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Posts mit #antisemitismus tag

Die Opfer von Tröbitz/Brandenburg

12. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus

Der "Verlorene Transport":
Die Opfer von Tröbitz/Brandenburg

Von Heide Kramer, Hannover

Die Schwestern Hannah Pick-Goslar und Rachel Mozes-Goslar besuchen am 14. Mai 2003 die Gesamtschule Uebigau, die Gedenkstätte Langennaundorf sowie die Gemeinden Tröbitz (Jüdischer Friedhof) und Schilda in Brandenburg/Elbe-Elster-Kreis.

Geschichtliches

Anfang April 1945 schickten die Nazis von Bergen-Belsen drei Züge mit jeweils 2500 Häftlingen zur Vernichtung nach Theresienstadt. Der letzte dieser drei Züge verließ Bergen-Belsen am 10. April 1945. Bedingt durch die vorrückende Front irrte der Todeszug mit den aus mehr als zwölf Nationen stammenden jüdischen Häftlingen dreizehn Tage ziellos durch Deutschland. Die Fahrt endete bei Tröbitz, einem Dorf in Brandenburg. Hier befreite am 23. April 1945 die Rote Armee über 2000 todkranke erschöpfte Menschen aus den Viehwaggons. Eine Vielzahl von Häftlingen erlebte diesen Augenblick nicht mehr, sie waren bereits während der Fahrt hauptsächlich an Flecktyphus gestorben. Die Toten aus dem Zug wurden in Massengräbern im Umkreis der Gemeinden Tröbitz und Schilda beigesetzt, so unter anderem an den Bahnkilometern 101,6 bei Langennaundorf und 106,7 in der Gemarkung Wildgrube.(1)


Das Massengrab am Bahnkilometer 106,7 in der
Gemarkung Wildgrube. Foto: Mit freundlicher
Genehmigung von ©Frau Erika Arlt,
Tröbitz/Brandenburg (Elbe-Elster)

Die meisten der Überlebenden hatten in den verlassenen Häusern der nahe gelegenen Dörfer Tröbitz und Schilda eine provisorische Unterkunft gefunden. Der Todeszug aus Bergen-Belsen ist als "Zug der Verlorenen" oder auch als der "Verlorene Transport" in die Geschichtsschreibung eingegangen.(2)

Hannah Elisabeth und Rachel Gabriele Goslar im "Verlorenen Transport"

Ruth und Hans Goslar flohen 1933 mit ihrer fünfjährigen Tochter Hannah Elisabeth aus Berlin in die Niederlande nach Amsterdam. Hans Goslar war bis 1933 Ministerialrat und Pressechef im Preußischen Innenministerium Berlin. Er galt als journalistische Größe der Weimarer Zeit. Am 25. Oktober 1940 kam in Amsterdam die zweite Tochter Rachel Gabriele zur Welt. 1942 starb Ruth Goslar während der Geburt des dritten Kindes. Es blieb nicht am Leben.

> Geschichte der Familie Goslar
> Mehr zur Geschichte der Familie Goslar

1943 kam Hans Goslar mit seinen Töchtern und den Schwiegereltern durch eine Großrazzia der Deutschen von Amsterdam zunächst in das Durchgangslager Westerbork (wo die Schwiegereltern starben) und danach in das deutsche Konzentrationslager Bergen-Belsen. Hans Goslar starb hier am 25. Februar 1945. Völlig allein auf sich gestellt mussten auch die fünfzehnjährige Hannah und ihre vierjährige Schwester Rachel Gabriele am 10. April 1945 ab Bergen-Belsen in Waggons die Todesfahrt nach Theresienstadt antreten. Mit Tausenden von Häftlingen erlebten die Mädchen nach dreizehn qualvollen Reisetagen am 23. April 1945 die Befreiung durch die Rote Armee bei Tröbitz in Brandenburg. Die schwerkranken, halb verhungerten Kinder fanden im verlassenen unversehrten Haus des Bürgermeisters der benachbarten Gemeinde Schilda für einige Wochen Obdach. Hannah bemerkte in einem Zimmer des Hauses eine hellgrüne mit Hakenkreuzen gemusterte Tapete. Offensichtlich hatte hier ein junges Mädchen ihres Alters gelebt. Eine für Hannah schockierende Wahrnehmung, die ihr unvergesslich bleiben sollte.

Mai 2003: Besuch der Schwestern Hannah Pick-Goslar und Rachel Mozes-Goslar in Tröbitz und Schilda

Im Mai 2003 wurde Hannah Pick-Goslar erneut mit ihrer Schwester Rachel Mozes-Goslar von der Regionalen Arbeitsstelle für Ausländerfragen (RAA) in Strausberg /Brandenburg eingeladen. Die Spurensuche sollte diesmal in Tröbitz erfolgen. Das Haus in Schilda, das ihr und ihrer Schwester nach der Befreiung aus dem Zug im April 1945 Obdach bot, war Frau Pick nicht aus dem Sinn gegangen. Ende der neunziger Jahre hatte sie bereits während eines anderen Aufenthaltes bei der RAA Strausberg die Gemeinden Tröbitz und Schilda sowie das dortige ehemalige Bürgermeisterhaus aufgesucht. In Tröbitz lernte sie Frau Erika Arlt kennen, der es gelang, in Schilda die von Frau Pick erwünschte Begegnung mit der hier verbliebenen Bürgermeistertochter (Frau H.) zu ermöglichen. Im Mai 2003 wollte Hannah nun ihrer Schwester Rachel die authentischen Orte zeigen, inbegriffen das ehemalige Bürgermeisterhaus in Schilda.

Rachel jedoch erinnert sich nicht mehr an das damalige Geschehen.

Ich begegnete Frau Erika Arlt im August 2000 während einer Gedenkstättenreise nach Tröbitz und Torgau, und wir hielten den Kontakt aufrecht. Gern folgte ich nun im Mai 2003 ihrer freundschaftlichen Einladung, schon einen Tag früher in Tröbitz anzureisen und in ihrem Haus Quartier zu nehmen, denn wir wollten uns mit den Schwestern Goslar treffen.

Erika Arlt

geboren am 30. März 1926. Sie stammt aus Halle/Saale und lebt seit den fünfziger Jahren in Tröbitz. Mit ihrem Ende der neunziger Jahre verstorbenen Ehemann und ehemaligen KZ-Häftling Richard Arlt setzte sie sich jahrzehntelang intensiv dafür ein, das Schicksal der Opfer vom "Verlorenen Zug" nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und die Erinnerung wach zu halten. Dem selbstlosen Engagement von Frau Arlt ist es zu verdanken, dass sich immer wieder Angehörige der Verstorbenen und Überlebende vom Todestransport an sie wenden. Die Menschen reisen aus aller Welt an, um Erika Arlt in Tröbitz zu kontaktieren. Sie besucht mit ihnen gemeinsam die Familiengräber auf dem Jüdischen Friedhof und die Gedenkstätten in der Umgebung. Schon oft bot die uneigennützige Frau Arlt den Weitgereisten großzügig Gastfreundschaft. Innerhalb vieler Jahre hat sie Schicksale von Betroffenen aus dem Todeszug erforscht und aufgeschrieben. Mitte der neunziger Jahre publizierte sie eine informative Schrift (siehe Hinweis unten).

Am 2. Juni 1997 erhielt Frau Erika Arlt durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Im Namen des Bundespräsidenten übergab ihr der Landrat des Landkreises Elbe-Elster am 25. August 1997 diese Auszeichnung.

Hannah Pick-Goslar und Rachel Mozes-Goslar in der Gesamtschule Uebigau/Elbe-Elster Brandenburg

Am 14. Mai 2003 traf ich mit Erika Arlt in der Gesamtschule der Stadt Uebigau (bei Falkenberg/Elbe-Elster) ein. Hannah Pick und Rachel Mozes wurden in der Schule voller Spannung erwartet. Die Schule hatte sich sehr einfühlsam und gut organisiert auf die Veranstaltung vorbereitet, das Lehrerkollegium zeigte sich seinen Gästen gegenüber offen. Alle wollten die Leidensgeschichte der Schwestern hören, die 1945 nach der qualvollen Fahrt im Todeszug bei Tröbitz in Brandenburg endete. Eine kommunikative junge Lehrerin nahm sich unserer an. Hannah und Rachel trafen gegen 10.00 Uhr in Begleitung zweier Vertreter der RAA Strausberg ein. Aber auch anwesende Vertreter der Stadt Uebigau und der Gemeinde Tröbitz würdigten die Schwestern.

Rachel hatte sich zurückgezogen, um sich auf ihren ersten eigenen Vortrag vorzubereiten. Sie begrüßte schließlich im Klassenzimmer die Schülerinnen und Schüler und die weiteren Anwesenden mit "Shalom".


Rachel Mozes hält ihren Vortrag. Foto: ©Heide Kramer, Hannover, Mai 2003

Ihr Beitrag richtete sich auf die Gegenwart. Charismatisch stellte sie den Zuhörern die facettenreichen jüdischen Lebenswelten vor, erzählte von den Eigenarten, Gewohnheiten, Begebenheiten, aber auch der Trauer in ihrem Land. Sie bezog die Jugendlichen praxisnah ein. Schließlich lehrte sie uns ein hebräisches Lied. Ich wünschte mir, dass die anwesenden Schülerinnen und Schüler diese soeben durch Rachel erworbene wertvolle Erfahrung für sich verinnerlichen würden.

Am Ende war es spürbar, wie schwer es für die anwesenden Jugendlichen gewesen sein musste, das Geschehen nachzuvollziehen und diese soeben erlebte Konfrontation zu verkraften.


Die Schwestern Hannah Pick-Goslar und
Rachel Mozes-Goslar nach der
Schulveranstaltung in Uebigau.
Foto: ©Heide Kramer, Hannover, Mai 2003

Die Gedenkstätte Langennaundorf

Nach der Schulveranstaltung fuhren wir zur Gedenkstätte Langennaundorf. Unser Besucher- und Teilnehmerkreis hatte sich inzwischen vergrößert: Unter anderem war Zivilpolizei zum Schutz der Gäste angereist. Die drei Kriminalbeamten zeigten sich am Thema sowie am Engagement von Frau Arlt interessiert und äußerten motiviert ihre Absicht, ihren Wissensstand durch Vortragsreihen bei der RAA Strausberg zum Thema "Faschismus" zu erweitern.

Beim Kilometerstein 101,6

Die Gedenkstätte Langennaundorf liegt im Wald und unmittelbar am Bahndamm der Kilometerstein 101,6. Der Todeszug war hier am 20. April 1945 stehen geblieben, da die durch einen Luftangriff zerstörte Eisenbahnbrücke die Weiterfahrt verhinderte. An diesem Bahnkilometer 101,6 wurden die Toten aus dem Zug in einem Massengrab beigesetzt.

Am 23. April 1989 ist die Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Faschismus eingeweiht worden.

Auf einem großen Naturstein ist zu lesen:

In ehrendem Gedenken
Den jüdischen Opfern
Des Faschismus
22. April 1945


Gedenkstätte Langennaundorf. Von rechts: Erika Arlt, Dr. M. D.,
Hannah Pick-Goslar, Rachel Mozes-Goslar. Foto: ©Heide Kramer,
Hannover, Mai 2003

Der Jüdische Friedhof in Tröbitz

Andere Verstorbene aus dem Verlorenen Zug fanden im April 1945 auf einem eingerichteten jüdischen Friedhof in Tröbitz ihre letzte Ruhe. Der jüdische Friedhof wurde 1966, also zuzeiten der Deutschen Demokratischen Republik, zur Mahn- und Gedenkstätte bzw. zum jüdischen Ehrenfriedhof erklärt und eingeweiht.

Auf einem Gedenkstein steht:

Zum Gedächtnis an die jüdischen Männer und Frauen,
die noch 1945 in Tröbitz dem mörderischen Faschismus erlagen,
wurde dieser Stein als Mahnung für die Lebenden gesetzt.

Zwei Davidssterne kennzeichnen das Eingangstor zum Friedhof in Tröbitz.

Hannah und Rachel betrachteten aufmerksam die Grabreihen und suchten nach bekannten Namen aus dem Todeszug. So fanden sie das Grab von Mickel Abrahams, dem Sohn der Familie Abrahams, Jahrgang 1927. Er war unmittelbar nach der Befreiung durch die Rote Armee im April 1945 gestorben. Die Familie Abrahams nahm sich bereits in Bergen-Belsen der Schwestern Goslar an und blieb auch während der Fahrt im Waggon mit ihnen zusammen. So kümmerten sie sich besonders um die kleine Rachel, indem sie das kranke Kind mit eigenen Milchrationen versorgte.

Die Suche nach eingemeißelten (bekannten) Namen an der Gedenkwand am Ende des Friedhofsterrains erwies sich jedoch als erfolglos.


Vor dem Jüdischen Friedhof in Tröbitz. Von rechts: Erika Arlt, Dr. M. D., Hannah Pick, Heide Kramer, Rachel Mozes. Foto: Simone L., Gesamtschule Uebigau, Mai 2003

Das Bürgermeisterhaus in Schilda und die Begegnung mit der Bürgermeistertochter Frau H.

Unsere letzte Station war Schilda. Diese Nachbargemeinde von Tröbitz wurde im April 1945 zum Zufluchtsort der Schwestern Goslar. Nun stand unsere Gruppe vor dem ehemaligen Bürgermeisterhaus, über das wir schon so viel gelesen und gehört hatten. Frau Arlt klingelte zunächst vergeblich, doch dann öffnete Frau H. Ein Vertreter der damaligen RAA Strausberg erklärte die Situation und bat Frau H. höflich um Einlass für die Schwestern Goslar, die sich gern die Räumlichkeiten anschauen würden. Frau H. ließ die Schwestern nur zögernd das Grundstück betreten. Sie wurden über einen Hof in das Haus geführt. Hannah legte Wert darauf, ihrer Schwester Rachel unter anderem das besagte "Hakenkreuztapetenzimmer" zu zeigen. Doch mit diesem Wunsch wies Frau H. die Schwestern entschieden ab. Ich spürte, dass beiden das "Damals" in diesem Augenblick sehr gegenwärtig wurde.

Frau H. erzählte, sie sei im April 1945 gerade in Stendal gewesen, und ihr Vater habe im April 1945 nicht mehr als Bürgermeister amtiert. Er wurde kurz vor dem Zusammenbruch noch eingezogen und kehrte nicht zurück.


Hannah und Rachel verlassen das Haus.
Foto: ©Heide Kramer, Hannover, Mai 2003

Am Ende der Konfrontation mit der Bürgermeistertochter Frau H. fühlte jeder im Teilnehmerkreis eine große Anspannung von sich abfallen. Bald darauf wurden in einer Tröbitzer Gaststätte die gemeinsam durchlebten und schwer wiegenden Eindrücke dieses Tages ausgetauscht, und allmählich stand die Heimfahrt an. Wir trennten uns freundschaftlich.

Erlebt und aufgezeichnet von ©Heide Kramer, Hannover, im Mai 2003.
Fotos: ©Erika Arlt, Tröbitz/Brandenburg und ©Heide Kramer, Hannover/Niedersachsen, Mai 2003.

Literaturhinweise:

©Erika Arlt: "Die jüdischen Gedenkstätten Tröbitz, Wildgrube, Langennaundorf und Schilda im Landkreis Elbe-Elster"; Herausgeber: Landkreis Elbe-Elster, Kulturamt, 04916 Herzberg, Grochwitzer Str. 20.

©Alison Leslie Gold: "Erinnerungen an Anne Frank - Nachdenken über eine Kinderfreundschaft", Ravensburger Buchverlag.

(1) und (2) ©) Erika Arlt: "Die jüdischen Gedenkstätten Tröbitz, Wildgrube, Langennaundorf und Schilda im Landkreis Elbe-Elster".

Auch bei HAGALIL publiziert im Oktober 2008.

Aktualisiert: Oktober 2008
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Gegen das Vergessen

11. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus





Quelle: Walsroder Zeitung 11.11.2008 Printausgabe
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Verantwortlich für das Jetzt

11. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus


 

Verantwortlich für das Jetzt

Mahn- und Gedenkfeier am Jüdischen Friedhof in Walsrode

Für die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Walsrode ist Felix Nussbaum nicht irgendein Maler gewesen, der wegen seiner jüdischen Abstammung 1944 in Auschwitz umgebracht wurde. Felix Nussbaum ist der Namensgeber ihrer Schule – der Felix-Nussbaum-Schule Walsrode. Deshalb und noch aus vielen anderen Gründen gestalten sie jedes Jahr zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938 an der Mauer des jüdischen Friedhofs an der Hannoverschen Straße eine Gedenkfeier.

Walsrode. In der Nacht von Sonntag auf Montag jährte sich die Progromnacht zum 70. Mal. Sie galt damals als Auftakt der organisierten Judenverfolgung in Deutschland – eine Art Generalprobe für das, was an systematischer Verfolgung und Ermordung folgen sollte. Schauderhaft und beschämend das Ergebnis: Sowohl die Generalprobe gelang – Hunderte von Synagogen, jüdischen Geschäften und Häusern gingen in Flammen auf – als auch die Massenvernichtung der Juden wurde in deutscher Perfektion und Gründlichkeit vollzogen. Millionen von Juden wurden in deutschen und polnischen Konzentrationslagern ermordet. Die Schuld dafür tragen nicht mehr die heute lebenden Generationen. Aber sie sind verantwortlich – verantwortlich dafür, die Erinnerung an die Greueltaten ihrer Vorfahren wach zu halten. Damit nie wieder in Deutschland Menschen aufgrund ihrer Religion, Hautfarbe, Herkunft oder Nationalität verfolgt, verletzt, diskriminiert, ausgegrenzt, misshandelt oder sogar ermordet werden. Deshalb galt die Mahn- und Gedenkfeier nicht nur den ermordeten Juden, sondern auch „allen Opfern von Terror, Gewalt, den Verfolgten, Gequälten und Ermordeten“, wie Schülerinnen und Schüler betonten. „Auch nach 70 Jahren dürfen wir nicht vergessen. Es gibt zu viele, die gleichgültig dem Treiben Radikaler zusehen. Wir sind für das Jetzt verantwortlich und müssen wachsam sein. Unterdrückung und Gewalt dürfen keinen Raum bei uns finden.“ Schulleiter Rüdiger Strack und der stellvertretende Bürgermeister Karl-Heinrich Hofius legten an der Mauer des Friedhofs Kränze nieder.

Quelle: Walsroder Zeitung 11.11.2008Onlineausgabe

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Antisemitismus in Deutschland nimmt stark zu

5. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus

Kriminalitätsstatistik

Antisemitismus in Deutschland nimmt stark zu

(7)
4. November 2008, 14:17 Uhr

Siebzig Jahre nach der Reichspogromnacht ist Deutschland nach wie vor ein Hort des Antisemitismus: In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres gab es bundesweit fast 800 antisemitische und 14.000 rechtsextreme Straftaten. Jetzt will der Bundestag einen Beschluss zum Antisemitismus fassen.

Jüdischer Kindergarten mit Hakenkreuzen besprüht
Foto: dpa

SS-Runen als antisemitische Schmierereien an der Rückseite des jüdischen Kindergartens Gan Israel in Berlin-Charlottenburg

Antisemitische Kriminalität bleibt in Deutschland ein gravierendes Problem. Nahezu 800 einschlägige Straftaten hat die Polizei von Januar bis September bundesweit festgestellt. Das ist der aktuellen Antwort der Bundesregierung auf Anfragen pro Quartal von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) und ihrer Fraktion zu entnehmen.

Das Scheiben liegt dem Tagesspiegel vor. So meldete die Regierung für das dritte Quartal 267 Delikte, im zweiten Quartal waren es 266 und im ersten 264. Einziger Lichtblick: Die Teilmenge der in der Gesamtzahl von Januar bis September enthaltenen Gewaltdelikte ist mit 21 eher gering. Allerdings wurden 27 Personen bei antijüdischen Angriffen verletzt.

Insgesamt 471 Tatverdächtige konnte die Polizei ermitteln, doch nur vier wurden festgenommen - und Haftbefehle gab es keinen einzigen. Die antisemitischen Delikte ordnet die Polizei der rechten Kriminalität zu. Hier ergibt sich in der Summe nach neuen Angaben der Regierung, ebenfalls auf Anfragen von Pau und Linksfraktion, dass von Januar bis September mindestens 14.193 rechte Delikte, darunter 782 Gewalttaten, festgestellt wurden.

Die Angaben liegen dem Tagesspiegel ebenfalls vor. 634 Menschen wurden bei Angriffen von Rechtsextremisten verletzt. Die Polizei ermittelte 5720 Tatverdächtige, davon wurden 210 vorläufig festgenommen und 15 in Untersuchungshaft gesteckt. Alle Zahlen sind vorläufig und werden vermutlich aufgrund von Nachmeldungen der Polizei noch steigen.

 

Bundestag will Beschluss zu Antisemitismus fassen

 

Die Fraktionen im Bundestag verständigten sich auf ein gemeinsames Vorgehen zur Verabschiedung einer Erklärung gegen Antisemitismus.

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion, Dagmar Enkelmann, sagte in Berlin, ihre Fraktion wolle den Antrag, auf den sich Union, SPD, FDP und Grüne am Montag geeinigt hatten, wortgleich als eigenen Antrag einbringen. Damit wird ein gemeinsamer Beschluss der Erklärung möglich, die der Bundestag anlässlich des 70. Jahrestages der Pogromnacht von 1938 fassen will.

Das Vorgehen war der Linksfraktion von den Grünen und der FDP vorgeschlagen worden, nachdem sich die Union strikt geweigert hatte, den Antrag gemeinsam mit den Linken einzubringen. Enkelmann sagte, der Ausschluss und das Hin und Her der letzten Tage bleibe „ärgerlich“. Dennoch sei es "dem Anliegen angemessen", wenn nun ein gemeinsamer Beschluss aller Fraktionen einschließlich der Linksfraktion gefasst werden könne.

Die Erklärung zum Kampf gegen Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens in Deutschland sollte am Nachmittag im Bundestag verabschiedet werden. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, ein Expertengremium aus Wissenschaftlern und Praktikern zu beauftragen, einen regelmäßigen Bericht über Antisemitismus in Deutschland vorzulegen und Vorschläge für Gegenprogramme zu entwickeln. Ursprünglich war die Einsetzung eines Beauftragten geplant.

Die Grünen haben durchgesetzt, dass erfolgreiche Modellprojekte dauerhaft finanziell abgesichert werden sollen, wie der Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck erklärte. Erst im vergangenen Monat sei ein Aussteigerprogramm eingespart worden. Die Erklärung sieht vor, dass über die dauerhafte Absicherung erfolgreicher Programme im ersten Vierteljahr des kommenden Jahres entschieden werden soll. Außerdem soll der Opferschutz verbessert werden.

Im Bildungssektor sollen die Lehrpläne in Schulen um Themen zum jüdischen Leben, zur jüdischen Geschichte und zum heutigen Israel erweitert werden. Der Auf- und Ausbau jüdischer Bildungseinrichtungen soll vom Bund gefördert werden.

Der Bundestag selbst verpflichtet sich, jeder Form des Judenhasses und des Antisemitismus' schon im Entstehen entschlossen zu begegnen: "Wir sind glücklich darüber, wieder jüdisches Leben und jüdische Kultur in Deutschland zu haben", heißt es in der Erklärung.

 

Pax Christi fordert Antisemitismus-Beauftragten

 

Zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 forderte die katholische Friedensbewegung Pax Christi von der Bundesregierung die Bestellung eines Antisemitismus-Beauftragten. Dieses Amt müsse von allen im Bundestag vertretenen Parteien getragen werden, hieß es in einer in Berlin verbreiteten Erklärung des Präsidenten, Bischof Heinz Josef Algermissen.

Der Jahrestag der Pogrome gegen Juden in Nazi-Deutschland mahne Staat, Kirche und Gesellschaft, heute entschieden gegen alle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus einzutreten.

Quelle: Die Welt 4.11.2008

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Zweigeteilte Gemeinsamkeit im Bundestag

4. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus

 

Im Bundestag ging am Abend  des 4.11.  ein groteskes Gezerre kurios zu Ende. Zum 9. November wurden "mit überwältigender Mehrheit" zwei gleichlautende Anträge zum Thema Antisemitismusbekämpfung verabschiedet. Zwei gleichlautendes Anträge? Mit diesem Verfahrenstrick kam die Partei der Linken ihrer Ausgrenzung bei der Formulierung eines gemeinsamen Antrags aller Fraktionen zuvor. 11 der linken Fraktionsabgeordneten stimmten allerdings nicht mit.

Von  Holger Kulick


Über zwei Anträge wurde am 4.11. gegen 17 Uhr 30 abgestimmt. Beide tragen den gleichen Titel: „Den Kampf gegen Antisemitismus verstärken, jüdisches Leben in Deutschland weiter fördern“. Und beide enthalten den gleichen Wortlaut, nur eine unterschiedliche Kennziffer (16/10775 und 16/10776). Der Grund: Die Unionsfraktion hatte sich nach der gemeinsamen Erarbeitung des Antrags durch Vertreter aller Fraktionen plötzlich geweigert, den Antrag auch gemeinsam mit der Linken einzubringen – „wohl aus wahltaktischen Gründen“, hielt die Linken-Abgeordnete Petra Pau der Union vor.

Stattdessen griff die Linke auf einen Verfahrenstrick zurück. Sie brachte am Dienstag einen exakt wortgleichen Antrag ein, laut Bundestagsstatuten werden solche Anträge gemeinsam abgestimmt – so, als wäre es einer. 11 Abgeordnete der Linken teilten dem Bundestagspräsidenten allerdings mit, sich aufgrund dieser Umstände gar nicht erst an der Abstimmung zu beteiligen, darunter die als radikale Linke geltenende Ulla Jelpke.

In dem Vier-Fraktionen-Antrag von Union, SPD, Grünen- und FDP-Fraktion und dem gesonderten Antrag der Linken verpflichten sich die Abgeordneten, gegen jede Ausprägung von Antisemitismus einzutreten. Zugleich wird die Bundesregierung aufgefordert, ein Expertengremium aus Wissenschaftlern und Praktikern zu beauftragen, in regelmäßigen Abständen einen Bericht zum Antisemitismus in Deutschland zu erstellen. Ein ursprünglich vorgesehener Antisemitismusbeauftragter, wie ihn die OSZE längst hat, wird allerdings nicht mehr vorgeschlagen, dies ist eine Abschwächung des ursprünglichen Plans. Denn ein Beauftragter besäße mehr Wortgewalt bei der Thematisierung von Antisemitismus, als ein stets konsensorientierter Vorsitzender eines Expertengremiums haben kann.

Außerdem wird in der Entschließung dafür geworben, dass Lehrpläne in Schulen um Themen zum jüdischen Leben, zur jüdischen Geschichte und zum heutigen Israel erweitert werden.
Zudem sollen Modellprojekte, die sich im Kampf gegen den Antisemitismus bewährt haben, finanziell auf Dauer abgesichert werden. Auch sei zu prüfen, ob die vorhandenen Bundesprogramme den Schutz von Opfern antisemitischer Straftaten ausreichend berücksichtigen. Diese Punkte sind sicherlich unumstritten, sind aber relativ unverbindlich formuliert.

Empörung bei der Linken


Im Vorfeld hatte sich Linksfraktionschef Gregor Gysi  empört über das Verhalten der Union  geäußert. Sie habe sich mit ihrer Ausgrenzung der Linken "aus dem antifaschistischen Konsens der deutschen Gesellschaft verabschiedet."

Nun hat die Linke den Entschluss durch ihre Antragsdoppelung dennoch mit verabschiedet. Vor allem Redner der FDP und der OSZE-Beauftragte für die Antisemitismusbekämpfung, Gert Weisskirchen, hatten in der der Abstimmung vorangegangenen Bundestagsdebatte darum geworben. Kern der Begründung beider Anträge ist die Formulierung:

"Über sechs Jahrzehnte nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland und 70 Jahre nach den Schrecken der Reichspogromnacht am 9. November 1938 hat jüdisches Leben in Deutschland wieder neue Wurzeln geschlagen". Dennoch sei der Antisemitismus noch immer ein ernstzunehmendes Problem in Deutschland. "Grund zur Sorge gibt, dass Antisemitismus in allen Schichten der Bevölkerung zu finden ist." Verwiesen wird auf verbreitete antisemitische Vorurteile, Hetze im Internet und eine hohen Zahl antisemitisch motivierter Straftaten.

Knackpunkt Solidarität mit Israel?

Ausdrücklich hebt der Antrag auch die Solidarität mit Israel als "unaufgebbaren Teil der deutschen Staatsräson" hervor. Wer an Demonstrationen teilnehme, "bei denen Israelfahnen verbrannt und antisemitische Parolen gerufen werden, ist kein Partner im Kampf gegen den Antisemitismus". Auch die Solidarisierung mit terroristischen und antisemitischen Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah sprenge "den Rahmen zulässiger Kritik an der israelischen Politik" heißt es in der Entschließung.

Ein solches Verhalten wurde im Vorfeld von der Union explizit der Linken vorgeworfen. Auch das mag der Grund sein, weshalb 11 der 53 Linksabgeordneten erklärten, nicht an der Abstimmung teilzunehmen. Sogar in der Linken-Fraktionspressestelle sorgte dieser offensichtlich spontane Schritt für Überraschung. Die 11 erklärten, beide Anträge hätten eine „undemokratische, anmaßende Tendenz“. Vor allem störe sie die Formulierung, die Solidarität mit Israel sei „ein unaufgebbarer Teil der deutschen Staatsräson“. Nahezu wortgleich, daran erinnert am 5.11. der Berliner Tagesspiegel, hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel im März in Jerusalem vor der Knesset geäußert.


Allerdings zeigten auch die anderen Fraktionen kein nachhaltiges Interesse, Geschlossenheit bei der Abstimmung zu beweisen, insbesondere bei der Union. So waren längst nicht alle Reihen im Plenum gefüllt (siehe obiges Foto aus der Abstimmungsminute).

Die einzige Neinstimme kam übrigens nicht aus dem Spektrum der Linken. Sie kam vom inzwischen fraktionslosen Abgeordneten Henry Nitzsche - ehemals CDU.

MUT-Kommentar zur grotesken Vorgeschichte.
Die Anträge im Wortlaut: CDU/CSU,SPD,FDP,Grüne  (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/107/1610775.pdf) und Linke (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/107/1610776.pdf).
Streitgespräch Anetta Kahane und Hans-Peter Uhl in der taz vom 5.11.2008.

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / hk-Fotos


04.11.2008
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Veranstaltungen im Rahmen der Antisemitismuswochen in Niedersachsen

3. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus

Bad Lauterberg:

Mittwoch, 15. Oktober

Besuch der KZ Gedenkstätte Mittelbau Lager Dora in Nordhausen
Veranstalter: „Arbeitsgemeinschaft für Weltoffenheit und Demokratie im Landkreis Osterode am Harz“ in Zusammenarbeit mit dem Präventionsrat der Stadt Bad Lauterberg im Harz und der Jugendpflege der Samtgemeinde Walkenried:

Sonntag, 9. November

Teilnahme an der Gedenkstunde des Bürgerbündnisses in Nordhausen
Teilnahme an der Gedenkstunde in Osterode/Harz
Mitte November: Veröffentlichung der Broschüre „Zwangsarbeit in Bad Lauterberg- Arbeiten für den Endsieg“

Veranstalter: „Arbeitsgemeinschaft für Weltoffenheit und Demokratie im Landkreis Osterode am Harz“ in Zusammenarbeit mit der Spurensuche e.V und der Bad Lauterberger Archivgemeinschaft

 

Drochtersen-Hüll:

Freitag, 5. Dezember bis Sonntag, 7. Dezember,

„Eine Welt gegen Antisemitismus“-Kampagne
Seminar: „Eine Welt ohne Antisemitismus! – Vom Reden zum Handeln“ Themen u.a.: Politische Strategien gegen Antisemitismus, Mediale Öffentlichkeit für eine diskriminierungsfreiere Gesellschaft, lokale und bundesweite Vernetzung von Initiativen, die sich gegen Antisemitismus und Antizionismus engagieren.
Ort: ABC-Bildungs- und Tagungszentrum

Veranstalter: Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend ['solid] in Zusammenarbeit mit Landesarbeitskreis (LAK) Shalom der Linksjugend ['solid] Hamburg, Deutsch-Israelisches Jugendforum (Jugendorganisation der DIG) und Scholars for Peace in the Middle East (SPME)

Mehr Infos: http://www.abc-huell.de


Goslar:

Samstag, 8. November

Symposium zum Thema "Kirche und totalitärer Staat"

Ort: Rauthausdiele am Marktplatz Goslar

Veranstalter: KLIOpes zeithistorische Recherche und Publikation

 

Sonntag, 9. November

Ausstellung zum Thema "Reichspogromnacht in Goslar"

Veranstalter: KLIOpes zeithistorische Recherche und Publikation


Göttingen:

 

 

Donnerstag, 13. November 2008, 20.00 Uhr

Der Nationalsozialismus in aktuellen Comics: Über das Segment der Graphic novels.

Vortrag von Dr. des. René Mounajed.

Seit einiger Zeit boomen auch in Deutschland die Graphic novels. Die Intention der KünstlerInnen ist es, einen ernsthaften Stoff in Form einer Bildgeschichte zu (v)erarbeiten. Nicht selten kommt es hierbei zu einer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oder – derzeit verstärkt – mit der Verwobenheit der eigenen Biografie mit dieser Zeit. Der Referent stellt zunächst die neueren Graphic novels ausführlich vor, sodann berichtet er über eine Comicwerkstatt mit Jugendlichen zum Thema Jugend- KZ Moringen.

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen

Ort: Göttingen, DGB-Haus, Obere Masch 10


Donnerstag, 13. November bis Sonntag, 16. November

„Gemeinsam vor dem einen Gott“ – Eine Veranstaltung im Rahmen des Europäischen Jahrs des Interkulturellen Dialogs

Veranstalter: Interkultureller Rat in Deutschland

 

Hannover:

Dienstag, 18. November und Mittwoch, 19. November

Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft
Ort: Fachhochschule Hannover

Veranstalter: Fachchochschule Hannover, Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales, Abteilung soziale Arbeit

Weitere Infos: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=9632&count=67&recno=19&sort=datum&order=down&geschichte=68

 


Moringen:

 

Samstag, 22. November 2008, 14.30 Uhr

Führung zum Jugend-KZ Moringen

mit Hans Helms, pädagogischer Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Moringen

Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sog. Kriminalbiologen, ihre These, wonach Kriminalität und „Asozialität“ erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.

Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen

Ort: Moringen, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Strasse 58

 

Donnerstag, 11. Dezember 2008, 19.30 Uhr

Gestohlene Jugend. Jugend-KZs im Nationalsozialismus. Ein Film von Iris Berghöfer und Heiner Thimm.

Mit viel Ruhe lässt der Film ehemalige Häftlinge der Jugendkonzentrationslager Moringen und Uckermark zu Wort kommen. Die heute Achtzigjährigen erzählen, wie sie als Jugendliche von einem Tag zum anderen aus dem Kreis ihrer Familien und Freunde heraus verhaftet wurden. Sie berichten von ihrer Ankunft im Lager, vom Häftlingsalltag, von Zwangsarbeit und Hunger, von Terror und drakonischen Strafen der SS und von der ganz persönlichen Not jedes Einzelnen in dieser von Rechtlosigkeit und Willkür geprägten Situation. Das Ende der Haft kam für die meisten von ihnen erst im Frühjahr 1945. Wenn sie sich heute erinnern, fällt ihr Blick auf eine gestohlene Jugend.

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen

Ort: Moringen, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Strasse 58


Northeim:

 

Sonntag, 9. November 2008, 18.00 Uhr

Gedenken an die Pogromnacht

Ort: Northeim, Entenmarkt

Veranstalter: Ökumenischer Arbeitskreis Northeim

 

Mittwoch, 26. November 2008, 9.00 Uhr

Stolpersteine für Northeim.

Nachdem in den beiden vergangenen Jahren bereits 28 Stolpersteine zur Erinnerung an ehemalige jüdische Bürger Northeims verlegt worden sind, folgt an diesem Tag die Verlegung 10 weiterer Steine durch den Kölner Künstler Gunter Demnig. Begleitend dazu wird Hans Harer Lebenswege Northeimer Holocaust-Opfer vorstellen.

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen

Ausgangspunkt: Northeim, Markt 11

 

Osnabrück

Sonntag, 26. Oktober, 15.00 Uhr

Autorenlesung "Zahngold" mit Dr. Volker Issmer

Ort: Gedenkstätte Augustaschacht

Veranstalter: Gedenkstätte Augustaschacht e. V.

www.augustaschacht.de


Samstag, 8. November, 14.00 bis 15.30 Uhr

Führung "Nationalsozialismus in Osnabrück

Ort: Treffpunkt Museumsladen

Veranstalter: Stadt Osnabrück Fachbereich Kultur, Museumspädagogischer Dienst

 

Sonntag, 23. November, 14.00 bis 16.15 Uhr

Führung durch die Gedenkstätte Augustaschacht

Ort: Gedenkstätte Augustaschacht

Veranstalter: Gedenkstätte Augustaschacht e. V.

www.augustaschacht.de


Donnerstag, 30. Oktober, 18.00 Uhr

Einführender Vortrag zur Ausstellung "Seligmanns Bücher"

Ort: Universitätsbibliothek Osnabrück

Veranstalter: Universitätsbibliothek Osnabrück, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Hans-Callmeyer-Inititative e. V., Alfred Gong Gesellschaft e. V.

 

Donnerstag, 6. November, 19.30 Uhr

Vortrag "Gedenkkultur im Judentum vom Dr. Yuval Lapide

Ort: Steinwerk St. Katharinen

Veranstalter: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit

 

Sonntag, 9. November, 18.00 Uhr

Taizegebet "Eine Nacht vor 70 Jahren"

Ort: Jugendkirche

Veranstalter: Ev.-ref. Gemeinde Osnabrück, Jugendkirche

 

Montag, 10. November, 8.30 Uhr

Gedenken an die Novemberpogrome 1938 "Ins Nichts gespannt"

Ort: Eingang Gedenkstätte Gestapokeller, Schlossinnenhof Universität Osnabrück

Veranstalter: Kath. Hochschulgemeinde Osnabrück, ASTA Universität Osnabrück

 

Freitag, 31. Oktober und Samstag, 01. November, 19.30 Uhr

Premiere Schauspiel von Erich Maria Remarque "Berlin 1945 - Die letzte Station"

Ort: emma-theater

Veranstalter: Theater Osnabrück

 

Samstag, 1. November, 8.00 bis 18.00 Uhr

Studienfahrt zur Gedenkstätte Bergen-Belsen

Ort: Abfahrt Kreishaus, Am Schölerberg 1

Veranstalter: Gedenkstätte Augustaschacht e. V.

weitere Infos: www.augustaschacht.de und www.vhsosland.de


Mittwoch, 12. bis 13. November

Erna de Vries besucht und spricht in Osnabrücker Schulen (nach Anmeldung)

weitere Infos: http://www.vhsosland.de


Freitag, 14. November bis 1. Februar 2009

"Nein zu Hitler!" Sozialdemokratie und Freie Gewerkschaften in Verfolgung, Widerstand und Exil 1933 - 1945

Ort: Erich Maria Remarque-Friedenszentrum

Veranstalter: Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, Friedrich-Ebert-Stiftund

weitere Infos: http://www.remarque.uos.de


Sonntag, 29. November, 8.00 bis ca. 20.00 Uhr

Tagesfahrt zur Hannie Schaft-Gedenktag nach Haarlem/Niederlande

Ort: Treffpunkt Volkshochschule, Bergstr. 8

Veranstalter: Gedenkstätte Augustaschacht e. V., Volkshochschule Osnabrück

Mehr Infos: www.augustaschacht.de und www.vhs-osnabrück.de


Montag, 17. bis 28. November

Ausstellung "Ess täglich Kristallnaach". Grafische Arbeiten der SchülerInnen des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums

Ort: Berufsbildende Schulen der Stadt Osnabrück am Pottgraben

Veranstalter: Berufsbildende Schulen der Stadt Osnabrück am Pottgraben in Kooperation mit dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums


Papenburg:

Sonntag, 9. November, 17.00 Uhr

Gedenkfeier am Ort der früheren Synagoge

Veranstalter: Stadt Papenburg, Gestaltung: Hauptschule Kirchschule in Papenburg

 

Salzgitter:

 

Sonntag, 9. November, 14.00 Uhr

Der jüdische Friedhof in SZ-Bad, Rundgang mit Heinrich Holzenkämpfer

Treffpunkt: Hinter dem Salze/Ecke Tillystraße

Verantstalter: Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./ Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Mehr Infos: http://www.gedenkstaette-salzgitter.de


Sonntag, 16. November, 16.30 Uhr

Lesung und Musik, Beteiligt sind u.a. Wilfried Berg (Leiter der Polizeiinspektion Salzgitter), Arne Sicks (Leiter der Berufsfeuerwehr Salzgitter) und die Propstei Salzgitter-Lebenstedt.

Ort: St. Andreas Kirche SZ-Öebenstedt

Verantstalter: Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./ Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Mehr Infos: http://www.gedenkstaette-salzgitter.de


Montag, 24. November, 17.00 Uhr

Lesung in der Stadtbibliothek SZ-Bad

Ort: Stadtbibliothek

Verantstalter: Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./ Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Mehr Infos: http://www.gedenkstaette-salzgitter.de


Freitag, 28. November, 18.00 Uhr

Lesung: Szenische Darstellung der "Todesfuge" von Paul Celan durch Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen.

Ort: Emil-Langen-Realschule SZ-Lebenstedt

Verantstalter: Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./ Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Mehr Infos: http://www.gedenkstaette-salzgitter.de


Stadthagen:

Montag, 3. November bis Freitag, 14. November

Ausstellung der Amadeu Antonio Stiftung: „‚Man hat sich hierzulande daran gewöhnt...“ - Antisemitismus in Deutschland heute
- Informationen an Schulen
- begleitende Workshops
- Abendveranstaltungen
- evtl. Filmabend
- evtl. LehrerInnenfortbildung mit der GEW in Schaumburg

Ort: Kommunikationszentrum „Alte Polizei“, Stadthagen

Veranstalter: Naturfreundejugend und Gewerkschaftsjugend Niedersachsen, "für demokratie courage zeigen!"

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„Deutscher und Jude im ersten Weltkrieg, später nur Jude - Deutsches jüdisches leben nach dem Holocaust“ 8.11.08 18:00

2. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus

Samstag, 08.11.2008, 18.00 Uhr Vortrag und Diskussion
„Deutscher und Jude im ersten Weltkrieg, später nur Jude - Deutsches jüdisches leben nach dem Holocaust“
Mit Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen.

 Historisches Museum am Hohen Ufer . Hannover
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Der Novemberpogrom von 1938 in Hannover - 4.11.08 19:00 Ausstellungseröffnung

2. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus

Dienstag,
04.11.08,
19:00 Uhr



Ausstellungseröffnung
Der Novemberpogrom von 1938 in Hannover
In der Nacht des 10. November 1938
steckte ein SS-Kommando die Synagoge in der Bergstraße in Brand, nachdem sie vorher ausgeraubt worden war. Zeitlich parallel und noch den ganzen Tag über wurden 94 Geschäfte jüdischer Inhaber demoliert, die Waren teils zerstört, teils geplündert, teils „sichergestellt“, 27 Wohnungen jüdischer Eigentümer oder Mieter zerstört, Möbel, Geschirr, Haushaltsartikel und Kunstgegenstände kurz und klein geschlagen. 180 hannoversche Juden wurden verhaftet und mit
weiteren 153 aus den Umlandgemeinden Verhafteten im Polizeigefängnis und in der Turnhalle der Kriegsschule eingepfercht. 275 Verhaftete wurden einen Tag später in das KZ Buchenwald verfrachtet.


 Historisches Museum am Hohen Ufer
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Gemeinsamer Bundestags-Entschluss zum Thema Antisemitismus endgültig geplatzt?

2. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus

Im Bundestag geht ein groteskes Gezerre zu Ende. Zum 9. November soll es nun ohne Linkspartei einen "gemeinsamen" Antrag zum Thema Antisemitismusbekämpfung geben - der allerdings keinen Antisemitismusbeauftragten mehr vorsieht. Darauf verständigten sich Freitag Union, SPD, Grüne und FDP.

Statt einem Bundesbeauftragten, der als Institution das Wort ergreifen könnte, soll nur ein "Expertengremium" beauftragt werden, einen regelmäßigen Bericht zum Antisemitismus in Deutschland zu erstellen. Das bedeutet eine Schwächung des ursprünglich vorgesehenen Amts. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und weitere jüdische Verbände forderten daher am Freitag, die Fraktionen sollten weiterhin und gemeinsam die Einsetzung eines Bundesbeauftragten beschließen. Doch dies scheint im Plenum nicht durchsetzbar zu sein. Durchgesetzt haben sich mehrere Unionsabgeordnete auch mit der Forderung, die Linke kategorisch nicht an der gemeinsamen Entschließung zu beteiligen, die bis Dienstag ausgefeilt und dann im Bundestag zur Abstimmung gestellt werden soll. Dies soll mit einer einstündigen Debatte verbunden werden. Anlass ist der 70. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November.

Diese Einigung sei nach Gesprächen zwischen den Spitzen der vier Fraktionen zustande gekommen, bestätigten Sprecher von SPD und Union. Bei FDP und Grünen hieß es, ein gemeinsamer Antrag mit Union und SPD sei vereinbart, doch müsse noch am Text gefeilt werden. Die Frage der Beteiligung der Linken sei aber noch offen, sagte der FDP-Abgeordnete van Essen. Der FDP-Politiker plädierte laut epd dafür, alle Fraktionen einzubeziehen, auch die Linksfraktion, da dies dem Thema angemessen sei und "eine solche Erklärung dann auch für alle bindend ist".

Laut Berliner Tagesspiegel ist der neu formulierte Antrag "im Vergleich zu den früheren Papieren deutlich pädagogischer formuliert. So wird gefordert, in den Lehrplänen der Schulen sollte dem Thema Antisemitismus  "eine besondere Beachtung" zukommen. "Die Ablehnung des Antisemitismus darf nicht nur erlernt werden, sondern sie muss auch verinnerlicht werden", steht in dem Entwurf. Außerdem sei es "von außerordentlicher Bedeutung, umfassende Kenntnisse über die Funktionsbedingungen unserer Demokratie zu vermitteln". "

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin, der Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus und das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus begrüßten es zumindest, dass jetzt doch wieder bis zum 9. November eine halbwegs gemeinsame Erklärung zustande kommt. In der Stellungnahme heißt es:
 
"Die von einer fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe entwickelten Vorschläge, insbesondere die Forderung nach einem jährlichen Bundesbericht, bilden eine gute Grundlage für die Beschlussfassung, die sich zu Recht auf die Antisemitismusbekämpfung konzentrieren. Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und wieder wachsender antisemitischer Strömungen, die auch die antisemitische Israelfeindschaft umfassen, ist Antisemitismus in allen seinen Erscheinungsformen, in allen Gesellschaftsschichten, rechts, links und, wie die Bundeskanzlerin zu Recht betont hat, auch in der Mitte der Gesellschaft, sowie ebenso in Migrantengruppen, als besonders gefährliches Diskriminierungsphänomen
zu bekämpfen. Antisemitismus ist kein Unterfall von Rechtsradikalismus, Rassismus oder gar von Fremdenfeindlichkeit.

Antisemitismusbekämpfung sollte daher nicht mit der Abwehr dieser Erscheinungen vermischt und verbunden werden, für die es andere geeignete Instrumente gibt. Auch die Auseinandersetzung mit den antisemitischen Positionen der DDR, die nicht selten linke Strömungen im früheren Westdeutschland beeinflusst haben, ist in der Antisemitismusdebatte aufzugreifen. "

MUT-Kommentar zur bisherigen Debatte

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / hk /


31.10.2008
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Start der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2008

31. Oktober 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antisemitismus

Drei Helfer und Helferinnen mit Aktionswochen-Plakat
Jährlich im November organisiert die Amadeu Antonio Stiftung die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus. In diesem Jahr führen mehr als 160 zivilgesellschaftliche Initiativen 350 Veranstaltungen durch. Nachfolgend eine Übersicht:

Die Zahl der Teilnehmer und Veranstaltungen ist in den vier Jahren des Bestehens der Aktionswochen stetig größer geworden und konnte im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt werden. Der offizieller Start erfolgt am 5. November im Rahmen einer Pressekonferenz mit  Jörg Ziercke, dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Stephan J. Kramer, dem Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland und Anetta Kahane, der Vorsitzenden der Amadeu Antonio Stifttung.

Mit ihren Veranstaltungen tragen die beteiligten Organisationen zum Ziel der Aktionswochen gegen Antisemitismus bei, auf gegenwärtige und historische Erscheinungsformen des Antisemitismus aufmerksam zu machen und öffentliche Diskussionen über das Thema anzuregen.


Gelbes Plakat Aktionswochen gegen Antisemitismus 2008
Die einzelnen Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswochen finden Sie hier nach Bundesländern unterteilt::

Baden-Württemberg
Niedersachsen
Bayern
Nordrhein-Westfalen
Berlin
Rheinland-Pfalz
Brandenburg
Saarland
Bremen
Sachsen
Hamburg
Sachsen-Anhalt
Hessen
Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern
Thüringen

Die Informationen werden laufend aktualisiert und erfolgen ohne Gewähr - auch auf der Website der Amadeu Antonio Stiftung: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/aktionswochen-2008-veranstaltungen/. Fehlt Ihre Veranstaltung oder haben Sie Fehler entdeckt? Dann rufen Sie uns an (030 - 24 08 86 13) oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

Aktuell zum Thema: Hakenkreuzschmierereien auf Mahnmal in Berlin (Tagesspiegel 29.10.)

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de /
Titelfoto: Drei der zahlreichen Akteure (hkulick)

29.10.2008


Die Termine in Niedersachsen:

Bad Lauterberg:

Mittwoch, 15. Oktober

Besuch der KZ Gedenkstätte Mittelbau Lager Dora in Nordhausen
Veranstalter: „Arbeitsgemeinschaft für Weltoffenheit und Demokratie im Landkreis Osterode am Harz“ in Zusammenarbeit mit dem Präventionsrat der Stadt Bad Lauterberg im Harz und der Jugendpflege der Samtgemeinde Walkenried:

Sonntag, 9. November

Teilnahme an der Gedenkstunde des Bürgerbündnisses in Nordhausen
Teilnahme an der Gedenkstunde in Osterode/Harz
Mitte November: Veröffentlichung der Broschüre „Zwangsarbeit in Bad Lauterberg- Arbeiten für den Endsieg“

Veranstalter: „Arbeitsgemeinschaft für Weltoffenheit und Demokratie im Landkreis Osterode am Harz“ in Zusammenarbeit mit der Spurensuche e.V und der Bad Lauterberger Archivgemeinschaft


Drochtersen-Hüll:

Freitag, 5. Dezember bis Sonntag, 7. Dezember,

„Eine Welt gegen Antisemitismus“-Kampagne
Seminar: „Eine Welt ohne Antisemitismus! – Vom Reden zum Handeln“ Themen u.a.: Politische Strategien gegen Antisemitismus, Mediale Öffentlichkeit für eine diskriminierungsfreiere Gesellschaft, lokale und bundesweite Vernetzung von Initiativen, die sich gegen Antisemitismus und Antizionismus engagieren.
Ort: ABC-Bildungs- und Tagungszentrum

Veranstalter: Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend ['solid] in Zusammenarbeit mit Landesarbeitskreis (LAK) Shalom der Linksjugend ['solid] Hamburg, Deutsch-Israelisches Jugendforum (Jugendorganisation der DIG) und Scholars for Peace in the Middle East (SPME)

Mehr Infos: http://www.abc-huell.de


Goslar:

Samstag, 8. November

Symposium zum Thema "Kirche und totalitärer Staat"

Ort: Rauthausdiele am Marktplatz Goslar

Veranstalter: KLIOpes zeithistorische Recherche und Publikation


Sonntag, 9. November

Ausstellung zum Thema "Reichspogromnacht in Goslar"

Veranstalter: KLIOpes zeithistorische Recherche und Publikation


Göttingen:

 

 

Donnerstag, 13. November 2008, 20.00 Uhr

Der Nationalsozialismus in aktuellen Comics: Über das Segment der Graphic novels.

Vortrag von Dr. des. René Mounajed.

Seit einiger Zeit boomen auch in Deutschland die Graphic novels. Die Intention der KünstlerInnen ist es, einen ernsthaften Stoff in Form einer Bildgeschichte zu (v)erarbeiten. Nicht selten kommt es hierbei zu einer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oder – derzeit verstärkt – mit der Verwobenheit der eigenen Biografie mit dieser Zeit. Der Referent stellt zunächst die neueren Graphic novels ausführlich vor, sodann berichtet er über eine Comicwerkstatt mit Jugendlichen zum Thema Jugend- KZ Moringen.

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen

Ort: Göttingen, DGB-Haus, Obere Masch 10


Donnerstag, 13. November bis Sonntag, 16. November

„Gemeinsam vor dem einen Gott“ – Eine Veranstaltung im Rahmen des Europäischen Jahrs des Interkulturellen Dialogs

Veranstalter: Interkultureller Rat in Deutschland


Hannover:

Dienstag, 18. November und Mittwoch, 19. November

Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft
Ort: Fachhochschule Hannover

Veranstalter: Fachchochschule Hannover, Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales, Abteilung soziale Arbeit

Weitere Infos: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=9632&count=67&recno=19&sort=datum&order=down&geschichte=68

 


Moringen:

 

Samstag, 22. November 2008, 14.30 Uhr

Führung zum Jugend-KZ Moringen

mit Hans Helms, pädagogischer Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Moringen

Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sog. Kriminalbiologen, ihre These, wonach Kriminalität und „Asozialität“ erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.

Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen

Ort: Moringen, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Strasse 58


Donnerstag, 11. Dezember 2008, 19.30 Uhr

Gestohlene Jugend. Jugend-KZs im Nationalsozialismus. Ein Film von Iris Berghöfer und Heiner Thimm.

Mit viel Ruhe lässt der Film ehemalige Häftlinge der Jugendkonzentrationslager Moringen und Uckermark zu Wort kommen. Die heute Achtzigjährigen erzählen, wie sie als Jugendliche von einem Tag zum anderen aus dem Kreis ihrer Familien und Freunde heraus verhaftet wurden. Sie berichten von ihrer Ankunft im Lager, vom Häftlingsalltag, von Zwangsarbeit und Hunger, von Terror und drakonischen Strafen der SS und von der ganz persönlichen Not jedes Einzelnen in dieser von Rechtlosigkeit und Willkür geprägten Situation. Das Ende der Haft kam für die meisten von ihnen erst im Frühjahr 1945. Wenn sie sich heute erinnern, fällt ihr Blick auf eine gestohlene Jugend.

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen

Ort: Moringen, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Strasse 58


Northeim:

 

Sonntag, 9. November 2008, 18.00 Uhr

Gedenken an die Pogromnacht

Ort: Northeim, Entenmarkt

Veranstalter: Ökumenischer Arbeitskreis Northeim


Mittwoch, 26. November 2008, 9.00 Uhr

Stolpersteine für Northeim.

Nachdem in den beiden vergangenen Jahren bereits 28 Stolpersteine zur Erinnerung an ehemalige jüdische Bürger Northeims verlegt worden sind, folgt an diesem Tag die Verlegung 10 weiterer Steine durch den Kölner Künstler Gunter Demnig. Begleitend dazu wird Hans Harer Lebenswege Northeimer Holocaust-Opfer vorstellen.

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen

Ausgangspunkt: Northeim, Markt 11


Osnabrück

Sonntag, 26. Oktober, 15.00 Uhr

Autorenlesung "Zahngold" mit Dr. Volker Issmer

Ort: Gedenkstätte Augustaschacht

Veranstalter: Gedenkstätte Augustaschacht e. V.

www.augustaschacht.de


Samstag, 8. November, 14.00 bis 15.30 Uhr

Führung "Nationalsozialismus in Osnabrück

Ort: Treffpunkt Museumsladen

Veranstalter: Stadt Osnabrück Fachbereich Kultur, Museumspädagogischer Dienst


Sonntag, 23. November, 14.00 bis 16.15 Uhr

Führung durch die Gedenkstätte Augustaschacht

Ort: Gedenkstätte Augustaschacht

Veranstalter: Gedenkstätte Augustaschacht e. V.

www.augustaschacht.de


Donnerstag, 30. Oktober, 18.00 Uhr

Einführender Vortrag zur Ausstellung "Seligmanns Bücher"

Ort: Universitätsbibliothek Osnabrück

Veranstalter: Universitätsbibliothek Osnabrück, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Hans-Callmeyer-Inititative e. V., Alfred Gong Gesellschaft e. V.


Donnerstag, 6. November, 19.30 Uhr

Vortrag "Gedenkkultur im Judentum vom Dr. Yuval Lapide

Ort: Steinwerk St. Katharinen

Veranstalter: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit


Sonntag, 9. November, 18.00 Uhr

Taizegebet "Eine Nacht vor 70 Jahren"

Ort: Jugendkirche

Veranstalter: Ev.-ref. Gemeinde Osnabrück, Jugendkirche


Montag, 10. November, 8.30 Uhr

Gedenken an die Novemberpogrome 1938 "Ins Nichts gespannt"

Ort: Eingang Gedenkstätte Gestapokeller, Schlossinnenhof Universität Osnabrück

Veranstalter: Kath. Hochschulgemeinde Osnabrück, ASTA Universität Osnabrück


Freitag, 31. Oktober und Samstag, 01. November, 19.30 Uhr

Premiere Schauspiel von Erich Maria Remarque "Berlin 1945 - Die letzte Station"

Ort: emma-theater

Veranstalter: Theater Osnabrück


Samstag, 1. November, 8.00 bis 18.00 Uhr

Studienfahrt zur Gedenkstätte Bergen-Belsen

Ort: Abfahrt Kreishaus, Am Schölerberg 1

Veranstalter: Gedenkstätte Augustaschacht e. V.

weitere Infos: www.augustaschacht.de und www.vhsosland.de


Mittwoch, 12. bis 13. November

Erna de Vries besucht und spricht in Osnabrücker Schulen (nach Anmeldung)

weitere Infos: http://www.vhsosland.de


Freitag, 14. November bis 1. Februar 2009

"Nein zu Hitler!" Sozialdemokratie und Freie Gewerkschaften in Verfolgung, Widerstand und Exil 1933 - 1945

Ort: Erich Maria Remarque-Friedenszentrum

Veranstalter: Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, Friedrich-Ebert-Stiftund

weitere Infos: http://www.remarque.uos.de


Sonntag, 29. November, 8.00 bis ca. 20.00 Uhr

Tagesfahrt zur Hannie Schaft-Gedenktag nach Haarlem/Niederlande

Ort: Treffpunkt Volkshochschule, Bergstr. 8

Veranstalter: Gedenkstätte Augustaschacht e. V., Volkshochschule Osnabrück

Mehr Infos: www.augustaschacht.de und www.vhs-osnabrück.de


Montag, 17. bis 28. November

Ausstellung "Ess täglich Kristallnaach". Grafische Arbeiten der SchülerInnen des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums

Ort: Berufsbildende Schulen der Stadt Osnabrück am Pottgraben

Veranstalter: Berufsbildende Schulen der Stadt Osnabrück am Pottgraben in Kooperation mit dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums


Papenburg:

Sonntag, 9. November, 17.00 Uhr

Gedenkfeier am Ort der früheren Synagoge

Veranstalter: Stadt Papenburg, Gestaltung: Hauptschule Kirchschule in Papenburg


Salzgitter:

 

Sonntag, 9. November, 14.00 Uhr

Der jüdische Friedhof in SZ-Bad, Rundgang mit Heinrich Holzenkämpfer

Treffpunkt: Hinter dem Salze/Ecke Tillystraße

Verantstalter: Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./ Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Mehr Infos: http://www.gedenkstaette-salzgitter.de


Sonntag, 16. November, 16.30 Uhr

Lesung und Musik, Beteiligt sind u.a. Wilfried Berg (Leiter der Polizeiinspektion Salzgitter), Arne Sicks (Leiter der Berufsfeuerwehr Salzgitter) und die Propstei Salzgitter-Lebenstedt.

Ort: St. Andreas Kirche SZ-Öebenstedt

Verantstalter: Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./ Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Mehr Infos: http://www.gedenkstaette-salzgitter.de


Montag, 24. November, 17.00 Uhr

Lesung in der Stadtbibliothek SZ-Bad

Ort: Stadtbibliothek

Verantstalter: Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./ Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Mehr Infos: http://www.gedenkstaette-salzgitter.de


Freitag, 28. November, 18.00 Uhr

Lesung: Szenische Darstellung der "Todesfuge" von Paul Celan durch Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen.

Ort: Emil-Langen-Realschule SZ-Lebenstedt

Verantstalter: Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./ Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte

Mehr Infos: http://www.gedenkstaette-salzgitter.de


Stadthagen:

Montag, 3. November bis Freitag, 14. November

Ausstellung der Amadeu Antonio Stiftung: „‚Man hat sich hierzulande daran gewöhnt...“ - Antisemitismus in Deutschland heute
- Informationen an Schulen
- begleitende Workshops
- Abendveranstaltungen
- evtl. Filmabend
- evtl. LehrerInnenfortbildung mit der GEW in Schaumburg

Ort: Kommunikationszentrum „Alte Polizei“, Stadthagen

Veranstalter: Naturfreundejugend und Gewerkschaftsjugend Niedersachsen, "für demokratie courage zeigen!"


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