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„Wir wollen die Atarovs zurück“

19. Februar 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antirassismus | Asyl

Kaum gesetzliche Möglichkeiten für die Rückkehr nach Bomlitz

Auch nach mehr als zwei Jahren reißt der Rückhalt für die nach Armenien abgeschobene Bomlitzer Familie Atarov nicht ab: Bei einer Diskussionsveranstaltung, bei der sich auch die beiden Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD, Bild 2. v. li.) und Sven Kindler (Grüne, 2. v. re.) über das Schicksal der Familie informierten, überreichte Manfred Straub (li.) vom Atarov-Unterstützerkreis Flugblätter mit 1500 Unterschriften an Bürgermeister Michael Lebid. Mit diesen Unterschriften fordern die Freunde der Bomlitzer Familie die Rückkehr zumindest der Kinder, die hier sozialisiert wurden und für die Armenien ein völlig fremdes und gefährliches Land ist.

Bomlitz. Rund 100 Besucher, darunter viele junge Leute, hatten große Hoffnungen an die Veranstaltung zum Stand der Dinge im Fall Atarov geknüpft. Doch Kai Weber vom Flüchtlingsrat Niedersachsen hatte schlechte Nachrichten: Es gibt kaum gesetzliche Möglichkeiten, die Familie nach Deutschland zurück zu holen. Eigentlich wäre eine neue Gesetzgebungsinitiative zum bestehenden Aufenthaltsgesetz notwendig – eine schier unüberwindbare Hürde für den relativ kleinen Unterstützerkreis in Bomlitz, auch wenn die Aktiven um Manfred Straub bereits Großes geleistet haben.

Die Atarovs fallen durch die rechtlichen Maschen, weil sie in Deutschland keine Aufenthaltsgenehmigung hatten. Eine Gesetzesänderung für den Bereich Duldung, wie sie Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann schon einmal erfolglos angestoßen hatte, müsste her. Kai Weber kann keine besseren Nachrichten überbringen.

Letzte Hoffnungen liegen jetzt bei den Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) und Sven Kindler (Grüne). Sie wollen das Thema und vor allem den breiten Rückhalt der Familie Atarov aus Bomlitz mit nach Berlin nehmen und ihre Kontakte zum Landtag und auch zum Landkreis Soltau-Fallingbostel nutzen für weitere Gespräche. Auch Bürgermeister Michael Lebid signalisiert, dass der Rat der Gemeinde Bomlitz weiter hinter der Familie und dem Unterstützerkreis steht. Er will mit einem persönlichen Schreiben die 1500 Unterschriften weiterleiten, denn er findet: „Das sind Gesetze, die für uns alle beschämend sind.“

 

Quelle: Walsroder Zeitung Online 19.02.2010

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