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Posts mit #alternative medien tag

Ende eines selbstverwalteten Radios

25. Dezember 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

Ende eines selbstverwalteten Radios

 

Hubert Brieden

 

Radio Flora in Hannover, im Juni 1997 auf Sendung gegangen, mit 200 ehren­amtlichen Mitarbeitern und mehr als 600 Mitgliedern seines Trägervereins das größte Bürgerradio Niedersachsens, muß den Sendebetrieb Ende März 2009 ein­stellen. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt vergab die Lizenz jetzt an die 106,5 Rundfunkgesellschaft«. Mit dieser Entscheidung endete eine zweiein­halbjährige Kampagne der überwiegend aus Vertretern konservativer Verbände zusammengesetzten Landesmedienanstalt gegen das selbstverwaltete Radio.

Der erste Angriff kam im April 2006, als sich der für den Bürgerrundfunk zu­ständige Referent in der Landesmedienanstalt öffentlich gegen Radio Flora posi­tionierte. Im November 2006, wenige Monate bevor die Lizenz verlängert wer­den sollte, folgte der zweite Schlag: Mittels einer Telefonumfrage von Emnid, so ließ man die Presse wissen, sei festgestellt worden, daß Radio Flora zu wenig gehört werde. Befragt worden waren 500 deutschsprachige Festnetzkunden in ei­nigen ausgewählten Bereichen der Region Hannover. Fachleute wiesen darauf hin, daß derartige Telefonumfragen allein deshalb nicht mehr zu repräsentativen Ergebnissen führen, weil inzwischen bis zu 70 Prozent der Angerufenen jegliche Auskunft verweigern. Die Landesmedienanstalt focht das nicht an, sie forderte von Radio Flora Programm- und Strukturreformen, andernfalls sei die Lizenz gefährdet.

Ein Teil der Radiomacher glaubte diesem Druck nachgeben zu müssen. Bald hieß es, besonders das Tagesprogramm müsse »durchhörbarer« werden: die Wortbeiträge kürzer und die Musik gefälliger. Außerdem sollten die mutter­sprachlichen Programme auf weniger attraktive Sendeplätze verbannt werden. Die Widersprüche im Radio verschärften sich, denn andere Aktive, die sich dem Ziel der Freien Radios verpflichtet fühlten, nämlich denen eine Stimme zu ge­ben, die sonst nicht zu Wort kommen, wollten den neuen Kurs nicht mittragen. Schließlich wurde eine Programmreform verabschiedet, die - wie von den Kriti­kern befürchtet - zur Verflachung des Tagesprogramms führte.

Jetzt galt es, noch die geforderte Strukturreform durchzusetzen. Der Betrieb -so die Forderungen der Landesmedienanstalt - müsse »übersichtlicher«, Ent­scheidungsprozesse müßten verkürzt werden. In der Hoffnung, die Lizenz werde dann erhalten bleiben, war ein Teil der Radiomacher bereit, auch diese Vorgabe zu erfüllen. Auf Grund einer Indiskretion kam heraus, daß hinter den Kulissen bereits darüber diskutiert wurde, nicht nur die demokratische Verfaßtheit des Ra­dios, sondern auch die Eigenständigkeit der Redaktionen zur Disposition zu stel­len. Trotz aller Kompromißbereitschaft entschied die Landesmedienanstalt im März 2007, die Lizenz nicht zu verlängern, und erhöhte damit den Druck auf Radio Flora noch einmal, denn es mußte sich jetzt neu bewerben.

Doch auch in dieser Situation wurde die notwendige Zweidrittel-Mehrheit zur Änderung der Vereins- und Radio Strukturen in Richtung Chefradio verfehlt. Der Vorstand trat zurück. Die Nachfolger versuchten den Vorgaben der Medienan­stalt auf andere Weise Geltung zu verschaffen: Sie stellten einen Sendeleiter ein, der hauptsächlich in der Regenbogenpresse und im Kommerzfunk gearbeitet hatte. Sein Versuch, sich per Dienstanweisungen als Chefredakteur zu etablieren, mußte in einem Radio, das überwiegend von Ehrenamtlichen getragen wird, zwangsläufig scheitern. - und sogleich startete die Landesmedienanstalt den nächsten Coup.

Inzwischen waren zwei weitere Bewerber auf den Plan getreten: das »Lokal­radio Neustadt« und ein »Radio Team Niedersachsen«. Zwar verfugte das kleine »Radio Team« unter einem Chef, der früher bei der Bild-Zeitung, im Kommerz-flink und in der Werbewirtschaft gearbeitet hatte, über keine Erfahrungen im Bürgerfunk, erfreute sich dafür aber der Unterstützung namhafter Wirtschaftsun­ternehmen. Die Landesmedienanstalt lud die drei Bewerber zu Einigungsge­sprächen und unterbreitete im Mai 2008 einen ungewöhnlichen Vorschlag: Eine gemeinnützige Gesellschaft solle gegründet werden, in der die Kommerzfunker fünf Achtel der Anteile halten sollten, Radio Flora zwei und das Lokalradio Neustadt einen Anteil. Außerdem sollten die Leute aus der Werbebranche für das redaktionelle Programm und die Abteilung Wort verantwortlich sein. Obwohl sich Radio Flora damit inhaltlich und ökonomisch an diese Leute ausgeliefert hätte, ließ sich der Vorstand auf den Deal ein, der noch während der Sommerfe­rien 2008 realisiert werden sollte.

In dieser Situation entschlossen sich einige Redakteurinnen, an die Öffent­lichkeit zu gehen. Sie produzierten ein Radiofeature mit dem Titel »Die Kampa­gne - Beseitigung eines selbstverwalteten Rundfunkbetriebes in Hannover«, in­formierten die Presse über die Sendetermine und setzten eine unvorhersehbare Kettenreaktion in Gang. Sendeleitung und Vorstand, die den Inhalt des Features nicht kannten, reagierten kopflos: Die Ausstrahlung wurde während der laufen­den Sendung abgebrochen und stattdessen Musik eingespielt. Auf einem offenen Sendeplatz, auf den die Zensoren keinen Zugriff hatten, wurde der unerwünsch­te Beitrag am folgenden Tag übertragen.

In den Redaktionen war nun die offene Zensur etabliert. Aus dem ganzen Bundesgebiet hagelte es Proteste, andere Radios übernahmen das Feature in ihre Programme. Daraufhin zog sich das »Radio Team Niedersachsen« aus den Ver­handlungen zurück. Die klammheimliche Übernahme des hannoverschen Bür­gerradios durch den Kommerzfunk war gescheitert. Dennoch setzten die Moder­nisierer unbeirrt den von der Landesmedienanstalt vorgegebenen Kurs fort: Sie stellten Ausschlußanträge gegen die unbotmäßigen Kolleginnen und Kollegen. Diese Trennung sei, so mußten sie hören, die Voraussetzung für die Erteilung der Lizenz. Doch die Reformer scheiterten mit ihrem Anliegen, traten zurück, grün­deten einen neuen Verein und dienten sich den Kommerzfunkern an, die sich in­zwischen zusammen mit dem »Lokalradio Neustadt« und Sponsoren in einer ge­meinnützigen Gesellschaft zusammengeschlossen hatten, der »106,5 Rundfunk­gesellschaft«. Damit waren nur noch zwei Bewerber im Rennen.

Bei Flora war unterdessen ein neuer Vereinsvorstand gewählt worden, der diesmal alle Strömungen im Radio repräsentierte. In den folgenden Monaten zauberte die Landesmedienanstalt immer neue Bedingungen aus dem Hut, die Radio Flora noch zu erfüllen habe. Alle Auflagen wurden in kürzester Zeit abge­arbeitet. Darüber hinaus konnten über hundert neue Mitglieder gewonnen und Tausende von Unterstützerunterschriften gesammelt werden. Es nutzte aber alles nichts, die Lizenz ging an die Leute, die der Werbewirtschaft nahestehen. Offizi­elle Begründung der Landesmedienanstalt: Radio Flora fühle sich zu sehr dem Konzept der Freien Radios verpflichtet und berücksichtige unzureichend die Meinungen »aus dem wirtschaftlich-unternehmerischen Bereich«.

 

 

aus: Ossietzky, Zweiwochenzeitschrift für Politik, Kultur, Wirtschaft, 11. Jg, Nr. 24, v. 29.11.2008, S. 923-925

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Familie K - Thema: Praktikum

14. Dezember 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

      
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Kurzbeschreibung Ein Sprecher der Industrie- und Handelskammer hat sich vor kurzen deutlich dagegen ausgesprochen, Praktikanten durch schärfere Gesetze zu schützen. Abgelehnt wurden u.a. die Forderungen PraktikantInnen das Recht einzuräumen, eine angemessene Vergütung und entsprechende Sozialleistungen einklagen zu können, sollte das zu leistende Praktikum nicht den Charakter einer Weiter- oder Ausbildung haben, sondern eher dem Verrichten normaler Arbeiten dient.

Familie K. diskutiert in der heutigen Sendung über den Nutzen bzw. die Tücken eines Praktikums, unbezahlte Arbeit und über Schein und Sein der Generation Praktikum.
Art Interview
Sprache deutsch
Redaktionsbereich(e) Politik/Info, Arbeitswelt, Andere
Serie Familie K.: Work Stations
Produktionsdatum 13.12.2008
AutorInnen Familie K
Radio Radio Corax, Halle
Unterberg 11
06108 Halle
fon: 0345/4700745, fax: 0345/4700746
info(at)radiocorax.de
Länge 30:15 Minuten
Name/Grösse 20081213-familiek-25431.mp3 / 24821 kB
Dateiformat MPEG-1 Layer 3, 112 kbit/s, Stereo, (44100 kHz)
Datum 13.12.2008/14:48
Lizenz
Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.
Creative-Commons Lizenzvertrag
Script Kein Script vorhanden.
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CIVIS MEDIENPREIS 2009 - WETTBEWERB ERÖFFNET!

12. Dezember 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

CIVIS MEDIENPREIS 2009 - WETTBEWERB ERÖFFNET!

CIVIS - Europas Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt sucht ab sofort die besten Radio- und Fernsehprogramme zum Thema Integration und kulturelle Vielfalt! Ausgezeichnet werden Programmleistungen, die besonders geeignet sind, das friedliche Zusammenleben in der europäischen Einwanderungsgesellschaft zu fördern - ohne Konflikte zu leugnen. Mit dem "European Young CIVIS Media Prize" wird erneut ein europäischer Förderpreis für junge Journalistinnen und Journalisten sowie Studierende und Absolventen der Film- und Medienhochschulen ausgeschrieben. Der Europäische CIVIS Medienpreis 2009 ist mit insgesamt 41.000 Euro dotiert.
Einsendeschluss ist der 20. Januar 2009. Informationen zum europäischen Wettbewerb des CIVIS Medienpreis 2009 und zum "European Young CIVIS Media Prize" finden Sie unter: www.civismedia.eu, die aktuelle Pressemitteilung unter: http://www.civismedia.eu/tv/civis/01agenda12.phtml
Die Fernseh-Gala und Preisverleihung des Europäischen CIVIS Medienpreises 2009 wird am 7. Mai 2009, ab 18:00 Uhr, in Berlin stattfinden. Schirmherr ist der Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering.

CIVIS medien stiftung GmbH für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa
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Otto Brenner Preis für Andrea Röpke

10. Dezember 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

Otto Brenner Preis 2008 für Kritischen Journalismus verliehen

Berlin, 22. Oktober 2008


Otto Brenner Preis 2008 für Kritischen Journalismus verliehen

Jürgen Peters: „Aktuelle Erfahrung zeigt wie wichtig aufgeklärter, unabhängiger und unbequemer Journalismus ist.“

Berlin – Die Otto Brenner Stiftung, die Wissenschaftsstiftung der IG Metall, hat am Mittwoch in Berlin die diesjährigen Preisträger des Otto-Brenner-Preises für Kritischen Journalismus „Gründliche Recherchen statt bestellter Wahrheiten“ ausgezeichnet. Anita und Marian Blasberg erhalten für ihren Beitrag „Abschiebeflug FHE 6842“ erschienen in DIE ZEIT, Magazin Leben, den ersten Preis. In der Begründung der Jury heißt es: „Eine grandiose Recherche und Journalismus in seiner besten Form mit einer schlimmen Botschaft: Die falsche Flüchtlingspolitik führt geradewegs in die Unmenschlichkeit. Mit ihrer Reportage über eine dieser EU-weit organisierten Zwangsdeportationen bringen Anita und Marian Blasberg das Schicksal der Abgeschobenen und die Kälte der eingesetzten bürokratischen Maschinerie in fesselnder Dichte und präziser Sprache den Lesern ganz nah.“

Der zweite Preis ging an den WDR-Autor Jürgen Döschner für seine Hörfunksendung „Fire and forget – Krieg als Geschäft“ über die Rüstungsindustrie. In der Begründung der Jury heißt es: „Jürgen Döschner hat mit seiner Hörfunksendung ‚Fire and Forget’ ein exzellentes Radiofeature vorgelegt. Hier kommt alles Gute zusammen: kritische Themensetzung und tief gehende Recherche, analytischer Zugriff und eine faszinierende, radiofone Gestaltung. Ein spannendes Hörerlebnis voller Anschaulichkeit, das aus Sicht der Jury für politische Aufklärung von hohen Graden sorgt.“

Mit dem dritten Preis werden Steffen Judzikowksi und Hans Koberstein ausgezeichnet. Die Redakteure des ZDF-Magazins Frontal 21 zeigen in ihrer Dokumentation „Das Kartell – Deutschland im Griff der Energiekonzerne“, wie die vier großen Energiekonzerne den Energiemarkt in Deutschland beherrschen. „Die Fernseh-Dokumentation schildert in vorbildlicher Form die Strukturen des deutschen Energiekomplexes und stellt mutig die Profiteure bloß. Der meisterhaft komponierte und hervorragend recherchierte Film dokumentiert zugleich, dass es auch im Fernsehen möglich ist, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge anschaulich darzustellen“, heißt es in der Begründung der Jury.

In seiner Begrüßungsrede warf Jürgen Peters, Verwaltungsratsvorsitzender der Otto-Brenner-Stiftung, die Frage nach der Verantwortung der Medien in der Banken- und Börsenkrise auf. „Mit dem Finger auf die Bankenmanager zu zeigen, ist vollkommen richtig. Doch ist die Finanzkrise auch ein guter Grund für die übergroße Mehrheit der Wirtschaftsberichterstatter, in den Spiegel zu schauen und sich zu hinterfragen.“
Die aktuelle Erfahrung zeige, wie wichtig ein aufgeklärter, unabhängiger und unbequemer Journalismus für eine Gesellschaft. Dass dieser Anspruch eben nicht für Sonntagsreden tauge, sondern wahrhaft konstitutives Element der Demokratie sei. „Der Otto-Brenner-Preis atmet diesen Geist, er will den Journalisten, die sich diesem Anspruch stellen, eine Hilfe sein,“ sagte Peters.

Den Preis in der Kategorie „Spezial“ erhält Christian Bommarius von der Berliner Zeitung für seine Kommentare, Leitartikel und Meinungsbeiträge. „Die Jury würdigt einen Autor, der mit seinen Kommentaren und Leitartikeln die Grund- und Freiheitsrechte verteidigt – scharfsinnig, pointiert und wunderbar geschrieben. Der Leitartikel galt einst als Diamant des deutschen Journalismus. Bommarius bringt ihn wieder zum Glänzen. Er ist mit seinen Meinungsartikeln ein journalistischer Widerständler: Er leistet Widerstand gegen den Abbau des Rechtsstaats“, so die Bewertung der Jury.


Den Newcomer-/Medienprojektpreis bekommt die freie Journalistin

Andrea Röpke  für ihre Arbeiten zum Thema Rechtsextremismus. „Die Jury prämiert eine schwierige und akribische Rechercheleistung, sie würdigt die Hartnäckigkeit und den Mut der Autorin, die sich von Drohungen aus der Neonazi-Szene nicht hat abschrecken lassen. Andrea Röpkes Arbeit ist praktizierter Verfassungsschutz – journalistische Nothilfe für Demokratie und Grundrechte“, heißt es in der Begründung.


In Kooperation mit der Journalistenvereinigung „Netzwerk Recherche“ sind zusätzlich drei mit jeweils 5.000 Euro dotierte Recherche-Stipendien vergeben worden. Die geplanten Themen der geförderten Journalisten sind unter anderen „Kinderhandel in der Ukraine“ von Clemens Hoffmann und „Das Geschäft mit illegalen Einwanderern“ von Veronica Frenzel. Mit den Stipendien soll den Journalistinnen und Journalisten die Möglichkeit gegeben werden, frei von ökonomischen Zwängen und mit professioneller Begleitung ihre Projektthemen recherchieren zu können.

Die Preisträger wurden aus mehr als 500 Einsendungen ausgewählt. Insgesamt wurden zum vierten Mal sieben Auszeichnungen mit einem Preisgeld von insgesamt 45.000 Euro vergeben. Zu den Jury-Mitgliedern gehören Sonia Mikich (Monitor, WDR), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Dr. Volker Lilienthal (epd Medien), Dr. Thomas Leif (Netzwerk Recherche), Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) und Jürgen Peters (Verwaltungsratsvorsitzender der Otto-Brenner-Stiftung).

Hinweis: Weitere Informationen über die Preisverleihung am 22. Oktober 2008 finden Sie unter www.otto-brenner-stiftung.de.

Adresse:

Otto Brenner Stiftung
Wilhelm-Leuschner-Str. 79
60329 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 6693 - 2808
Fax: 069 / 6693 - 2786
Email: obs@igmetall.de

Weitere Infos: www.otto-brenner-preis.de

Download: Pressemitteilung vom 22. Oktober 2008 [PDF - 80 KB]
Link: Pressemeldung des epd vom 25. Oktober 2008

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Kino achteinhalb - Programm Dezember

7. Dezember 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

Liebes Publikum,
letztes Mal ging unsere Programmail über 3 Monate, die Idee kam wohl nicht bei allen gut an, daher jetzt wieder monatlich. Dennoch steht unser Programm bis Ende März fest, es steht auf unser Internetseite:
www.kino-achteinhalb.de

 
Generell möchte ich mir Folgendes anzumerken erlauben: Beim Kino achteinhalb geht es ausschließlich um inhaltliche Dinge, wir verfolgen u.a. ein programmatisches Konzept. Sprich würde unser Publikum z.B. nur noch Hollywoodproduktionen sehen wollen, dann würden wir diese Filme unter keinen Umständen zeigen sondern dann hätte sich das achteinhalb halt erledigt.
Wir betreiben einen grossen Aufwand bei der Programmauswahl, will sagen, wir richten uns nicht danach, welche Starschauspieler mitspielen, wie ein Film beworben wird, welchen Bekanntheitsgrad ein Film hat, wie die Zuschauerzahlen in anderen Kinos sind. Wir haben in unserem Programm immer wieder unbekannte Perlen, bei denen die wenigen Besucher, die dann im achteinhalb waren, sich ganz angetan äußerten und bedauerten, dass dieser Film so wenig Resonanz hatte. Wenn ich mit hochkarätigen Profis wie Sybille Mollzahn von der nordmedia, die die Kunstfilmreihe konzipiert, die auch das Kammerkino von der nordmedia abonniert hat oder mit Daniel Karg, der gewerblicher Programmgestalter ist spreche, kennen sogar sie einige unserer Filme nicht. Z.B. seit September waren bzw. sind das die Filme: Simon, AlleAlle, Die Frau und der Fremde, Tangos, Old Joy, Hölle Hamburg.

Wir haben diese bekannten da mit großem Aufwand beworbenen Filme aber teilweise benötigt, um mit den Eintrittsgeldern dieser Filme unbekanntere Filme mitzufinanzieren. Die Konkurrenz durch das Kammerkino und vor allem das Palasttheater ist bei diesen Filmen aber grösser geworden. Sprich wir kriegen einfach einige dieser Filme nicht mehr bzw. das Palast hat sich jetzt darauf kapriziert, zu linsen was wir spielen, um dann unsere Filme vorzuspielen.
Da es was das Palast und uns angeht mittlerweile diverse Gerüchte zu geben scheint, habe ich einen Brief von mir an eine Verleiherin auf unsere Internetseite gestellt, der die Angelegenheit aus unserer Sicht darstellt. Die Seite ist nicht verlinkt und nur über diese URL direkt erreichbar:
www.kino-achteinhalb.de/programm/Z
Wer also Interesse hat, bitte...


jeweils Freitag und Samstag um 20.30 Uhr:
 
5. und 6. Dezember
Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen
Drama
Belgien 2008
Kinostart: 9. Oktober 2008
109 Minuten
Regie/Buch/Produktion: Jean-Pierre Dardenne und Luc Dardenne
Lorna, eine junge Albanerin, ist eingewoben in ein Netz aus (illegalen) Geldströmen: Sie soll gegen Bezahlung einen Russen heiraten, um diesem die belgische Staatsbürgerschaft zu beschaffen, nachdem sie selbst zuvor den begehrten Pass durch die gekaufte Ehe mit dem Junkie Claudy gewonnen hat. Allerdings steht Claudy den Plänen von Lornas Boss Fabio im Weg: Eigentlich sollte der Junkie längst tot sein; stattdessen rafft er sich sogar zum Entzug auf und weckt in Lorna, bisher ein gut funktionierendes Rädchen im mafiösen Getriebe, unvorhergesehene Gefühle der Mitmenschlichkeit und moralischen Verantwortung. Als ihre Komplizen Claudy ermorden wollen, um das Geschäft mit dem Russen nicht zu gefährden, versucht Lorna zu intervenieren.
Cannes 2008: Bestes Drehbuch Luc Dardenne und Jean-Pierre Dardenne
LUX-Filmpreis des Europäischen Parlaments
Jury der Evangelischen Filmarbeit: Film des Monats Oktober 2008
 
 
12. und 13. Dezember
Ich habe den englischen König bedient
Literaturverfilmung
Tschechien 2006
Kinostart: 21. August 2008
118 Minuten
Regie/Buch: Jirí Menzel
Buchvorlage: Bohumil Hrabal "Ich habe den englischen König bedient"
In einer skurrilen Zeitreise, die von den 1920er- bis in die 1950er-Jahre führt, erzählt Jirí Menzel vom Aufstieg und Fall eines tschechischen Kellners. Die kleinwüchsige Hauptfigur erinnert sich dabei an die Zeit der ersten tschechischen Republik, der deutschen Besatzung und des Nachkriegs. Politische Umbrüche und heftige Amouren erhalten in seiner Rückblende ein ähnliches Gewicht, wobei es dem Film vorrangig um das Charakterbild eines um Anpassung bemühten und primär am eigenen Fortkommen interessierten Kleinbürgers geht. Dabei nähert sich Menzel seinem Helden eher zärtlich als mit dem Gestus der Abrechnung, bevorzugt weiche Töne und sinnliche Bilder und jongliert lustvoll mit der Filmgeschichte. Der schöne, vielleicht etwas altväterliche Abschluss eines meisterlichen Lebenswerks.
Berlinale 2007: Filmpreise der internationalen Filmkritiker- und Filmjournalisten-Vereinigung FIPRESCI
 
 
19. und 20. Dezember
Tage und Wolken
Italien 2007
Kinostart 9. Oktober 2008
115 Minuten
Regie/Buch: Silvio Soldini (Brot und Tulpen)
Der Mitinhaber einer Firma in Genua wird von seinen Partnern aus dem Job gedrängt, wodurch er und seine Ehefrau finanziell in solche Nöte geraten, dass sie ihre luxuriöse Wohnung verkaufen und in die Vorstadt ziehen müssen. Während es der Frau bald gelingt, auf die veränderten Lebensumstände zu reagieren, verliert der Ex-Manager zwischen Wut und Selbstmitleid zunehmend die Orientierung. Präzise beobachtetes Sozialdrama, das den Folgen sozialer Deklassierung in feinen Nuancen nachspürt, ohne fatalistisch zu sein
 
 
26. und 27. Dezember
Couscous mit Fisch
Frankreich 2007
Kinostart: 4. September 2008
151 Minuten
Regie/Buch: Abdel Kechiche
Sinnlicher Einblick in das Leben einer entzweiten franko-arabischen Familie, die in der dritten Generation in Südfrankreich lebt, wobei sowohl Vorurteile gegen die so genannten "beurs" als auch die Mythen der Emigranten unterlaufen werden. Im Mittelpunkt steht das ehemalige 60-jährige Oberhaupt, das mit einer anderen Frau und deren Tochter zusammenlebt. Als er entlassen wird, ermutigt diese ihn, ein Restaurant zu eröffnen. Ein ebenso unterhaltsamer wie intellektueller Film, der sein Sujet realistisch, aber mit spürbarer Zuneigung angeht.
César 2008 für den besten Film
Venedig 2007: Großer Preis der Jury: Abdel Kechiche
Marcello-Mastroianni-Preis" für die beste schauspielerische Nachwuchsleistung: Hafsia Herzi
 
 
2. und 3. Januar 2009
Old Joy
USA 2006
Kinostart: 23. Oktober 2008
76 Minuten
Regie/Buch/Schnitt: Kelly Reichardt
OmU, Englisch mit deutschen Untertiteln

Zwei alte Freunde, die vor Jahren in einer Wohngemeinschaft lebten, verabreden sich zu einem Wanderausflug, um eine tief im Wald gelegene heiße Quelle zu finden. Doch schon kurz nach dem Wiedersehen wird deutlich, dass sich beide auseinander gelebt haben und nur noch wenig miteinander anzufangen wissen. Die wortkarge Spannung löst sich, als sie am überwältigenden Ziel ihrer Wanderung angekommen sind. Ein minimalistisch inszenierter Film, der die Entfremdung der Protagonisten auf kontemplative Weise erfahrbar macht und durch Auslassungen und kluge Zurückhaltung mit stiller Schönheit beglückt.
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Radio Flora

23. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

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Flora Button

13. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

Bitte meldet euch welche am besten gefallen
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bfr-rundbrief - Protest gegen Flora Entscheidung

11. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

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BFR protestiert geg. NLM-Entscheidung gegen radio flora

11. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

Bundesverband Freier Radios
BFR - c/o RUM - Rudolf-Bultmann-Str. 2b - 35039 Marburg
Marburg, den 7.11.08

An
Niedersächsische Landesmedienanstalt
Versammlung
Seelhorststraße 18
30175 Hannover


Lizenzvergabe für Bürgerradio-Frequenz 106,5 in Hannover

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Bundesverband Freier Radios (BFR) protestiert gegen die Entscheidung
der NLM, dem Hannoveraner Freien Radio Radio Flora eine weitere
Sendelizenz nach dem 31.03.2009 zu verweigern.

Unter dem Vorwand mangelnder Akzeptanz des Programms wird ein
selbstorganisierter, zugangsoffener und demokratisch strukturierter
Programmveranstalter vom Äther genommen.
Stattdessen dokumentiert die Entscheidung der NLM, die Sendelizenz einer
„106,5 Rundfunkgesellschaft gGmbH“ zu erteilen, dass im
niedersächsischen Modell des Bürgerfunks gesellschaftskritische Stimmen
und offener Zugang für gesellschaftlich Benachteiligte, souveräner
Medienzugang für Minderheiten und Subkulturen nicht erwünscht sind.

Kriterien wie "professionell" und "reformorientiert", mit denen die
NLM-Versammlung ihre Entscheidung begründet, bilden keine Basis für
zugangsoffenen kritischen Gesellschaftsfunk.
Nicht zuletzt bedeutet die Entscheidung der NLM auch den Verlust
medialer Ausdrucks- und Kommunkationsmöglichkeiten für zahlreiche
HannoveranerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache.

Radio Flora hat über viele Jahre bewiesen, welche Programmvielfalt und
-qualität mit begrenzten Ressourcen zu leisten ist. Diese Leistungen
wurden im übrigen auch von VertreterInnen der NLM immer wieder anerkannt.
Dass für die Sendetätigkeit von Radio Flora ein gesellschaftliches
Bedürfnis in Hannover vorhanden ist, beweisen nicht nur 5.500 gesammelte
Unterschriften und über 140 neue Vereinsmitglieder.

Es ist uns nicht nachvollziehbar, wie die NLM zu dem Ergebnis kommen
konnte, dass der Mitbewerber demgegenüber "die größere Vielfalt der
Meinungen im Programm" gewährleisten könne.

Wir protestieren scharf gegen die Verfahrensweise der NLM und fordern
eine Revision der Lizenzentscheidung.

Radio Flora ist Gründungsmitglied des BFR und war 1994 Ausrichter des
ersten BFR-Kongresses, auf dem der Bundesverband Freier Radios seine
Charta beschloss. In dieser Charta fordert der BFR: "Jedes Freie Radio
hat das Recht auf eine eigene lokale Frequenz".
In diesem Sinne unterstützen wir Radio Flora in seinem Bestreben, auch
nach dem 31.03.2009 ein freies, nichtkommerzielles, zugangsoffenes und
gesellschaftskritisches  Radioprogramm zu gestalten.

mit freundlichen Grüßen

Steffen Käthner (BFR-Vorstand)
--
Bundesverband Freier Radios (BFR)
c/o
Radio Unerhört Marburg e.V. - 90,1 MHz
++++ radio für alle +++++ nix für jeden

Rudolf-Bultmann-Str. 2b
D-35039 Marburg

Tel: ++49-(0)6421-683265
Fax: ++49-(0)6421-961995
www.freie-radios.de
bfr@freie-radios.de
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Auch "radio multikulti" soll von Amts wegen abgeschaltet werden

11. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #alternative Medien

Auch "radio multikulti" soll von Amts wegen abgeschaltet werden

Ein Hallo an alle,

ich habe die gefallene Entscheidung gegen radio flora auch mit sehr großem Bedauern zur Kenntnis genommen.
Neben Flora höre ich auch regelmäßig Radio Multikulti vom RBB.
Ich weiß nicht ob ihr diesen Sender kennt und wisst was dort passiert. Er soll auch aus "Einspar-Gründen" zum Jahresende
eingestampft werden. Es ist genau so deprimierend, weil es ein super Sender ist.
Dort gab es eine Unterschriftensammlung   gegen die  Abschaltung (31000 Unterschriften),  aber das interessiert  dort  auch niemanden.
Ihr könnt ja mal rein hören, so lange es den Sender noch gibt.

*http://www.multikulti.de/live_hoeren/live_hoeren.html

Hallo radio flora: ihr habt euch gerade in der letzten Zeit spürbar viel Mühe gegeben, schade.

Alles Gute, viele Grüße von A.
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