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Zum nachdenken……………………….

11. Oktober 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Politik

Liebe Bundesregierung, sehr geehrte Frau Merkel,

          wen meinen Sie eigentlich, wenn Sie sagen, wir hätten
          jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt?
          Ich jedenfalls habe das nämlich ganz sicher nicht getan. Ich
          gebe nur das Geld aus, das ich habe. Ich zahle Steuern, bin
          gesetzlich krankenversichert und sorge privat für das Alter
          vor. Ich habe mich durch Ihre Abwrackprämie nicht dazu
          verlocken lassen, einen überflüssigen Neuwagen zu kaufen, ich
          bin kein Hotelier und kein Milchbauer. Und "Freibier für alle"
          habe ich auch noch nie verlangt.
          Wer war wirklich maßlos?
          Meinen Sie vielleicht die Arbeitslosen und Hartz IV-Bezieher,
          bei denen jetzt gekürzt werden soll? Meinen Sie die Zeit- und
          Leiharbeiter, die nicht wissen, wie lange sie ihren Job noch
          haben? Oder meinen Sie die Normalverdiener, denen immer
          weniger netto vom brutto übrigbleibt? Haben die etwa alle
          "über ihre Verhältnisse" gelebt?
          Nein, maßlos waren und sind ganz andere: Zum Beispiel die
          Banken, die erst mit hochriskanten Geschäften Kasse machen,
          dann Milliarden in den Sand setzen, sich vom Steuerzahler
          retten lassen und nun einfach weiterzocken als ob nichts
          gewesen wäre.
          Mehr Beispiele gefällig?
          Zum Beispiel ein beleidigter Bundespräsident, der es sich
          leisten kann Knall auf Fall seinen Posten einfach hinzuwerfen
          - sein Gehalt läuft ja bis zum Lebensende weiter, Dienstwagen,
          Büro und Sekretärin inklusive.
          Zum Beispiel die Politik, die unfassbare Schuldenberge
          aufhäuft und dann in Sonntagsreden über
          "Generationengerechtigkeit" schwadroniert. Die von
          millionenteuren Stadtschlössern träumt und zulässt, dass es in
          Schulen und Kindergärten reinregnet. Die in guten Zeiten Geld
          verpulvert und in der Krise dann den Gürtel plötzlich enger
          schnallen will, aber immer nur bei den anderen und nie bei
          sich selbst.
          Liebe Frau Bundeskanzlerin, nicht die Menschen, sondern der
          Staat hat dank Ihrer tätigen Mithilfe möglicherweise über
          seine Verhältnisse gelebt. Ganz sicher aber wird er unter
          seinen Möglichkeiten regiert.

          Mit - verhältnismäßig - freundlichen Grüßen,
          Ihr Stephan Ueberbach

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