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Posts mit #bergen belsen tag

Rohrsen: Fahrt nach Bergen-Belsen geplant

29. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

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Ein Ort zum Nachdenken: Das Jüdische Mahnmal in Bergen-Belsen

24. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

Ein Ort zum Nachdenken:
Das Jüdische Mahnmal in Bergen-Belsen

Von Heide Kramer

Meine Bleistift-Impression vom Jüdischen Mahnmal in Bergen-Belsen entstand

am 6. August 2002. Die stille Arbeit auf dem Gelände war mir ein sehr

persönlicher Auftrag.


Jüdisches Mahnmal in Bergen-Belsen
(Kolorierte Bleistiftzeichnung von ©Heide Kramer, 6.8.2002)

 

Nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen am 15. April 1945 durch die Britische Armee errichteten Überlebende des Terrors am 15. April 1946 das jüdische Mahnmal. Es befindet sich in der heutigen Außenanlage der Gedenkstätte. Das Monument wurde durch ein schmales Relief ausgestaltet. Abgeknickte Bäume symbolisieren den gewaltsamen Tod.

Die englischsprachige Inschrift lautet:

ISRAEL AND THE WORLD SHALL REMEMBER
THIRTY THOUSAND JEWS
EXTERMINATED IN THE CONCENTRATION CAMP
OF BERGEN-BELSEN
AT THE HANDS OF THE MURDEROUS NAZIS

EARTH CONCEAL THE BLOOD
SHED ON THEE!
(Erde, verdecke nicht das hier vergossene Blut )
- nach Hiob -
-
FIRST ANNIVERSARY OF LIBERATION
15th April 1945
(15th Nissan 5706)

CENTRAL JEWISH COMMITTEE
BRITISH ZONE

"Jüdisches Mahnmal in Bergen-Belsen"
(Kolorierte Bleistiftzeichnung von ©Heide Kramer, 6. August 2002).
Textbeitrag: ©Heide Kramer, Hannover, Juli 2007.

Publiziert bei HAGALIL im Juli 2007 und bei Lernen aus der Geschichte:

http://www.lernen-aus-der-geschichte.de/?site=pp_import_de_0000116

Aktualisiert: November 2008

 

19. März 1945:
Die Hölle von Bergen Belsen

"Auschwitz war die organisierte Hölle, Bergen Belsen ist die Hölle ohne Gnade." Die das sagt, kennt beide Lager: Lin Jadalti ist holländische Jüdin und Freundin von Anne Frank...

Die Lager und Gedenkstätten:

Bergen-Belsen, bei Celle, Niedersachsen
Lager vor allem für jüdische Häftlinge; eingerichtet im April 1943 als »Aufenthaltslager« für Personen, die gegen deutsche Staatsbürger in alliierten Ländern ausgetauscht werden sollten, aber nur wenige »Austauschjuden« wurden wirklich freigelassen, teilweise wurden sie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet...

"Anne Frank" Tagebuch:
Infos für den Unterricht

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Internationales Workcamp 14. - 24.7. 2008

30. Mai 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen



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Gedenkfeier für ermordete sowjetische Kriegsgefangene in Oerbke

22. Mai 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

Telekom-workcamp Bergen-Belsen und DGB:
Gedenkfeier für ermordete sowjetische Kriegsgefangene in Oerbke


Oerbke/ Bergen-Belsen/ Hustedt. Eine Woche lang beschäftigten sich 20 Telekom-Azubis aus Hamburg mit den pädagogischen Leitern Michael Pechel und Charly Braun vom DGB-Niedersachsen mit den Themen KZ-Häftlinge und sowjetische Kriegsgefangene in Bergen-Belsen und Oerbke. Sie informierten sich über den Krieg, der vom Truppenübungsplatz Bergen aus gegen die Sowjetunion geführt wurde. Es ging um wirtschaftliche Interessen an Öl und Weizen und millionenfache brutale rassistische Versklavung und Ermordung. Mit großem Engagement forschten die Jugendlichen im Gedenkstättenarchiv über Häftlingstransporte, Kinder im KZ und zu Sintifrauen. Die Baracke 206 im ehemaligen Großen Frauenlager Belsen wurde von überwuchernder Natur befreit. Bei der Beschäftigung mit dem Neofaschismus staunten die Hamburger über das zahlreiche Auftreten von Nazis zwischen Celle und Verden, Soltau und Schwarmstedt.

Zum Abschluß trafen sich die Telekommer mit örtlichen Gewerkschaftern am Bahnhof Bad Fallingbostel, um den Weg der sowjetischen Kriegsgefangenen nachzu vollziehen. Charly Braun führte die Gruppe zum ehemaligen Lager Oerbke und erläuterte die wechselvolle Geschichte des Gedenkens an diese Verbrechen der Wehrmacht. Der DGB legte einen Kranz nieder und Telekom-Auszubildende präsentierten, was sie zum Krieg gegen die Sowjetunion und über mörderische Lagerbedingungen, Zwangsarbeit und Widerstand herausgefunden hatten. Im Mittelpunkt standen Berichte des überlebenden Mark Tilewitsch über praktische Solidarität unter den Gefangenen.

Die Telekom-Ausbilder bedankten sich beim Team für die "großartige Arbeit" und die Auszubildenden ergänzten: "Diese Woche war seit langem das Beste, was wir als Seminar erlebt haben".
Das workcamp wurde von ver.di, der Heimvolkshochschule Hustedt und Telekom finanziert.
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Gedenkfeier 13.4.08 auf dem Friedhof der sowjetischen Kriegsgefangenen in Belsen-Hörsten

30. April 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

Gedenkfeier 13.4.08 auf dem Friedhof der sowjetischen Kriegsgefangenen in Belsen-Hörsten

Redebeitrag von Paul Stern ( Vorstand ver.di-Ortsverein Celle)

Chers camerades, dear comrades,
liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen !

An diesem Ort der Erinnerung müssen wir leider feststellen:
Rassismus ist in Deutschland wieder an der Tagesordnung.

Auf welchem Boden Nazis und Rassisten sich heute bewegen können und wer sie dabei stützt zeigen Beispiele aus jüngster Zeit ganz in der Nähe von Bergen-Belsen.
In Eschede hat sich beim Nazi-Bauer Nahtz eine rege eventkultur entwickelt.
Die „Heimattreue Deutsche Jugend“, eine Nachfolgeorganisation der verbotenen Wiking-Jugend, NPD und sogenannte Freie Kameradschaften treffen sich zu Sommersonnenwende- und Wintersonnenwendefeiern sowie zu Pfingstlagern.
Die örtliche Zivilgesellschaft schweigt weitgehend dazu.
In Celle fordern Neonazis fordern schon seit Jahren die Schließung des Bunten Hauses. Der Polizeichef in Zusammenarbeit mit OB und CZ verleumden öffentlich das Bunte Haus, fordern andere Trägerschaft fürs BH . Ohne große Solidarität wird demnächst kein neuer 10-Jahresvertrag abgeschlossen.
Aber es gibt Solidarität verschiedener Kräfte in Celle, auch die meiner Gewerkschaft.
Nützlich und solidarisch war u.a. der Besuch des Internat. Jugendworkcamps Bergen-Belsen der christlichen und gewerkschaftlichen Jugendverbände mit 72 Jugendlichen aus 10 Ländern, aus Israel Südafrika Niederlande Deutschland und 6 osteuropäischen Ländern.
Sie waren nicht nur vom alternativen Flair, sondern auch von der Untertstützung von Flüchtlingen und der vielfältigen sozial-solidarischen Arbeit des Bunten Hauses angetan. Dass sozialer gleichberechtigter Umgang und selbstorganisiertes gemeinsames Leben vor Rassismus im eigenen Kopf schützt, konnte Pumeza Mandela, die Nichte von Nelson Mandela, den Akteuren des Bunten Haus aus eigener Erfahrung, bestätigen.
Dagegen kann eine braune Jugendgang bei Hermannsburg völlig unbehelligt einen „Bunker 88“ betreiben. 88 steht als Nazicode für Heil Hitler.
Unsere Antwort darauf kann nur heißen:
Lieber Bunte Häuser als braune Bunker !

Das internat. Jugendworkcamp beschäftigte sich 11 Tage lang nicht nur mit der Geschichte von Bergen-Belsen, sondern auch mit dem Problem des Neonazismus. Sie wollten ein öffentliches Zeichen gegen Rassismus setzen und zeigen wie junge Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde in wenigen Tagen zu einer Gemeinschaft wurden.
Sie fuhren am Karfreitag alle nach Dorfmark, um gemeinsam mit dem Soltau-Fallingbostel-Bündnis gegen den rassistischen "Bund für Gotterkenntnis / Ludendorffer eV" zu protestieren. Sie hatten sich mit der rassistisch-religiösen Ideologie und ihren engen Verbindungen zu bekannten Naziorganisationen auseinandergesetzt.
In Dorfmark jedoch trafen sie nicht nur auf Freunde, sondern mußten sich von etlichen ((nicht allen - nicht pauschalieren bitte)) Dorfmarkern auf niedrigste Weise anpöbeln lassen. "Kanaken raus", "Ölaugen", "Affen in den Urwald", "unter Hitler haben die Neger nicht auf der Straße getanzt" und andere haßvolle Beleidigungen prasselten auf sie nieder.
Die Polizei griff nicht dagegen ein. Die internat. Gruppe tanzte ihren Protest auf der Straße und rief immer wieder "we against racism" (wir sind gegen Rassismus).

Seit 30 Jahren füllen die Ludendorffer immer über Ostern in Dorfmark die Hotels und Pensionen. Eine sichere Einnahmequelle. Häufige Proteste und Ratsanträge gegen solche Förderung der Ludendorffer fanden bis 2006 weder im zuständigen Bad Fallingbosteler Rathaus noch in der Lokalpresse Gehör. Offensichtlich sprechen zuviel wirtschaftliche Interessen dagegen.

Erstmals wurde 2007 öffentlich wahrgenommen, was denn so Übles an den ach so freundlichen Ludendorffern dran ist. Sie erziehen Kinder und Jugendliche zu einem sog. Glauben, nach dem die sog. "jüdische Schachtrasse" mittels ihrer Tarnorganisationen wie Kirchen, Kommunisten, Freimaurer die Weltherrschaft anstreben. Dagegen müsse sich einen sog. Lichtrasse mit dem "Recht des Stärkeren" zur Wehr setzen. Überhaupt dichtet der sog. Ludendorffer-Glaube den sog. Schachtrassen "Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit" an, während sog. Lichtrassen zum Herrschen und Heldentum neigen. Logische Folgerung, dass sog. "Rassenmischung" zum Volkstod" führe.
Passend dazu - und kaum vom Bürgerlichen Pöbel zu unterscheiden, kommentieren Nazis den Protest der Internat. Jugendgruppe in der Nazi-homepage Altermadia wie folgt:
"Scheint doch lediglich der Aufenthalt im KZ Bergen-Belsen, vollkommen unproblematisch und schön gewesen zu sein. - Da waren diese Anti-Faschisten ja schon an Ort und Stelle. Wer hat das Tor aufgelassen?"
Mitglieder der "Heimattreue(n) Deutsche(n) Jugend" gehen durch die Erziehung und Bildung  der Ludendorffer. Viele Jahre konnten die Ludendorffer gar die Dorfmarker Grundschule nutzen. Währenddessen findet das Bündnis aus Parteien-Gewerkschaften-Initiativen für Veranstaltungen zur Aufklärung über diese Rassisten heute in ganz Dorfmark weder bei Kirche noch in Kneipen einen Raum.
Jetzt, wo wegen der rassistischen Bürgerpöbelei gegen u.a. prominente internat. Gäste (Pumeza mandela / workcamp B-B) Dorfmark in den großen Medien schlecht da steht, machen sich auch konservative Politiker Sorgen um ihren guten Ruf. Jahrzehnte haben sie dafür gebraucht. Eine Resolution wurde am 7.4.08 beschlossen, in dem klar Stellung gegen Ludendorffer genommen wird. Aber sie können es nicht lassen, noch in dieser Resolution - ohne den geringsten Anlaß - einen pauschalen Schlag gegen sog. Linksextremismus niederzuschreiben. Das ist mehr als Ablenkung von der eigenen Verantwortung. Das ist Gleichsetzung .

Wer AntifaschistInnen mit Nazis in einen Topf wirft oder gar verfolgt, betreibt - ob gewollt oder ungewollt - das Geschäft eben dieser Nazis.

Damit muss Schluss sein !
Lasst uns aus der Geschichte lernen !
Vielen Dank.
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Gedenkfeier von VVN/BdA, DGB und liberal-jüdische Gemeinde Wolfsburg am 13.04.2008

27. April 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

Gedenkfeier von VVN/BdA, DGB und liberal-jüdische Gemeinde Wolfsburg:
Würdige Gedenkfeier auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Belsen-Hörsten
Aus Anlass der Befreiung des KZ Bergen-Belsen und der sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem Stalag XI C (Kriegsgefangenenstammlager) lud die VVN/BdA Nds zu einer stark beachteten Gedenkfeier auf dem Sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof ein.
Es war gelungen Kontakt zu einem der wenigen noch Überlebenden in Moskau zu knüpfen. So sprach als wichtigster Gast der fast 86jährige Mark Tilewitsch zu den Anwesenden. Eigentlich hatte er vermittelt, er rede nicht gerne, weil die Anwesenden nicht richtig zuhören. Aber dann quoll es aus ihm heraus – die kleine Orientierungshilfe in Form eines winzigen Zettels vernachlässigte er immer wieder.


Mit 18 Jahren war er in die Rote Armee einberufen worden, schon mit 19 Jahren wurde er in Litauen verwundet und gefangen genommen, von dort in das Stalag nach Wietzendorf verschleppt. Darauf folgten Fluchtversuch und Wiedergefangennahme, insgesamt 3x floh er aus Arbeitslager Meinkingsburg (bei Nienburg), Stammlager und Arbeitskommando, wurde immer wieder gefasst, bis er zum Schluss ins KZ Sachsenhausen verschleppt wurde. Heute ist er Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees und des russischen Verbandes ehemaliger KZ-Häftlinge.
Über 20 000 sowjetische Kriegsgefangene wurden in Hörsten bei menschenunwürdigen Bedingungen ermordet. Ab 1940 bestand das Stalag in Hörsten, in dessen Nähe ab 1943 das KZ Bergen-Belsen errichtet wurde. Die erste Maßnahme der Wehrmacht bestand darin, um die Kriegsgefangenen Stacheldraht zu ziehen, Wachtürme aufzustellen und – wie Mark Tilewitsch berichtete - geringe Mengen von Steckrüben als einzige Nahrung zu geben. Zum Schutz vor der Eiseskälte konnten sie sich – mit bloßen Händen und Löffeln - nur in Erdhöhlen eingraben. Sie wurden so ermordet und starben elend an Hunger, Kälte und Seuchen.

  In seiner langen bewegenden Rede sprach er vor allem von dem unbändigen Hunger, der keinen anderen Gedanken aufkommen lassen wollte, von der beißenden Kälte, gegen die sich die Gefangenen auch durch die gegenseitige Körperwärme etwas schützten – und:  von der Kraft der Solidarität. Kraftvoll stieß Mark Tilewitsch bei diesem Bericht die Faust in den Himmel und sagte: „Solidarität hieß auch länger zu überleben, wenn jemand  zu einem ziellos Herumtaumelnden sagte: Komm in unser Loch!“

 

Viel ließe sich zu seinen Ausführungen sagen, der geringe Platz ermöglicht noch die Erwähnung, dass auf unserer Veranstaltung als Redner außer Mark Tilewitsch folgende Personen  auftraten und viel Beachtung fanden:

  • Rolf Keller, Mitarbeiter der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Autor zahlreicher Veröffentlichungen  zum Thema „Sowjetische Kriegsgefangenenlager in Niedersachsen“

  • Paul Stern, ver.di-Vorstand Celle

  • Dimitri Tukuser, Lib.-Jüd. Gemeinde Wolfsburg - Region Braunschweig

  • Mechtild Hartung, Sprecherin VVN/BdA Niedersachsen

  • Unangekündigt sprach auf besonderen Wunsch auch Peter Fischer, Mitglied des Zentralrates der Juden Deutschlands.
  •  
  • als Vorsitzende der AG Bergen-Belsen eV berichtete Elke von Meding über die Schul-Aktion „Namensziegel“, mit der die Ermordeten vor der Vergessenheit bewahrt werden sollen.

 

Die Bläsergruppe der Kirchenkreiskantorei Wolfsburg gestaltete die Feier würdevoll mit ihren Musikbeiträgen und begleitete das gemeinsam gesungene „Lied der Moorsoldaten“.

 

Unter den 150 Anwesenden waren unter anderem der neue Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Dr. Habbo Knoch sowie sein Vorgänger, Dr. Wilfried Wiedemann.
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Rede zur Gedenkverantstaltung am 13.4. 2008 in Belsen-Hörsten

27. April 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

Rede von Mechthild Hartung, Landessprecherin VVN/BdA bei der Gedenkfeier von VVN/BdA, DGB und lib.-jüd. Gemeinde Wolfsburg auf dem Kriegsgefangenenfriedhof in Belsen-Hörsten


Im Namen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten begrüße ich alle Anwesenden herzlich. Ganz besonders freue ich mich unseren  Gast aus Moskau, Herrn Mark Tilewitsch, willkommen zu heißen. Kurz möchte ich die wichtigsten Stationen seines ganz besonderen Lebens beschreiben:

 

1922 wird er in Moskau geboren als Sohn jüdisch-ukrainischer Eltern.

Mit 18 Jahren wird er zur Roten Armee einberufen,

schon im Juni ’41 wird er nach einer Verwundung gefangen genommen,

von dort in das Stalag nach Wietzendorf verschleppt. Dort herrschten die gleichen menschenverachtenden Zustände wie im Sowjetischen Kriegsgefangenenlager Hörsten, dem Stalag XI C: Die bloße Erde und Laub bildeten die einzige Möglichkeit für die Gefangenen, sich einen geringen Schutz vor Kälte, Regen, Wind mit Händen oder Löffeln zu graben. Von Wietzendorf aus wird Mark Tilewitsch in das Arbeitskommando Meinkingsburg bei Nienburg transportiert, von wo er flieht, aber in der Region Hannover wieder aufgegriffen wird. Es erfolgt seine Verlegung in das Straflager Kirchdorf bei Nienburg, wo er wegen erneuter mutiger Fluchtvorbereitung in das Gestapogefängnis in Nienburg verschleppt wird. Von dort aus schafft ihn die Gestapo ins KZ Sachsenhausen. Das war als sein Ende gedacht. Er wird noch am 2.Mai auf den Todesmarschg geschickt – wir wissen was das bedeutet.  Und doch konnte er, wenn auch völlig entkräftet, überleben, weil neben ihm jemand ging, der noch etwas mehr Kraft als er hatte. Noch heute engagiert sich Mark Tilewitsch als Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen- Komitees und des russischen Verbandes ehemaliger KZ-Häftlinge.

 Sein Leben ist gekennzeichnet von unvorstellbarem Leid auf unserem Boden, aber auch von viel Zuversicht und bewundernwertem Mut, von Solidarität, die er gab und die er erfahren hat.

Wir danken Ihnen, Herr Tilewitsch, dass Sie den Weg auf sich genommen haben in das Land, das Sie als Angehöriger der Roten Armee zusammen mit den Alliierten unter großen Opfern vom Faschismus befreit haben.

Dieses Land ist leider, aber angesichts des kapitalistischen Gesellschaftssystems nicht unerwartet,  zunehmend gekennzeichnet von einer markanten Rechtsentwicklung.

63 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus ist die geschichtliche Mahnung „NIE WIEDER KRIEG – NIE WIEDER FASCHISMUS!“ aktueller denn je. Vieles von dem, was nach 1945 überwunden schien, hat sich ohne Maske zurückgemeldet:

- Drohungen mit militärischer Gewalt und völkerrechts- widrige Angriffskriege sind wieder zu Mitteln der imperialistischen Großmächte geworden.

- Auch deutsche Soldaten stehen  - trotz Ablehnung durch die Mehrheit der Bevölkerung - wieder in fremden Ländern. Entgegen dem deutschen Grundgesetz, das doch wie die UN-Charta eine Antwort auf die Verbrechen des Faschismus war, bejaht die geltende Militärdoktrin Kampfeinsätze in aller Welt.

- Im sog. EU-Reformvertrag wird Abrüstung als Ziel der Politik wird überhaupt nicht erwähnt.

- Neonazistische Organisationen haben in Deutschland wieder Zulauf.  Trotz negativer Wahlergebnisse (1,5% in Nds.) kann nicht etwa Entwarnung gegeben werden. Neonazis tönen von sog. Befreiten Zonen. Damit meinen sie, dass diese Zonen „befreit“ sein sollen von Juden, Migranten,, Homosexuellen, Behinderten,  Flüchtlingen.

Das soziale Klima ist bestimmt von steigender Arbeitslosigkeit einerseits und Vermehrung des Reichtums bei einer Minderheit. Hier können Neonazis demagogisch leicht anknüpfen: Schuld an der katastrophalen sozialen Lage seien die Ausländer, es wird gehetzt gegen Immigranten und Antifaschisten. Soziale Probleme werden von Neonazis in nationale Probleme umgemünzt und propagandistisch benutzt.

Die offizielle Politik zeigt keine Entschiedenheit im Kampf gegen Rechts. Von notwendiger kontinuierlicher finanzieller und politischer Unterstützung z.B. von Antifa-Initiativen vor Ort kann nicht die Rede sein.

Bei Demonstrationen gegen Nazis werden AntifaschistInnen jeden Alters sogar regelmäßig von der Polizei bedroht, verfolgt und körperlich angegriffen.

Angesichts dieser Rechtsentwicklung auf vielen Ebenen der Gesellschaft startete die VVN/BdA ihre Unterschriftenaktion für die Wiederaufnahme eines NPD-Verbotsverfahrens am 27.Januar 2007.

Schon bald wurde sie massenhaft unterstützt von Gewerkschaften und Initiativen in der ganzen BRD. Bis zum 9.November wurden über 175 000 Unterschriften gesammelt.

Es zeugt von entlarvender Ignoranz, dass diese Unterschriften dem Petitionsausschuss des Bundestages seit über einem viertel Jahr vorliegen, ohne dass eine Reaktion erfolgt ist.

 

Wir wissen, z.T. aus den Medien, z.T. durch eigene Recherche - jedenfalls nicht von V-Leuten - über eine endlose Reihe von Horrorfakten zu berichten: Nur einige Zahlen sollen stellvertretend genannt werden:

Im Jahr  2007 wurden knapp 100 Fälle antisemitisch motivierter Gewalt- und Straftaten amtlich registriert. Die Dunkelziffer nicht angezeigter Delikte ist unbekannt.

 

Zur Lage der Flüchtlinge in den Jahren 1993-2007 muss gesagt werden:

149 Flüchtlinge töteten sich angesichts ihrer drohenden Abschiebung oder starben bei dem Versuch, vor der Abschiebung zu fliehen

746 Flüchtlinge verletzten sich aus Angst vor der Abschiebung oder versuchten, sich umzubringen,

67 Flüchtlinge starben bei Bränden oder Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte,

14 Flüchtlinge starben durch rassistische Angriffe auf der Straße

 

So niederschmetternd wie diese Beispiele sind, so ermutigend ist die Tatsache, dass es z.B. keinen Nazi-Aufmarsch ohne Gegendemonstration, keinen entdeckten Laden für rechte CDs und Devotionalien ohne öffentliche Proteste und keine Immobilienkäufe durch Rechte ohne öffentliche Gegenwehr mehr gibt. Das ist grundsätzlich anders als 1933.

 Entsprechend unserer Verpflichtung, dem Schwur von Buchenwald, werden wir als VVN/BdA nicht nachlassen:

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.

Der Aufbau einer euen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

 

Ich bitte nun Mark Tilewitsch, zu uns zu sprechen.


 


Das Foto zeigt Mark Tilewitsch, ehem. Rotarmist und einer der weinigen Überlebenden des Kriegsgefangenenlagers Wietzendorf, des Arbeitslagers Meinkingsburg, des Straflagers Kirchdorf und des KZ Sachsenhausen  am 13.4.08 bei den Gedenkfeiern im KZ Bergen-Belsen und auf dem Friedhof der sowjetischen  Kriegsgefangenen in Belsen-Hörsten.

weitere Fotos

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Antifa Nachrichten Nr.7 - Internationales Jugendcamp

21. April 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

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Gedenkfeier der "Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen eV" am Sonntag 20.4.08 an der Rampe

16. April 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

Gedenkfeier der "Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen eV" am Sonntag 20.4.08 an der Rampe (wenige Meter südlich von Bergen)

Programm:

1. siehe unten
2. Jugendliche des 14. Internationalen workcamps Bergen-Belsen (13. - 22.3.08) der christlichen und gewerkschaftlichen Jugendverbände
berichten aus ihren Erlebnissen und Erfahrungen in und um Bergen-Belsen




Voraus-Veranstaltung: Lichter auf den Schienen am Samstag 19. April 19.30 Uhr am Waggon auf der Rampe
Mit dieser Veranstaltung gedenkt die Arbeitsgemeinschaft an die vielen Transporte mit der »Menschenfracht« für das KZ Bergen-Belsen.
Waggon auf der Rampe

Gedenkveranstaltung am 20. April um 14 Uhr am Waggon auf der Rampe

Gast: Dagmar Lieblová aus Prag

Frau Lieblová war als junges jüdisches Mädchen von Auschwitz zur Zwangsarbeitarbeit nach Hamburg geschickt worden, während ihre Eltern und ihre jüngere Schwester in Auschwitz zurückbleiben mussten, was den Tod in der Gaskammer bedeutete. Am Ende des Krieges kam sie mit einem Evakuierungtransport nach Bergen-Belsen, wo sie am 15. April befreit wurde. Sie wurde Professorin für Germanistik in Prag.
Zu beiden Veranstaltung, kann man mit dem Auto auf die Rampe fahren, die sonst nur für den Militärverkehr freigegeben ist.
Gruppe Koretz 2005
Überlebende aus dem »Verlorenen Zug« (2005) vor dem Waggon auf der Rampe
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Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten (Bergen-Belsen)

4. April 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

nur am 15.4.08 morgens oder nachmittags steht der ehem. sowjet. Kriegsgefangene Mark Tilewitsch als Zeitzeuge zur Verfügung. Der heute 85jährige überlebte das Stalag Wietzendorf trotz brutalster Bedingungen unter denen Zehntausende elendig verreckten.

Mark Tilewitsch wird am So 13.4.08 um 13 Uhr bei der Gedenkfeier auf dem Stalag-Friedhof Belsen-Hörsten sprechen.

Das Zeitzeugengespräch mit Jugendlichen oder SchülerInnen / Schulklassen soll am 15.4.08 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen stattfinden.


  Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten (Bergen-Belsen):

  Historischer Hintergrund:

 

Etwa 1 km von der Gedenkstätte Bergen-Belsen entfernt liegt der Kriegsgefangenen-friedhof Hörsten, die letzte Ruhestätte für etwa 20 000 sowjetische Kriegsgefangene.

 

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurden viele Tausende Rotarmisten als Kriegsgefangene nach Deutschland gebracht und in sog. „Russenlagern“ eingesperrt. Solche Lager entstanden auch in der Lüneburger Heide: in Wietzendorf, in Oerbke und in Bergen-Belsen. Die Behandlung der Kriegsgefangenen war – entgegen allen internationalen Abkommen – unmenschlich: Stacheldraht, Wachtürme, offene Latrinen, keine Unterkünfte, nur Erdhöhlen, unzureichende Ernährung! Unter diesen verheerenden Bedingungen starben allein im Lager Bergen-Belsen im Winter 1941/42 ca. 14 000. Sie wurden auf einem in der Nähe des Lagers eingerichteten Friedhof in Massengräbern verscharrt und noch im Tode jeder Menschenwürde beraubt, ohne Kennzeichnung der Grablage, ohne Nennung ihrer Namen.

 

Als „unbekannte Tote“ galten sie noch bis nach1990. Man fand in der Nähe von Moskau in einem Archiv die Karteikarten von allen sowjetischen Kriegsgefangenen.


Mark Tilewitsch

 

 

10. Juli 1922

geboren in Moskau in einer jüdisch-ukrainischen Familie

 

1930–1940

Schulbesuch in Moskau

 

Herbst 1940

Einberufung zur Roten Armee, Armeedienst in Litauen

 

Juli 1941

Gefangennahme nach Verwundung

 

Herbst 1941

Transport über das Lager Ebenrode in Ostpreußen in das Stalag X D (310) Wietzendorf

Transport in das Arbeitskommando Meinkingsburg bei Nienburg

 

Ende Juni 1943

Flucht aus dem Arbeitskommando Meinkingsburg

 

Sommer 1943

Wiederergreifung bei Hannover

Verlegung in das Straflager Kirchdorf bei Nienburg

Verhaftung wegen Fluchtvorbereitung

Gestapogefängnis in Nienburg

 

20. November 1943

Einlieferung in das KZ Sachsenhausen

 

2. Mai 1945

Befreiung bei Schwerin während des Todesmarsches

 

1945–1946

Armeedienst in der sowjetischen Besatzungszone

 

1946

Heirat

 

ein Sohn

 

1946–1951

Studium an der Hochschule für Verlagswesen in Moskau

 

1951–2006

Arbeit als Journalist, später als stellvertretender Chefredakteur

der Automobilzeitschrift „Sa ruljom“ („Am Steuer“)

 

seit 2006

Berater des Chefredakteurs der Automobilzeitschrift „Sa ruljom“

 

1957–1991

ehrenamtliche Tätigkeit im sowjetischen Kriegsveteranenverband

 

seit 1984

Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees

 

seit Mitte der 1990er Jahre

Vizepräsident des russischen Verbandes ehemaliger KZ-Häftlinge

Mitglied im internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

 

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