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Zivilcourage als Lebenswerk

13. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Zivilcourage als Lebenswerk

„Meinungsfreiheit hat Grenzen – sie endet, wenn Hass und Menschenverachtung beginnen.“ Überall, wo Irmela Schramm aus Berlin geht und steht, beseitigt die couragierte Frau rechtsradikale Aufkleber und Schmierereien. Schon oft wurde sie von Neonazis beschimpft, bedroht oder sogar angegriffen, auch mit Ordnungskräften gibt es manchmal Probleme. Trotzdem lässt sie sich nicht einschüchtern.

Eberhard Greuel, Irmela Schramm und Schulleiterin Rotraud Becker (von links) zeigen sich, genau wie die Schüler, von der Ausstellung beeindruckt.


Stadthagen (par).
 Bevor sie Schmierereien entfernt, fotografiert sie diese. Aus ihren Aufzeichnungen und Bildern hat sie die Ausstellung „Hass vernichtet“ zusammengestellt, die jetzt in der Schule Am Schlosspark eröffnet wurde. Für ihre Arbeit wurde sie mit der Bundesverdienst-Medaille, dem Erich-Kästner-Preis und vielen weiteren Preisen ausgezeichnet.

Mit ihrer Ausstellung war sie bereits im Europaparlament in Brüssel und in vielen weiteren deutschen und europäischen Städten vertreten. Auf der Expo 2000 wurde sie im deutschen Pavillon in Form einer fünf Meter großen Gipsfigur, direkt neben Albert Einstein, geehrt, als Beispiel für das demokratische Deutschland. Ihre Ausstellung ist pausenlos in Deutschland unterwegs. Nur über persönlichen Kontakt konnte sie für Schaumburg gewonnen werden, wo sie in vier Schulen Workshops anbietet und in Zusammenarbeit mit den Schülern Plakate entwirft.

„Vor fast 25 Jahren habe ich damit angefangen. Mit Nichtstun kann nämlich nichts erreicht werden“, sagte sie. Fortan hat sie sporadisch damit begonnen, Hassschmierereien zu beseitigen und Neonaziplakate sowie Aufkleber zu entfernen. „Inzwischen sind es über 90.000.“

Sichtlich beeindruckt und berührt zeigten sich die anwesenden Schüler von der bewegenden Rede der 65-Jährigen. „Ich möchte mit diesem Projekt allen Mut machen, um sich für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen einzusetzen.“ Lobende Worte wurden ihr auch von Eberhard Greuel, Lehrer an der Schule Am Schlosspark, entgegengebracht. „Wir erschrecken uns über die Nazi-Hasspropaganda und bewundern die Zivilcourage, den Mut und die Ausdauer der Frau Schramm. Sie schaut hin, wo viele wegsehen.“

Er nahm die Veranstaltung gleichzeitig zum Anlass, um zu demonstrieren, dass den Neonazis in Bad Nenndorf und ganz Schaumburg eine breite Front der Demokraten gegenüberstehe.

Noch bis einschließlich 16. Juni ist die Ausstellung zu sehen, danach zieht sie weiter ins Schulzentrum Obernkirchen, in das Gymnasium Bad Nenndorf sowie in das Ratsgymnasium Stadthagen
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