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Walsrode löst Rockerproblem

15. Dezember 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

Von STEFAN SCHÖLERMANN
Walsrode. Walsrode löst sein Rockerproblem - und das gleich zweimal: Am Dienstag verabschiedete die Ratsversammlung mit großer Mehrheit eine Resolution, in der sich das Stadtparlament ausdrücklich gegen die Aktivitäten von Mitgliedern der Rockergruppe "Hells Angels" ausspricht. Gestern kam die Nachricht, dass die Werbegemeinschaft "Stadtmarketing" bei ihren Kulturveranstaltungen im nächsten Jahr keine Sicherheitsfirmen mehr beschäftigen wird. Damit ist den Rockern ein wesentliches Betätigungsfeld in Walsrode entzogen.

Bislang lag der Sicherheitsdienst bei kulturellen Veranstaltungen wie dem "Walsroder Mittwoch" regelmäßig in Händen einer Firma, die dem erklärten "Hells Angel" und Walsroder Bordellbesitzer Wolfgang Heer gehört. Diese Walsroder Spezialität hatte der Stadt bundesweite Medienaufmerksamkeit beschert und im Sommer auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) auf den Plan gerufen. Er hatte Walsrode zu einer deutlichen Distanzierung von Rockerfirmen aufgefordert.

 

Walsrodes Bürgermeisterin, Silke Lorenz (parteilos) zeigte sich von der Resolution ebenso erleichtert wie von der Absage an die Rockerfirmen. Die Resolution helfe ihr, die Position der Stadt Walsrode beim Thema Rocker deutlich zu machen. An beiden Entscheidungen dürfte die Bürgermeisterin maßgeblich beteiligt gewesen sein. Seit mehr als einem Jahr hatte sie im Hintergrund Gespräche mit der Polizei und anderen Entscheidungsträgern gefällt. Schockiert war sie, nachdem Anfang November gegen das Haus des Walsroder Rechtsanwalts Thomas Lasthaus, einem der Wortführer gegen die Rockeraktivitäten, ein nächtlicher Anschlag verübt worden war. Damals schrieb sie den Erstentwurf der jetzt verabschiedeten Resolution - und setzte damit Diskussionen in Gang. Das sorgte offenbar dafür, dass sich auch die Werbegemeinschaft "Stadtmarketing" von den Rockern distanzierte. In einer Art, die offenkundig einen Gesichtsverlust für die Rockerfirmen vermeiden soll: Nach Gesprächen mit Polizei und

Ordnungsbehörden sei man jetzt zu der Erkenntnis gelangt, dass ein Sicherheitsdienst für den "Walsroder Mittwoch" nicht mehr nötig sei, hieß es bei der Werbegemeinschaft. Warum das früher anders gesehen wurde, bleibt jedoch ein Geheimnis.

Der Autor Stefan Schölermann ist Redakteur bei NDRInfo.

 

Quelle: Weser Kurier 15.12.2011

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