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WZ-net.de 2.4.13 -- 2 Tage Proteste gegen Ludendorffer - fast abgebrochen!

2. April 2013 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Artikelserie "Ludendorffer"

Walsroder Zeitung online 2.4.13  wz-net.de

Lautstarke Proteste: Kein „Luden-Dorffmark“

An Ostern erneut Mahnwache, Straßensperren und Demonstration gegen das Treffen einer antisemitischen Gruppierung

Die „Ludendorffer“ kommen weiterhin in die Heide – und die Demonstranten auch: Die Osterfeiertage werden in Dorfmark seit Jahrzehnten überschattet vom Treffen des als rechtsextremistisch eingestuften „Bund der Gotterkenntnis“. In diesem Jahr hatte sich ein Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Antifa, Kirchenvertretern und Bürgern daher nicht nur mit der obligatorischen Mahnwache am Karfreitag zufriedengegeben, sondern am Sonnabend zusätzlich zu einer Demonstration in Dorfmark aufgerufen, an der laut Organisatoren am Ende rund 140 Menschen teilnahmen.

Dorfmark. Im „Deutschen Haus“ werden die Kameras hinter Grünpflanzen und Spitzengardinen versteckt gezückt, ein paar Meter weiter werden demonstrativ und weithin sichtbar Transparente an die Straßenabsperrung vor der Dorfmarker Gaststätte geknüpft. Der Demonstrationszug hat sein Ziel erreicht und hofft auf Reaktionen. Die fallen allerdings mäßig aus. Teilnehmer vom „Bund der Gotterkenntnis“ wagen sich kaum vor die Tür, wenn ja, hagelt es Pfiffe und Parolen. Die wenigen Passanten schwanken zwischen Kopfschütteln, weil seit zwei Tagen Straßenabsperrungen und Polizeipräsenz das Dorf beherrschen, und provozierenden Bemerkungen Richtung Demo.
„Kein Luden-Dorffmark“ steht auf den Schildern und Banern, „Rechtsextremismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ oder „Die einen morden, die anderen tagen“. Schon am Freitag hatten die gut 70 Teilnehmer der Mahnwache Transparente mit Aufschriften wie „Rechtsextremismus ist Gift für unser Land“ vor dem Hotel „Deutsches Haus“ hochgehalten.
Dabei wäre die Kundgebung am Sonnabend fast noch kurzfristig von den Organisatoren abgesagt worden. Der Landkreis hatte zur Auflage gemacht, die Namen der Ordner aus den Reihen der Demonstranten offiziell zu benennen. Laut ihrer Rechtsberatung jedoch zu unrecht, das sei nach dem niedersächsischen Versammlungsrecht nicht gerechtfertig, sagt der DGB-Kreisvorsitzende „Charly“ Braun. Die Behörde habe das nach seinen Informationen damit begründet, dass in vergangenen Jahren Demonstranten versucht hätten, in das Tagungshotel der Ludendorffer zu gelangen. Mit Blick auf die Teilnehmerzusammensetzung verzichtet Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, als Verantwortlicher vor Ort aber schließlich auf die Personendaten.
Viele Demonstranten, vor allem die, die nicht aus dem Umland extra zum Protest angereist sind, sondern sich seit Jahren gegen die Ludendorffer-Tagung engagieren, sind genervt von den immer neuen Auflagen für das Bündnis gegen Rechts. Auch, dass der Verfassungsschutz sich unter die Protestler mischt, ärgert viele. „Wer wird hier eigentlich geschützt? Müsste der Verfassungsschutz nicht eher im Deutschen Haus sein?“ Diese Fragen werden mehrfach gestellt, wohl auch nicht unberechtigt, denn aus mehreren Quellen wird gemeldet, dass am Vortag sogar eine bekannte Holocaust-Leugnerin in Dorfmark zu Gast gewesen sein soll. „Das hat schon einen ganz anderen Stellenwert“, räumt ein Polizeisprecher am Rande der Demonstration ein.
Mit Musik, Trommeln, Sprechchören draußen, Fotoapparaten auf beiden Seiten der Fensterscheiben und Kaffee und Kuchen drinnen geht auch der zweite Protesttag in diesem Jahr in Dorfmark zu Ende. Es wird nicht der letzte gewesen sein, die Ludendorff-Gegner gehen davon aus, dass die Zahl der Mitglieder im „Bund der Gotterkenntnis“ vierstellig ist. „Wir werden hier weitermachen, bis der Kreis zerschlagen ist“. Wie viele „Ludendorffer“ sich 2013 in den angeblich gut ausgebuchten Dorfmarker Unterkünften eingemietet haben, weiß allerdings keiner so genau. „Wir gehen von etwa 90 aus“, sagt Braun. „Viele reisen aber erst später an, damit sie nicht auf uns treffen.“
Artikel vom 02.04.2013

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