr zu verlassen. Gegen die beteiligten Personen im Alter von Anfang 20 bis Anfang 30 wurden Ermittlungsverfahren wegen Nötigung, Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Auf Initiative von Bürgermeister Wolfgang Klußmann hatte die Celler Frischgeflügel GmbH Wietzer Kommunalpolitiker für den 23. Mai zu einer Besichtigung der neuen Geflügelschlachterei eingeladen. Die beiden Grünen Gemeinderats- bzw. Ortsratmitglieder Claus F. Schrader und Harald Kieckbusch nahmen den Wunsch der Demonstranten nach Gesprächen an und unterhielten sich kurz mit ihnen. Bei ihrer Rückkehr zur Besuchergruppe eröffnete ihnen Herr Bürgermeister Klußmann nach Angaben Schraders, dass Rothkötter entschieden habe, “sie von der Einladungsliste zu streichen.“

Kieckbusch und Schrader gegenüber CelleHeute: “Wovor haben die Herren Klußmann und Rothkötter eigentlich Angst? Zwei gewählte Gemeindevertreter und potentielle Besucher eines Schlachthofes nehmen sich die Freiheit, vor einer Betriebs-Besichtigung mit protestierenden jungen Leuten zu sprechen. Und dies Engagement veranlasst Herrn Rothkötter dazu, Herrn Bürgermeister Klußmann zu bitten, die beiden Kommunalpolitiker zu informieren, dass sie bei ihm nicht willkommen sind. Herr Rothkötter selbst hatte nicht den Schneid, diese Nachricht den beiden Betroffenen persönlich zu übermitteln und Bürgermeister Klußmann war sich für einen Botengang nicht zu schade. Eine Antwort der beiden Ausgeladenen an Herrn Rothkötter mochte er auch nicht übermitteln. „Das müssen Sie schon selber übernehmen“, lautete seine diesbezügliche Antwort.” Die Offenheit der politischen Diskussion, Bürgerfreundlichkeit und Transparenz seien aus ihrer Sicht auf der Strecke geblieben.

 

Erörterungstermin durch Eklat unterbrochen

Foto: privat

Der Erörterungstermin am Mittag beim Landkreis Celle zum Antrag auf Errichtung und Betrieb von zwei Hühnermastställen für insgesamt 84.000 Tiere in Wienhausen-Bockelskamp wurde durch einen Eklat unterbrochen. Bereits zu Beginn zeigte die Polizei mit rund 15 Beamten Präsenz, offenbar waren sie auf die Störungen vorbereitet.
“Viele Einwender waren schon von Beginn der Veranstaltung an über die Verhandlungsführung des Veranstaltungsleiters Gerald Höhl mehr als erstaunt”, moniert Wolfgang Weuster von der “Bürgerinitiative Flotwedel für einen respektvollen Umgang mit Nutztieren”. Viele Fragen seien nicht zugelassen bzw.beantwortet worden.

“Als einige friedliche Zuhörer gegen die Verhandlungsführung protestierten und auf die über die Maststallgrenzen hinausgehenden Wechselwirkungen hinwiesen, bekamen sie zunächst Redeverbot. Die Stimmung im Saal wurde daraufhin natürlich etwas impulsiver”, so Weuster weiter. “Anstatt durch Deeskalation zu einer Beruhigung beizutragen, um zu einem geordneten Sitzungsverlauf zurückzukehren, ließ Höhl die anwesenden jungen Leute unter Polizei-Einsatz aus dem Raum führen.”

Trotz der Kritik stellt Weuster fest, dass sich Höhl “völlig im Rahmen des Gesetzes bewegt, aber leider völlig an den jungen Menschen vorbei. Seine Verhandlungsführung wurde von vielen Anwesenden daher auch als suboptimal bewertet. Aus Protest über den Verhandlungsverlauf zeigten sich mehrere Einwender solidarisch und verließen den Saal.

Kreisrat Gerald Höhl gegenüber CelleHeute:

“Wie bei jeder Erörterung wurden auch hier sämtliche Unterlagen vorher ausgelegt. Jeder konnte sie einsehen und entsprechende Stellungnahmen abgeben. Rund 500 so genannte Einwände gingen gingen ein, darunter viele gleichlautende Texte. Zum Termin sind primär die Einwender eingeladen. Die SItzung ist öffentlich, aber Besucher dürfen nach Gesetz eben nur zuhören – es werden nur die Bedenken erörtert, die vorher schriftlich eingegangen sind.

Kein Bürger muss alle Gesetzte kennen, darum verkünden wir immer zu Beginn, wie die Spielregeln sind. Das war nun der dritte Termin zu diesem Thema und es sind überwiegend die gleichen Gäste anwesend, insofern dürften sie das Prozedere kennen. Nur Einwender haben Rederecht. Dabei ist es nicht Sinn und Zweck zu hinterfragen, ob Gesetze insgesamt sinnlos sind, es geht immer nur um den konkreten Fall.

Wenn alle Gesetze eingehalten werden, haben wir gar keinen Spielraum, ob wir etwas genehmigen oder nicht. Genau so habe ich das verkündet und jedem klargemacht.

Fragen, die nicht zum Thema gehörten, sondern sich beispielsweise wiederholt mit dem Regenwald als solchen beschäftigen, konnten nicht beantwortet werden. Obwohl sich eine Zuhörerin sich nicht an die Regeln halten wollte, habe ich zunächst eine „Gelbe Karte“ erteilt. Nachdem sie sich fortgehend weigerte, sich an die Vorgaben zu halten, musste sie durch die Polizei abgeführt werden.

Um die Emotionen abkühlen zu lassen, unterbrach ich die Sitzung für 10 Minuten. Doch danach rollten Demonstranten Transparente aus und störten die Veranstaltung. Hier wollte ich noch mal „Gnade vor Recht“ ergehen lassen und bat, die Transparente nicht auszurollen. Nach einigen Beleidigungen gegenüber dem Antragssteller und mir haben die Einwender gefordert, den Termin nachzuholen. Wir haben den Termin dennoch durchgezogen – schließlich haben die Gäste die Veranstlatung freiwillig verlassen.”

 

LKW-Blockade-Verlauf aus Sicht der Aktivisten

ungekürzt und unkommentiert

Gestern Abend um etwa 20 Uhr haben Aktivisten einen leeren Tiertransporter in der Ausfahrt der Wietzer Schlachtfabrik besetzt. Etwa vier Aktivisten stoppten den Transporter, acht weitere kletterten auf das Dach und hängten Transparente runter. „Tiere frei statt Quälerei“ und „Leben statt Töten“ prangten oben auf dem Transporter.

„Wir haben den Transporter besetzt, um direkt den Schlachtbetrieb zu stören. In Wietze sollen wöchentlich 2,6 Millionen Tiere getötet werden, um sie als Fleischprodukte auf den Mark zu bringen. Für mich ist dieser Umgang furchtbar und auch in Anbetracht der Folgen auf die Umwelt nicht akzeptierbar. Diese Aktion richtet sich nicht nur gegen diesen Schlachthof, sondern gegen das kapitalistische System, in welchen die Bedürfnisse von Individuen immer Profitinteressen angestellt werden,“ so ein Aktivist zu ihrer Aktion.

Quelle: Celleheute.de 25.05.2012

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