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Tschernobyltag in Nienburg

2. April 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Umwelt

atom-tschernobyl.gif

 

Zu den Veranstaltungen
aus Anlass des 25jährigen Gedenkens
an den Reaktorunfall von Tschernobyl
lade ich alle Bürgerinnen und Bürger
herzlich ein.
Henning Onkes
Bürgermeister

 

 

Vor 25 Jahren erschütterte der Reaktor-Unfall in Tschernobyl die
Welt. Am 26. April 1986 ereignete sich im Block 4 des Kernkraftwerks
Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat die Explosion
eines Reaktors, die bis heute die bislang schwerste nukleare
Havarie geblieben ist. In diesen Tagen blicken wohl alle Menschen
auf der ganzen Welt voller Sorge nach Fukushima in Japan, wo sich
ein ähnlich folgenschwerer Reaktor-GAU zu vollziehen droht. Das
Gedenken an die „Katastrophe“ von Tschernobyl erfährt dadurch
eine unglückselige Aktualität.
Grundlegende Mängel in der Konstruktion des Reaktors sowie Planungs-
und Bedienungsfehler bei einem Versuch führten 1986 in
der ukrainischen Atomanlage zu gewaltigen Explosionen, die große
Mengen an radioaktivem Material in die Atmosphäre schleuderten.
Der Fallout breitete sich vor allem über die Gebiete nordöstlich von
Tschernobyl, die Region nahe unserer Partnerstadt Witebsk in
Belarus, aber auch über viele andere Regionen Europas aus. Bis
auf den heutigen Tag belastet er unsere Umwelt. In Japan waren es
Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami, die das lebenswichtige
Kühlsystem der Reaktoren von Fukushima ausfallen ließen.
Noch wissen wir kaum etwas über die beängstigenden Konsequenzen,
die nicht nur das Leben von Japans Bevölkerung durch
unabsehbare Gesundheitsrisiken gefährden.
Tschernobyl und Fukushima haben jedoch einen gemeinsamen
Nenner: die maßlose Überschätzung der technischen Beherrschbarkeit
der lebensbedrohenden Atomtechnologie durch den Menschen.
Zur kritischen Überprüfung dieser Überheblichkeit gegenüber
den Naturkräften sollen die diesjährigen Gedenkveranstaltungen
zum Tschernobyltag ebenso beitragen wie zur Einsicht, dass
nicht Technik und Naturwissenschaft allein, sondern dass vor allem
Menschlichkeit die Antwort auf die Frage der Kernkraft entscheiden
muss. Angesichts der Opfer, die Reaktorunfälle wie Tschernobyl
und Fukushima fordern, angesichts der unkontrollierbaren Folgen,
die sie für Tausende von Jahren und unzählige Generationen verursachen,
kann die Antwort nur Ausstieg lauten.

 

 


Dienstag, 26. April 2011, 16:00 Uhr,
Meerbachufer am Theater auf dem Hornwerk
Andacht unter dem Apfelbaum
Der evangelische Kirchenkreis ruft auf, im gemeinsamen
Gebet und Gesang der Opfer der so genannten friedlichen
Nutzung der Atomtechnologie zu gedenken und für
den achtsamen Umgang mit der Schöpfung einzutreten.

 

 


Samstag, 30. April 2011, 11:00 Uhr,
Vestibül des Rathauses Nienburg
Inseln der Hoffnung
Künstlerische Arbeiten behinderter Kinder, Jugendlicher
und junger Erwachsener aus Witebsk
Seit 2005 kümmert sich die Witebsker Einrichtung „Insel
der Hoffnung“ um Kinder mit Besonderheiten der psychophysischen
Entwicklung. Insbesondere Cäsium bewirkt
nach Strahlenunfällen Veränderungen der DNA und
schwere Erkrankungen, die häufig genetisch an die Nachkommen
weitergegeben werden. Strahlengeschädigte
Kinder und Jugendliche leiden unter körperlichen Fehlentwicklungen,
psychisch-geistigen Traumata, Immunschwäche,
Bluthochdruck, Augenerkrankungen und anderen
Syndromen. Künstlerische Betätigung ist ein Weg, die
Lebensqualität dieser jungen Menschen zu verbessern.

 

 

 


Dienstag, 3. Mai 2011, 17:00 Uhr,
Witebsk-Zimmer des Rathauses Nienburg
Initiativentreff: 25 Jahre Tschernobyl am
Beispiel der Strahlenmessstelle Djatlawitschi

 

 

 


Donnerstag, 5. Mai 2011, 19:00 Uhr,
Kulturwerk Nienburg
Vortrag von Diplomphysiker Heinz Nickel:
Ein Physiker und 30 Jahre Gorleben
Ist Gorleben als Endlager für Atommüll sicher? Heinz Nickel
führte in fast allen deutschen Kali- und Steinsalzbergwerken
Deutschlands mit der von ihm entwickelten
Radio-Schatten-Methode Sicherheitsuntersuchungen
durch, auch in Gorleben. Um die Ergebnisse seiner Untersuchungen
und die haarsträubenden Versuche, sie zu
vertuschen, geht es in dem Vortrag.

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