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NDR-info / ndr.de 8.6.11, 08.25 Uhr: Wehrt sich Walsrode gegen die Rocker?

8. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

Wehrt sich Walsrode gegen die Rocker?

von Stefan Schölermann (NDR Info)

Die Rückseite einer Lederjacke mit der Aufschrift "Hells Angels". © dpa - Bildfunk Fotograf: Ronald Wittek Detailansicht des Bildes Die "Hells Angels" unterstützen in Walsrode auch Vereine und Veranstaltungen. Seit Monaten wird in Walsrode über ein Thema diskutiert, das einen tiefen Riss in die Stadtgesellschaft treibt: Die Macht der Rocker in der Region. Zum ersten Mal hatte deshalb Walsrodes Bürgermeisterin Silke Lorenz (parteilos) Dienstagabend zu einem "Runden Tisch" hinter verschlossenen Türen in den Sitzungssaal des Rathauses geladen. Das etwas hölzern formulierte Thema der Sitzung: "Der Einfluss der "Hells Angels" auf die Gesellschaft in Niedersachsen und dessen Bedeutung für die Stadt Walsrode."

Landeskriminalamt beim Runden Tisch warnt

Dass zumindest das Thema von hoher Bedeutung ist, zeigte der Kreis der Teilnehmer: Mitglieder der Ratsfraktionen waren geladen, Vertreter der Kirche, des örtlichen Sportvereins und der örtlichen Werbegemeinschaft "Stadtmarketing" sowie ein Vertreter einer Lokalzeitung. Hochrangig war vor allem der Expertenbesuch: Man hatte den Dezernatsleiter beim Landeskriminalamt Niedersachsen für Rockerkriminalität, Andreas Kühn, als Referenten gewonnen. Hinter verschlossenen Türen sprach Kühn nach Informationen von NDR Info deutliche Warnungen aus: "Wer sich selbst als Gesetzloser definiert, dem muss die Gesellschaft entgegentreten", sagte Kühn und meinte damit Rockergruppen wie die "Hells Angels" oder ihre Unterstützerclubs, die "Red Devils".

Geschäfte mit Rockern "haben Folgen"

Wolfgang Herr, Mitglied der Hells Angels. © NDR Fotograf: Angelika Henkel Detailansicht des Bildes Wolfgang Heer ist ein einflussreicher Geschäftsmann in Walsrode - und Mitglied der "Hells Angels". Zugleich gab Kühn nach Angaben aus Teilnehmerkreisen des Runden Tisches eine Definition für den Einfluss sogenannter "Organisierter Kriminalität" vor, die manchen in der Tischrunde aufhorchen ließ: Gewinn- und Machtstreben gehörten ebenso dazu wie Einschüchterungsversuche und Einflussnahme auf Gesellschaft und Politik. Wenn nur eines dieser Kriterien im Zusammenhang mit Rockerkriminalität erfüllt sei, sei zumindest Wachsamkeit geboten. Kühns Fazit: "Wer sich diese Leute als Geschäftspartner aussucht, muss wissen, dass solche Geschäfte Folgen haben."

Rocker-Firma sorgt für Sicherheit bei Stadtfest

Ein heikles Thema für Walsrode, denn zumindest teilweise sieht mancher in der Stadt diese Bedingungen erfüllt: Erst in der vergangenen Woche hatte es unter Federführung des Stadtmarketing ein Fest namens "Walsroder Mittwoch" gegeben. Bei diesem Fest sorgte eine Firma für Sicherheit, über die in Walsrode schon öfter diskutiert worden war - die "Bodyguard Security" - eine Firma die unter anderem dem Walsroder Bordellbesitzer und aktiven "Hells Angels"-Rocker Wolfgang Heer gehört.

Abgrenzung oder Bewusstseins-Erweiterung

Hells-Angels-"Kutte", Leder-Weste, mit diversen geflügtelten Totenkopf-Abzeichen, dem Logo der Rocker © dpa-Report Fotograf: Bernd Thissen Detailansicht des Bildes Ihre Kutten sind Identifikation und äußeres Erkennungsmerkmal für Rocker unterschiedlicher Banden. Die Reaktionen auf den Vortrag des LKA- Experten hinter verschlossenen Türen am Runden Tisch seien geteilt gewesen, berichteten Teilnehmer. So hätten einige eine deutliche Abgrenzung von Firmen verlangt, die unter Rocker-Regie laufen, andere hätten ein Modell vorgeschlagen, wie es in Hannover "vorgelebt" werde. Dort gebieten "Hells Angels" über Teile des Rotlichtviertels, zugleich gilt das Milieu als "relativ sicher". Andere hätten zu bedenken gegeben, es gebe in Walsrode kein Problem mit Rockern, sondern nur ein Problem mit dem Bewusstsein dafür, hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Ein Fortsetzungstermin für den Runden Tisch wurde offenbar nicht vereinbart - Bürgermeisterin Lorenz habe sich aber bereit erklärt, auf Wunsch eine weitere Sitzung einzuberufen.

 

Quelle: Ndr.de 08.06.2011

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