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Warum es eine neue Bleiberechtsregelung braucht

17. November 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antirassismus | Asyl

proasyl.jpgWarum es eine neue Bleiberechtsregelung braucht


Zwei Bleiberechtsregelungen gab es schon, einen Verlängerungsbeschluss, eine Bleiberechtsregelung für Jugendliche - aber noch immer stehen Zehntausende ohne Perspektive da. Kleinliche Bestimmungen schließen sie vom Bleiberecht aus. Drei Beispiele:

Zu alt zum Bleiben!

Der junge F. reist als 17-Jähriger nach Deutschland ein. Von Anfang an hat er genau das getan, was so viele Verantwortliche fordern: Er hat sich Mühe gegeben, hat gelernt. Heute ist er Groß- und Außenhandelskaufmann. Er spricht deutsch, arbeitet, zahlt Steuern, in seiner Freizeit spielt er Fußball – aber er versteht die Welt nicht mehr. Die erste Bleiberechtsregelung hat er knapp verpasst, die Familie reiste wenige Wochen nach dem Stichtag ein. Und für ein Bleiberecht nach der neuen Regelung für Jugendliche ist der 26-Jährige einfach zu alt. Ihm droht die Abschiebung.

Zu jung zum Bleiben!

Die Zwillinge L. und F. sind zehn Jahre alt. Sie sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern leben seit fast 20 Jahren hier. Leider hat der Vater vor kurzem seine Arbeit verloren. Beide Kinder lernen gerne, werden dabei von ihren Eltern unterstützt und haben gute Zukunftsperspektive. Die neue Bleiberechtsregelung für gut integrierte Jugendliche gilt jedoch nur für ein Alter von 15 bis 20 Jahren. Damit sind L. und F. zu jung, um in Deutschland bleiben zu dürfen. Ihnen und ihrer Familie droht die Abschiebung.

Zu arm zum Bleiben!

Sebus A. kämpft seit vielen Jahren um seine berufliche Existenz. Die einzigen Chancen, die sich ihm immer wieder eröffnen, sind befristete Anstellungen bei Zeitarbeitsfirmen. Zurzeit verdient er mit seinem Vollzeitjob 1.050 Euro. Der niedrige Lohn reicht aber nur dazu aus, den Lebensunterhalt der dreiköpfigen Familie „überwiegend“, und nicht „vollständig“, zu sichern. Sie beziehen ergänzende Sozialleistungen. Damit ist die Familie zu arm, um bleiben zu dürfen. Auch Familie A. wird im schlimmsten Falle abgeschoben.

PRO ASYL fordert:


- Wer lange hier lebt, muss bleiben dürfen.

- Auch alte, kranke und arme Menschen dürfen nicht ausgeschlossen werden.

- Die Innenminister müssen endlich zu einer humanen, großzügigen Lösung kommen.

 

Mehr Informationen zum Thema Bleiberecht


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