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Walsrode sagt Rocker-Konzert ab

5. Juni 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

von Stefan Schölermann, NDR Info

Anlässlich des Gerichtsverfahrens gegen den Haupbelastungszeugen Steffen R. stehen Polizeibeamte vor dem Landgericht Kiel © NDR Fotograf: Janina FagoDetailansicht des BildesDer Prozess in Kiel hat die Stadt Walsrode zum Handeln bewegt: Sie will jede Nähe zu den Hells Angels ausschließen. (Archivbild)Von einigen Medien einst als "Kleinstadt der Rocker" bespöttelt setzt sich Walsrode jetzt konkret gegen Aktivitäten der Rockerszene zur Wehr. Kurzerhand vom Veranstaltungskalender gestrichen wurde ein Konzert der Hardrock-Band "Hells Balls", das im Rahmen der Kulturveranstaltung "Walsroder Mittwoch" Anfang August stattfinden sollte. Damit zieht man in Walsrode Konsequenzen aus dem bundesweit beachteten Rockerprozess in Kiel, der sich vor allem gegen Mitglieder der Rockergruppe "Hells Angels" richtet und der auch zu Hausdurchsuchungen bei Deutschlands wohl mächtigstem Rockerfürsten, Frank Hanebuth aus Hannover, geführt hatte.

Keine "auch nur vermeintliche Kooperation mit 'Hells Angels'"

Die  Begründung für die ersatzlose Streichung des Konzerts steht in einem internen Papier, das in der vergangenen Woche im Walsroder Rathaus verhandelt worden war und für das die Werbegemeinschaft "Stadtmarketing" verantwortlich zeichnet. In dem Papier, das NDR Info vorliegt, heißt es: "Alle Anwesenden waren der Überzeugung, dass es im Sinne der Stadt und aller ihrer Bürger ist, keinen Anlass zu Vorwürfen und Spekulationen hinsichtlich einer - auch nur vermeintlichen - Kooperation mit der Organisation der "Hells Angels" zu geben." Unterzeichnet wurde dieses Papier von den Fraktionsvorsitzenden der Walsroder Ratsversammlung.

Absage an Walsroder "Hells Angel" Wolfgang Heer?

Wolfgang Herr, Mitglied der Hells Angels. © NDR Fotograf: Angelika HenkelDetailansicht des BildesDie Absage des Konzerts könnte man auch als Absage an den Walsroder Bordellbetreiber und Hells Angel Wolfgang Heer werten. (Archivbild)Was da in verschwurbeltem Deutsch daherkommt, kann man auch als klare Absage der Stadt Walsrode an die Aktivitäten des Walsroder Bordellbetreibers, Unternehmers und aktiven "Hells Angels" Wolfgang Heer und seiner Familie interpretieren. Eine Firma aus dem Heerschen Familienimperium, ein Bowlingcenter, war seit Jahren Mitglied der Werbegemeinschaft Stadtmarketing und durfte in eigener Verantwortung einen der Kulturtage im Rahmen des "Walsroder Mittwoch" ausrichten. In diesem Jahr sollte es erneut das Rockkonzert der "Hells Balls" sein. Zwar hatte Heer das Stadtmarketing erst in der vergangenen Woche wissen lassen, dass sein Sohn Michel, ebenfalls ein "Hells Angel", sich aus der Führung des Bowlingcenters zurückgezogen habe. Doch das überzeugte das Stadtmarketing offenbar nicht. Schließlich gilt Wolfgang Heer auch als enger Freund des Rockerpräsidenten Frank Hanebuth in Hannover. "Wir wollten jede Möglichkeit ausschließen, dass auch nur der Verdacht einer Nähe entstehen könnte", begründete Stadtmarketing-Chef Reinhardt Plötz die Absage des Konzerts.

Weniger Möglichkeiten für Rocker

Walsrodes Bürgermeisterin, Silke Lorenz (parteilos), sieht in diesem Schritt die konsequente Umsetzung der im Dezember verabschiedeten Resolution der  Ratsversammlung. Damals hatte man geschlossen gegen Geschäfte mit Rockerfirmen gestimmt. "Die Resolution lebt", sagte die Bürgermeisterin. Nach dem Auftakt des Rockerprozesses in Kiel wird der Handlungsspielraum für Motorradrocker offenbar enger - zumindest in Walsrode.

 

Quelle: NDR.de   04.06.2012 17:57 Uhr

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