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wz-net.de 6.12.12 -- KZ-Tor in Lindwedel nachgebildet

7. Dezember 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - lokal

Walsroder Zeitung   wz-net.de  6.12.12

NS-Parolen in Lindwedel: Staatsschutz eingeschaltet

Anwohner „verziert“ seine Hofeinfahrt mit einer Nachbildung eines KZ-Tores und dem Todesdatum Hitlers

Grässliche Erinnerung: Das offenbar selbstangefertigte Schild an der Einfahrt zu einem Grundstück in Lindwedel erinnert stark an die KZ-Tore, durch die Millionen Menschen getrieben wurden, bevor sie das Hitler-Regime ermorderte.
Die Wohngegend ist beschaulich, die Häuser und Gärten gepflegt. Vielleicht auch deshalb muss man schon zwei Mal hinschauen, um wirklich zu glauben, was die eigenen Augen dort erfassen. „Hier wache ich“ steht auf einem Holzschild an der Grundstückspforte. Zwei, drei Schritte dahinter ist ein Holzgestell aufgebaut, das an ein Eingangstor erinnert. Daran sind drei Schilder aus Holz montiert, auf dem ersten steht „Arbeit“, auf dem zweiten „macht“ und auf dem dritten Schild „frei“ – „Arbeit macht frei“. Doch damit noch nicht genug: Ein weiteres Schild auf dem querliegenden Holzbalken trägt die Datumszeile 30.04.1945, flankiert von zwei christlichen Kreuzen. Es ist das vermutete Todesdatum von Adolf Hitler.
Lindwedel. Das Wohnviertel am Rande der Gemeinde Lindwedel kennt keinen Publikumsverkehr – wer nicht in diese Siedlung will, wird auch nicht versehentlich diese Hofeinfahrt passieren, die am Ende einer Sackgasse liegt. Wie lange das Schild dort schon steht, wissen vielleicht nur wenige Nachbarn – und der Besitzer. Was er wiederum mit diesem Schild zum Ausdruck bringen will, scheint unmissverständlich: Alles deutet auf eine Verherrlichung des Nazi-Holocausts hin.
„Arbeit macht frei“: In den Konzentrationslagern war die Toraufschrift eine zynische Umschreibung für den angeblichen Erziehungszweck der Lager, die in Wahrheit nach dem Prinzip der Vernichtung durch Arbeit angelegt waren. Wie ein Tor wirkt auch das Holzgestell in Lindwedel; die gleichzeitige Verbindung mit dem Todesdatum von Hitler lässt nur einen Schluss zu: Dort trägt allem Anschein nach ein Alt- oder Neonazi seine krude Überzeugung demonstrativ zur Schau.
„Es ist eine Anzeige bei uns eingegangen“, bestätigt Polizeisprecher Detlev Maske, dass jüngst ein Passant beim Anblick des Schildes aktiv geworden sei. Der Staatsschutz kümmert sich. Welche Strafbestände mit dem Aufstellen des Schildes verbunden sein könnten, dürfte die Staatsanwaltschaft prüfen: Volksverhetzung oder das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbolik kämen infrage.
(Mehr in der WZ-Print- und -e-Paper-Ausgabe vom 7. Dezember 2012)
Artikel vom 06.12.2012

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