Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Weltanschauungspastor warnt vor Rechtsextremen im bürgerlichen Gewand

20. April 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Artikelserie "Ludendorffer"

Weltanschauungspastor warnt vor Rechtsextremen im bürgerlichen Gewand 

 

 

 

(epd-Gespräch: Karen Miether)

Der hannoversche Weltanschauungspastor Jürgen Schnare hat vor "Rechtsextremismus im bürgerlichen Gewand" gewarnt. Auch hinter einem unauffälligen und seriösen Auftreten könne sich eine gefährliche Ideologie verbergen, sagte der Beauftragte der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland am Mittwoch im epd-Gespräch. Schnare nahm dabei Bezug auf ein Treffen der sogenannten Ludendorffer am Karfreitag im niedersächsischen Bad Fallingbostel.


Dieser "Bund für Gotterkenntnis" gehe auf die antidemokratischen, rassistischen und antisemitistischen Lehren von Mathilde Ludendorff (1877-1966) zurück, erläuterte er. Seit mehr als 30 Jahren kommt der Verein zur Ostertagung in einem Hotel in Dorfmark bei Bad Fallingbostel zusammen. "Da trifft sich keine Trachten- und Brauchtumsgruppe. Sie stehen in einer Tradition, die gefährlich für unsere Demokratie ist", warnte Schnare. Erst seit einigen Jahren regt sich Widerstand gegen die Treffen. Für diesen Freitag rufen Gewerkschafter sowie Vertreter von Parteien und antifaschistischen Gruppen zu einer Protestaktion auf.

Der 1951 gegründete Verein bezeichnet sich selbst als Weltanschauungsgemeinschaft. Er steht in der Tradition früherer Gruppierungen, die Mathilde Ludendorff und ihr Mann, Hitlers Putsch-Gefährte Erich Ludendorff (1865-1937), gegründet hatten. Mitgliederzahlen seien schwer zu schätzen, sagte Schnare. Der These, dass es sich um eine überalterte Gruppe handelt, widerspricht er jedoch: "Das sieht wie eine Nischenexistenz aus. Sie haben aber die Absicht zu wachsen und wollen mit ihren Schriften erzieherisch wirken." Zudem seien sie mit anderen Gruppen vernetzt. Das zeige sich in der Anwesenheit bekannter Vertreter der rechten Szene bei den Treffen.

"Das rechtsextreme Menschenbild ist mit dem Christentum nicht vereinbar", betonte der Weltanschauungsbeauftragte, der Ende vergangenen Jahres in der hannoverschen Landeskirche die Initiative "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" mit begründet hat. Für die niedersächsischen Kommunalwahlen im Spätsommer plant die Initiative nach seinen Worten Flugblätter, die über rechtsextreme Vertreter in den Kommunalparlamenten informieren: "Wie wollen darauf aufmerksam machen, wofür die stehen."

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

20.4.2011

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post