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Walsrode 12.10.12 - antifa- / AG-Bildungsstreik - Trauerrede für Horst Kröger

12. Oktober 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Personen

für Antifaschistische Initiative und AG-Bildungsstreik-Soltau-Fallingbostel spricht David bei der Trauerfeier für Horst Kröger

Neulich sprach ich mit einem Freund und er sagte, dass er Horsts Tod noch immer nicht begreifen könne. Und als ich so drüber nachdachte, stellte ich fest, dass er Recht hat. Horst war immer da – besonders für uns Jugendliche. Er stand hinter jeder Idee, die wir umsetzen wollten und belebte jede Initiative durch seine Einfälle, durch seine Kontakte und sein Organisationstalent. Horst organisierte für unsere erste Bildungsstreikdemo einen Pritschenwagen, der dann von etlichen Kindern und Jugendlichen durch Walsrode geschoben wurde, während Horst rauchend am Steuer saß – nur eines der vielen Bilder, das mir nie aus dem Kopf gehen wird.

Horst hatte Visionen! Teils gingen diese so weit, dass wir ihm gedanklich nicht folgen konnten. Er war eben in einer anderen Zeit aufgewachsen! Und doch war es auch Horst, der wie kein anderer sich seine Jugend bewahrte, indem er ständig zu uns Kontakt hielt.
Als ich Probleme mit der Staatsmacht hatte, war Horst der erste, der sich auf meinen  Hilferuf zurückmeldete – keine 10 Minuten waren vergangen. Er wusste, wie es weiterzugehen hatte, wer anzurufen war und plante auch gleich den zweiten und dritten Schritt.

Horsts Leben und seine Geschichte sind die Mahnung an uns mit dem Gleichmut und der grenzenlosen Zuversicht auf Besserung, wie wir sie von Horst kannten, an unserem Bild der Zukunft weiter zu basteln, dabei andere dort abzuholen, wo sie stehen, niemanden aufzugeben und sich selbst auf dem Weg nicht zu verlieren. Dies – so unglaublich schwer es scheinen mag – ist Horsts Vermächtnis an uns, dem wir mit Hoffnung und Zuversicht begegnen müssen! Anne Frank hat gesagt: "Es ist ein Wunder, daß ich all meine Hoffnungen noch nicht aufgegeben habe, denn sie erscheinen absurd und unerfüllbar. Doch ich halte daran fest, trotz allem, weil ich noch stets an das Gute im Menschen glaube."

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