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Süddeutsche Zeitung 10./11.9.11 -- Mästen im Akkord

10. September 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

Seite 30 / Süddeutsche Zeitung Nr. 209 HF3 WIRTSCHAFTSamstag/Sonntag, 10./11. September 2011

Mästen im Akkord

 

Der rücksichtslose und brutale Umgang mit Hühnern, Puten oder Schweinen bringt Massentierhalter und Fleischkonzerne immer mehr in Verruf. Im Land regt sichWiderstand. Bürgerinitiativen, Tierschützer, Umweltschützer und Veterinäre werfen der Branche massive Rechtsverstöße vor, die vonden Behörden viel zu selten aufgedeckt und verfolgt würden. Dabei geht es nicht nur um Tierquälereien, sondern auch um Missbrauch von Subventionen, Umweltverschmutzung und die Mauscheleien einer mächtigen Agrarlobby mit der Politik. Kaum eine Branche ist so intransparent – ein Dauerärgernis auch für Verbraucherschützer. Sie sprechen von Konsumententäuschung und fordern seit Jahren vergeblich eine bessere Kennzeichnung von Fleischprodukten.

 

Quälen, manipulieren und vertuschen

Die Massentierhaltung ist ein undurchsichtiges Milliardengeschäft. Politik und Agrarlobby sind eng verflochten

 

Von Silvia Liebrich

 

München – Es sind Bilder, die dem Betrachter gründlich den Appetit verderben. Schweine, eingepfercht auf engstem Raum im eigenen Dreck, Verletzungen

am ganzen Leib. Hühner und Puten, die mit abgeschnittenen Schnäbeln und Klauen im Dunklen dahinvegetieren. Zu sehen bekommen die meisten Verbraucher solche Aufnahmen nur dann, wenn Tierschützer mit heimlichen Aufnahmen an die Öffentlichkeit gehen, wie in der vergangenen Woche im Fall des größten deutschen Geflügelproduzenten Wiesenhof. In den meisten Ställen, Laboren und Zuchtanstalten hierzulande ist Publikum gänzlich unerwünscht. Kaum eine Branche ist so verschwiegen wie die deutsche Fleischindustrie. Hinter den Kulissen tobt ein harter Verdrängungswettbewerb – ein brutales Geschäft mit einem Jahresumsatz von 34 Milliarden Euro, das immer mehr zu Lasten von Tieren, Umwelt und der Steuerzahler geht. Tierschützer, Umweltschützer und Veterinäre werfen Mästern, Züchtern und Behörden massive Rechtsverstöße vor. Es geht um Tierquälerei, Missbrauch von Subventionen, Betrug und Umweltverschmutzung – ein undurchsichtiges System, das von der Politik gestützt wird.

 

Alle wollen mitverdienen

am wachsenden

Fleischhunger der Welt.

 

Doch die Heimlichtuerei schürt zunehmend Misstrauen, auch in Haßleben im nördlichen Brandenburg. Hier plant der holländische Agrarinvestor Harry van Gennip die größte Fleischfabrik Deutschlands. Jahreskapazität: mehr als 170 000 Mastschweine und 150 000 Ferkel. Anwohner und Naturschützer treibt das auf

die Barrikaden. Sie sehen in der gigantischen Anlage eine ernsthafte Bedrohung. Umliegende Felder und Seen könnten durch riesige Mengen von Gülle verseucht werden. „Einige Anwohner könnten sich noch gut an den penetranten Ammoniak- Gestank früherer Zeiten erinnern, Haßleben war schon zu DDR-Zeiten ein Zentrum der Schweinezucht“ ,sagt Thomas Volpers von der Bürgerinitiative „Kontra Industrieschwein“. Landauf, landab wächst der Widerstand. Hunderte von Bürgergruppen haben sich in den vergangenen Jahren formiert. Derzeit werden 99 Prozent der Masthühner und zwei Drittel der Schweinein Massenbetrieben gezogen. Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) will aus Deutschland eine weltweit führende Fleischexportnation machen, die mit Billiganbietern wie Brasilien und den USA konkurrieren kann. Mehr als 20 Prozent der deutschen Fleischproduktion wird inzwischen im Ausland verkauft, auch gestützt durch millionenschwere Exportsubventionen der Europäischen Union. Der Schweinemäster van Gennip ist kein Unbekannter in Ostdeutschland. In der Altmark mästet der Holländer bereits 65 000 Tiere, in Gerbisbach in Sachsen- Anhalt hat er eine weitere Großanlage errichtet. Dass hier trotzdem keine Schweine stehen, liegt an kämpferischen Bürgern, die das mit Einsprüchen bislang verhindert haben.

Auch andere Agrar-Dynastien aus Holland kommen nach Deutschland. Sie heißen Van Asten, Van Nooren oder Straathof. „Finanzinvestoren drängen ebenfalls ins Geschäft“, sagt Reinhild Benning, Agrarexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie alle wollen mitverdienen am wachsenden Fleischhunger der Weltbevölkerung.

Die Schweinemäster aus dem Nachbarland zieht es vor allem in den Osten Deutschlands. Dort gibt es viel Platz und brachliegende Liegenschaften ehemaliger DDR-Massenzuchtbetriebe. Seit die Niederlande Obergrenzen für die Nutztierhaltung eingeführt haben, ist ein Wachstum dort kaum mehr möglich. Eine Maßnahme, zu der sich die Regierung genötigt sah, weil die Umweltbelastung durch die Tierhaltung zu groß geworden war. Solche Bedenken hat man in Deutschland nicht, obwohl bereits jede zweite Grundwassermeldestelle überhöhte Nitratwerte ausweist – eine Folge von Überdüngung und zu viel Gülle auf den

Feldern. „In den vergangenen Jahren wurden die Umweltbestimmungen sogar noch gelockert. Die Merkel-Regierung hat sich hier den Wünschen der Agrarlobby gebeugt“, kritisiert Benning.

Für niederländische Investoren erweist sich die Expansion nach Deutschland auch in anderer Hinsicht als besonders lukrativ. „Sie kassieren gleich zweimal bei den Subventionen“, erklärt Benning. Zum einen bekommen sie in Holland Prämien, wenn sie ihren Viehbestand abbauen, pro Tier manchmal bis zu 200 Euro. „Mit diesen Einnahmen können Investoren dann neue Mastanlagen jenseits der Grenze errichten und streichen dafür oft nochmals Fördergelder aus Brüssel, Berlin und den Bundesländern ein – ganz legal“, ergänzt sie.

 

Zweifel an der Rechtmäßigkeit der gängigen Subventionspraxis sind dennoch angebracht, wie das Beispiel der Geflügelmästerei Guts-Gold Nord zeigt. Das Unternehmen gehört der französischen Doux-Gruppe, der größte Geflügelproduzent Europas. Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt seit 2009, es geht um von 4,7 Millionen Euro Ausfuhrerstattungen, die das Unternehmen zu Unrecht eingestrichen haben soll. Oberstaatsanwalt Andreas Gärtner gibt sich optimistisch:

Die Ermittlungen werden voraussichtlich noch in diesem Monat abgeschlossen sein“, sagt er. Der Konzern war 2008 mit 4,6 Millionen Euro EU-Subventionen der Spitzenempfänger unter den Fleischkonzernen in Deutschland. Bei Doux weist man auf Anfrage alle Vorwürfe zurück. Dort sieht man die Ermittlungen als Teil einer „Verleumdungskampagne“ gegen den französischen Konzern.

 

Die Branche in Niedersachsen

bewegt sich in einem

rechtlichen Graubereich.“

 

Das Zentrum der Schweine- und Geflügelzucht ist Niedersachsen – auf jeden Einwohner kommt hier statistisch gesehen ein Schwein. In diesem Bundesland laufen auch die meisten Anzeigen, etwa gegen Wiesenhof, den Putenmäster Heidemark und Vertragspartner. Die meisten davon hat die Tierschutzorganisation Peta gestellt. Dabei geht es nicht nurum Tierquälerei, sondern auch um die Verflechtungen von Politik, Behörden und Fleischindustrie. Peta-Rechtsexperte Edmund Haferbeck sagt: „In keiner Branche haben Ministerien und Behörden so viel Rechtsbrüche durchgehen lassen wie in der Geflügelindustrie. Die Branche in Niedersachsen bewegt sich in einem rechtlichen Graubereich und hat die Politik fest im Griff.“

Auch Landwirtschaftsexperten wie Professor Alois Heißenhuber von der TU München Weihenstephan werfen der Fleischindustrie Rechtsverstöße in der Massentierhaltung vor. Bei Kontrollen werde zu häufig über Missstände hinweggesehen, kritisiert er und fordert die Bundesregierung zum Handeln auf. „Zur Erarbeitung einer Strategie ist ein runder Tisch mit allen betroffenen Gruppierungen längst überfällig“, so Heißenhuber.

Bestes Beispiel für die Kumpanei zwischen Politik und Industrie ist für Haferbeck von Peta der Fall der früheren niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Grotelüschen (CDU), die 2010 nach nur wenigen Monaten im Amt zurücktreten musste. Ihr wurde die Nähe zur Agrarindustrie zum Verhängnis. Der Vorwurf: als Prokuristin eines Schlachtbetriebes in Neubrandenburg soll sie Dumpinglöhne und fragwürdige Arbeitsbedingungen mitverantwortet haben. Außerdem soll sie versucht haben, aufgedeckte Tierquälereien einer Putenerzeugergemeinschaft, die unter der Hauptverantwortung ihres Mannes steht, zu vertuschen. Die Ermittlungen sind laut Haferbeck nicht abgeschlossen. „Allein mit den Stellschrauben der Förderpolitik könnten die meisten Missstände in der Viehhaltung beseitigt werden“, glaubt er.

 

Beihilfen für Mäster

Es ist gerade mal zwei Wochen her, dass der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine brisante Studie vorgelegt hat: Demnach wurden die intensive Geflügel und Schweinemast sowie große Schlachtkonzerne in den Jahren 2008 und 2009 in Deutschland mit jeweils etwa einer Milliarde Euro an öffentlichen Fördergeldern unterstützt. Der Hauptteil davon, etwa 950 Millionen Euro jährlich, floss in den Anbau von Futtermitteln. Auch der Bau großer Mastanlagen wird in Deutschland mit öffentlichen Geldern gefördert: 2008 und 2009 jeweils mit durchschnittlich 80 Millionen Euro. Weitere jeweils 20 Millionen Euro flossen 2008 und 2009 an die zehn größten Schlachtfirmen – überwiegend in Form von Exportsubventionen.

 

dku

 

 

 

Ein grausamer Tod

 

Für Hennenzüchter sind männliche Küken völlig unbrauchbar. Beim Weltmarktführer Lohmann werden sie seit Jahren vergast

 

Von Kristina Läsker

 

Hamburg – Es gibt etwas, dass Hühnerzuchtbetriebe noch mehr fürchten als Salmonellen. Das sind Schlagzeilen über das Innenleben ihrer Brütereien. Gemessen daran, ist das erste Halbjahr nicht gut gelaufen für die Firma Lohmann Tierzucht GmbH (LTZ). Mitte Februar hatte die Staatsanwaltschaft Stade Strafbefehl gegen die zwei Geschäftsführer des Betriebs aus Cuxhaven erlassen, weil sie gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. Die Vorwürfe der Fahnder: Jahrelang wurden bei Hühnerküken die Kämme gekürzt und Zehen amputiert – obwohl das illegal ist. Zudem wurden für die Zucht unbrauchbare männliche Küken massenweise mit Kohlendioxid vergast oder geschreddert. Die Kadaver wurden weggeworfen und nicht verwertet. Doch solches Töten „ohne vernünftigen Grund“ ist untersagt.

Die Vorwürfe der Staatsanwälte wogen schwer, denn der Betrieb ist keine Klitsche. Im Gegenteil. Der Hühnerzüchter gehört zur Firmengruppe von Erich Wesjohann und ist die weltweite Nummer eins in der Zucht von Legehennen. Der 66-jährige Inhaber ist der Bruder von Paul-Heinz Wesjohann. Dieser ist Herr über den Geflügelkonzern Wiesenhof, der zuletzt durch eine ARD-Reportage über die brutale Tötung von Hühnern unter Druck geraten ist. Solch medialen Abschuss will Lohmann vermeiden. So ist weder der Chef in den nächsten zwei Wochen zu sprechen, noch darf die Zucht besichtigt werden. In abgeschirmten Brütereien in Dorum und Altenwalde werden jedes Jahr vier Millionen Küken produziert und in etwa 100 Länder geschickt. Die Küken dienen den Kunden als Legehennen. Ihre Eier sind auf die Vorlieben des Ziellandes abgestimmt. Kleine braune Eier für Deutschland, große weiße Eier für die USA – fast jedes dritte Hühnerei weltweit hat hier seinen Ursprung. In den Tierfarmen arbeiten Wissenschaftler daran, per Gentechnik neue Rassen zu züchten. „Für jede Haltungsform das geeignete Huhn – für jeden Markt das richtige Ei“, lautet das Motto. Die Firma mit den 120 Mitarbeitern hat 2010 etwa 64 Millionen Euro umgesetzt.

Die Recherchen der Staatsanwälte waren 2008 ins Rollen gekommen, nachdem die Tierrechtsorganisation Peta den norddeutschen Zuchtbetrieb wegen Verstümmelung angezeigt hatte. Gegenüber dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium hatte der Betrieb das Kürzen der Kämme und Zehen mit der Studie einer niederländischen Universität gerechtfertigt. Darin waren solcherlei Praktiken angeblich als „tierrechtskonform“ bezeichnet worden. Nach SZ-Informationen wusste die Firmenspitze aber bereits seit geraumer Zeit, dass sie sich in der Grauzone bewegte. „Kämme und Zehen schneiden bleiben im Prinzip illegal – wurden bisher jedoch nicht kontrolliert. Dieser Bereich bleibt sehr gefährlich für LTZ“, steht im Protokoll einer internen Ethik-Arbeitsgruppe, das der SZ vorliegt. Verfasst wurde das brisante Schriftstück schon vor gut fünf Jahren, im März 2006 – die Firma möchte sich dazu nicht äußern.

Die Behörden ließen Lohmann anscheinend gewähren, obwohl die Tierquälerei lange bekannt war. Das zeigen Briefe aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover von Juli 2010. Es sei davon auszugehen, dass der Kammschnitt bei Lohmann „aus wirtschaftlichen Gründen“ und nicht wegen „einer tierärztlichen Indikation“ durchgeführt werde, schreibt ein Mitarbeiter. „Dieses ist mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar.“

Diese Einschätzung bestätigt ein Gutachten der Ermittler: Konkret kommt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) zu dem Schluss, dass für die Eingriffe keinerlei Ausnahmegenehmigung eines Tierarztes vorgelegen habe. Die Kämme der männlichen Küken seien vielmehr aus „Kennzeichnungsgründen“ – und damit aus wirtschaftlichen Gründen – amputiert worden. Durch die Kennzeichnung lässt sich das Geschlecht erkennen und die männlichen Küken können leichter aussortiert werden. Für die Züchter gelten Hähne als unbrauchbar. Weil sie keine Eier legen und zu mager sind für die Fleischmast. Die Legehennenbranche nennt das „Sexfehler“.

Tierschützer schätzen, dass jedes Jahr bis zu 40 Millionen Eintagsküken sterben müssen, weil die Industrie keine Verwendung für sie hat. Das Töten von männlichen Küken sei weltweit üblich, betont der Sprecher von Lohmann. Dies sei allerdings eine „öffentlich schwer vermittelbare Praxis“, räumt er ein.

Nachdem das Amtsgericht Cuxhaven im Februar gegen die beiden Geschäftsführer den Strafbefehl über je 13 000 Euro erlassen hatte, legten die Unternehmenslenker Widerspruch ein. Der Grund: Sie hätten aufgrund der Höhe der angepeilten Strafe, sie umfasste 130 Tagessätze, als vorbestraft gegolten. Mitte April schließlich sollte der Prozess gegen die Beschuldigten beginnen. Doch dazu kam es nicht. Gericht, Ermittler und Anwälte einigten sich darauf, dass die Firma Lohmann eine Geldbuße über 100 000 Euro zahlt – und künftig das Stutzen der Kämme und Zehen unterlässt. Das Verfahren gegen einen der beiden Geschäftsführer wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt. Der zweite Firmenchef wurde verwarnt. Er erhielt eine zur Bewährung ausgesetzte Geldstrafe über 6500 Euro, das entspricht 50 Tagessätzen. „Wir haben ein deutliches Signal gesetzt, dass es sich um eine Straftat handelt“, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade.

Tierschützer beurteilen den Ausgang des Prozesses skeptisch. Denn der Weltmarktführer hat seine Praktiken nur teilweise geändert. Auf Anfrage heißt es, dass Lohmann seit Januar 2011 darauf verzichte, die Kämme zu kürzen. Die Amputation von Zehen werde bereits „seit zwei Jahren nicht mehr praktiziert“. Beibehalten hat der Betrieb aber das Töten der männlichen Küken. Das ist möglich, weil Lohmann nun einen rechtlich anerkannten „vernünftigen Grund“ liefert. Die Kadaver werden nicht mehr weggeworfen, sondern an Reptilien und Greifvögel in Zoos verfüttert.

Dies werde aber nur „vorübergehend toleriert“, betont eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Aber Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann (CDU) lässt sich Zeit, um diese Duldung zu beenden: Bis 2013 bleibt das Verbrennen oder Vergasen männlicher Küken erlaubt. Das halten viele für falsch. „Das ist ein perverses Geschäft“, meint Meyer, Abgeordneter der Grünen in Hannover. Der Parlamentarier kämpft dafür, dass alle Küken am Leben bleiben. „Es darf nicht sein, dass man Tiere züchtet, die weggeworfen werden.“

 

Für das illegale Stutzen von Kämmen musste Lohmann 100 000 Euro Geldbuße zahlen.

 

 

Begehrte Ware: : Das Bild zeigt Hühnerküken, die eine Woche alt sind. Männliche Küken sind unerwünscht und werden vergast.

 

Foto: Bernd Thissen/dpa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vollgestopftmit Antibiotika

Kritik am Missbrauch von

Medikamenten in der Viehhaltung

 

Von Jennifer Lange

und Silvia Liebrich

 

München – Was der Großbauer will, bekommt er auch. Dazu gehören auch massenhaft Medikament wie Antibiotika und Aspirin „In neun von zehn Praxen, in denen ein Landwirt den Tierarzt um eine Flasche Penizillin bittet, bekommt ein Tierhalter das Medikament sofort – auch ohne Untersuchung“, sagte Rupert Ebner, ehemaliger Vizepräsident der bayerischen Landestierärztekammer, der Süddeutschen Zeitung. Der Missbrauch von Medikamenten sei in der Massentierhaltung an der Tagesordnung. Das System lasse sich auch nur durch die hohe Medikamentierung der Tiere aufrechterhalten. Finde ein Tierarzt unter 30 000 Küken ein krankes Tier, reiche das, um alle Tiere vorsorglich mit Antibiotikum zu behandeln. „Oft schreibt der Tierarzt sogar bewusst eine falsche Diagnose aufs Papier, um eine legale Anwendung mit dem Antibiotikum vorzutäuschen.“ Ebner ist praktizierende Tierarzt mit 30 Jahren Berufserfahrung und kennt die Gepflogenheiten seiner Branche. Vor zweieinhalb Jahren warf er seinen Job bei der Landestierärztekammer hin, weil er dem nicht mehr zusehen wollte.

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) prangert ebenfalls den Missbrauch von Medikamenten an. Knapp 800 Tonnen Antibiotika wurden 2005 in der Nutzviehhaltung verwendet, erheblich mehr als in der Humanmedizin. „Das Erschütternde ist, dass diese Zahlen so alt sind“, sagt Reinhild Benning, Agrarexpertin des BUND. Neuere Zahlen gibt es nicht. „Die Bundesregierung stützt das Risikosystem Massentierhaltung, indem sie scheinbar gar nicht wissen will, welche Antibiotika in welcher Menge eingesetzt werden. “

 

Medikamente werden laut Ebner massenhaft verschrieben. Meistens unnötig und nur mit dem Hintergedanken, das anfällige System der Massentierhaltung am Laufen zu halten. Unter Betäubung könne ein Huhn die Schmerzen an den entzündeten Fußballen eben leichter aushalten. Auch seien viele Impfungen unnötig. Den Missbrauch von Arzneien zu kontrollieren, sei fast nicht möglich, meint Ebner. „Der Tierarzt sollte den Landwirt beraten, den Tieren möglichst wenig Medikamente zu geben.“ Tatsächlich lebe der gesamte Berufsstand aber von den verschriebenen Medikamenten. Für die Beratung gebe es keinen Cent. Die Abhängigkeit der Ärzte von der Pharmaindustrie sei riesig. Viele Tierärzte wagten es nicht, aus diesem System auszusteigen. „Im Prinzip gibt es überhaupt keine Praxis, die legal arbeiten kann, möchte sie wirtschaftlich überleben“, sagt Ebner.

 

Das Video dazu auf

www.sueddeutsche.de/ebner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ratlose Verbraucher

 

Wer Fleisch von glücklichen Tieren essen will, hat es schwer. Die Ernährungswissenschaftlerin Waltraud Fesser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erklärt,

worauf Verbraucher achten können:

 

SZ: Frau Fesser, hat man als Verbraucher überhaupt Einfluss?

 

Fesser: Selbstverständlich. Was nicht nachgefragt wird, lässt sich nicht verkaufen – insofern kann man einen gewissen Druck ausüben. Nach wie vor sind Verbraucher aber hilflos, weil sie Qualitätsunterschiede im Supermarkt nicht erkennen können. Hier ist der Handel in der Pflicht, besser über Qualitätsunterschiede zu informieren.

 

SZ: Welches Fleisch kann ich im Supermarkt überhaupt noch mit gutem Gewissen kaufen?

 

Fesser: Ein Großteil des Fleisches im Supermarkt ist ein No-Name-Produkt. Das heißt, man weiß nicht, wo es herkommt. Deshalb muss man sich als Verbraucher damit befassen, was sich hinter den einzelnen Marken verbirgt.

 

SZ: Namen wie „Bauernglück“ oder „Landfleisch“ hören sich ja schon mal gut an . . .

 

Fesser: Das hört sich zwar gut an, ist aber nichts anderes als ein Firmen- oder Produktname. Man muss schauen, wie die Haltungsbedingungen sind. Gütesiegel auf der Packung können helfen.

 

SZ: Die gibt es zu Dutzenden. Woran kann ich sehen, welches besser ist?

 

Fesser: Beim Metzger können Sie zumindest nachfragen, wie die Tiere gehalten werden. An der Kühltheke werden Sie das aber nicht sehen.

 

SZ: Wo kann man sich informieren?

 

Fesser: Bei den Verbänden, die das Siegel vergeben, im Internet oder bei den Verbraucherzentralen – oder man nimmt gleich Biofleisch.

 

SZ: Bio ist in jedem Fall besser?

 

Fesser: Zumindest sind die Landwirte an die Richtlinien der EU-Ökoverordnung gebunden. Und wenn man auf ein Verbandssiegel wie „Bioland“ setzt, hat man noch weitergehende Kriterien.

 

Interview: Frederik Obermaier

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BI Wietze gegen Schlachthof - Rundbrief 27.7.11

27. Juli 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

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Brand in Hähnchenmastanlage Vechelde

16. Juli 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

de.indymedia.org  16.7.11

Brand in Hähnchenmastanlage

asatue 16.07.2011 14:23 Themen: Ökologie
Erneut ein Brand in einer kurz vor der Inbetriebnhame stehenden Hähnchenmastanlage.
Bei Vechelde im Landkreis Peine (Niedersachsen) ist in der Nacht eine kurz vor der Inbetriebnahme stehende Hähnchenmastanlage in Brand geraten. Rund 100 Feuerwehrleute waren in der Nacht vor Ort. Menschen und Tiere wurden bei dem Brand nicht verletzt. Es entstand ein Sachschaden von rund einer halben Million Euro. Die Brandursache ist noch unklar, es könne sich um einen technischen Defekt, aber auch um Brandstiftung handeln.Die geplante Mastanlage soll ein Zulieferbetrieb für den Schlachthof Wietze werden. In Wietze bei Celle soll Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik errichtet und täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden. Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). Die Schlachtfabrik befindet sich zur Zeit in Bau und kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils 40.000 Tieren errichtet werden. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten. In Sprötze ist der Maststall vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Erst am 27. Juni wurde ein von TierbefreiunsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wiezte errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage brutal angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen).   
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Fleischexport nach Afrika

7. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

Veranstaltung: Fleischexporte nach Afrika - Fluch oder Segen?

Mi. 8.6.11, 19:30 Uhr, Urbanus Rhegius- Haus, Fritzenwiese 9, Celle

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster.

Referent: Stig Tanzmann vom eed,

Gäste: Samuel Onnallo Akpa und Dr. King- David Amoah

Mittwoch, 8.6.2011 um 19:30 Uhr im Urbanus Rhegius- Haus, Fritzenwiese 9, Celle


Am 8.6.2011 veranstaltet der VEN in Kooperation mit dem eed, Brot für die Welt und der Bürgerinitiative Wietze eine Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu den globalen Auswirkungen der Geflügelmast in Niedersachsen auf Afrika.

Stig Tanzmann, Samuel Onallo Akpa und Dr. King- David Amoah werden über die Situation hierzulande und in Afrika berichten. Dr. King-David Amoah ist Direktor der Ecumenical Association for Sustainable Agriculture and Rural Development/ECASARD und Vorsitzender des Dachverbands der Ghanaischen Bauernverbände GFAD, sowie im Vorstand des westafrikanischen Bauernverbands ROPPA. Samuel Onnallo Apka ist Geschäftsführer des nigerianischen Geflügelverbandes.
Mit dieser Veranstaltung sollen die Bevölkerung und die "Bürgerinitiative für den Erhalt unseres Aller-Leine-Tals e.V." aus Wietze über die globalen Auswirkungen unseres Fleischkonsums informiert werden, insbesondere über den Hühnchenteile- Export nach Afrika.
Die Auseinandersetzungen um die Großschlachtanlage mit ihren rund 400 geplanten Schlachthöfen sind seit nunmehr drei Jahren im Gang und haben bundesweit für Aufsehen gesorgt.

 

Wegebeschreibung zu Fuß vom Bahnhof aus:
Von der Bahnhofstraße Richtung Innenstadt, vorher links in die Mühlenstraße einbiegen, weiter über den Neumarkt und vor der Allerbrücke rechts in die Fritzenwiese abbiegen. Das Urbanus-Rhegius-Haus befindet sich links.

 

Kooperationsveranstalter: Brot für die Welt, EED, Eine- Welt- Laden Celle, BI Wietze

Der EED hat eine Studie zum Hühnerfleischexport nach Westafrika gemacht. Die Zusammenfassung "keine Chicken schicken" kann hier runtergeladen werden.

 

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Bauernsternfahrt über Wietze (2.6.11) nach Berlin

2. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

Reisebericht: Bauernsternfahrer auf großer Tour nach Berlin

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Foto: AbL - Start in Auerberg


Mit jeweils mehr als 200 Teilnehmern bei den beiden Auftaktveranstaltungen sind Sonntag Mittags die Bauernsternfahrer vom Auerberg im bayerischen Allgäu und vom Fischerdorf Greetsiel an der ostfriesischen Nordseeküste gestartet. Begleitet in die erste Tagesetappe wurden sie von zahlreichen Traktoren und Gespannen. So haben sie sich aus beiden Orten auf den über zehntägigen Weg nach Berlin bis vor das Kanzleramt gemacht.

 

Am 1. Juni erfolgte der Start der Hessen-Route in Breithardt, am Samstag, 4.6.2011 wird die vierte Route in Rostock Fahrt aufnehmen.
„Die Reform der EU-Agrarpolitik darf sich nicht auf das Geld beschränken. Wir brauchen vernünftige Rahmenbedingungen für den Markt. Wir Bauern wollen nicht von staatlichen Direktzahlungen abhängig sein, sondern von den Erlösen für unsere Erzeugnisse leben können“, erklärte Karin Mansholt, Vertreterin des BDM Niedersachsen in Greetsiel. „Wir streiten für faire Preise und für politische Rahmenbedingungen, die das ermöglichen“, machte Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter in Auerberg deutlich.

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Foto: Start in Greetsiel


Auch die Küstenfischer an der Nordseeküste unterstützen die Bauern-Sternfahrt. Sie brauchen einen fairen Markt für ihre Krabben. Deswegen haben sie mehrere Wochen gestreikt. „Wer weiter unsere Preise ruiniert, wird bald keine Kutter mehr in diesem idyllischen Hafen einlaufen sehen und keine Kuh mehr hier auf der Weide sehen“, so Dirk Sander, Vertreter der Norddeutschen Fischer beim Sternfahrt-Auftakt in Greetsiel.

Jan Wedel, Studierender der Agrarwissenschaften in Kassel und Mitorganisator der Süd-Tour, richtete seinen Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Die Bundesregierung ist maßgeblich verantwortlich dafür, wie die anstehende Reform der EU- Agrarpolitik ausfallen wird. Weil uns das alle etwas angeht und keine Sache der Hinterzimmer sein darf, mischen wir uns aktiv in diesen Prozess ein“, erklärte Wendel. „Wer weiter auf agrarindustrielle Strukturen setzt, entzieht den Bäuerinnen und Bauern die Existenzgrundlagen, wie das in viele Regionen Europas leider jetzt schon der Fall ist. Um diesen Prozess zu stoppen, fahren wir nach Berlin.“

Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Deutschland, zog in seinem mit sehr viel Leidenschaft vorgetragenen Statement am Auerberg Parallelen zwischen der Agrarpolitik und der Energiepolitik der deutschen Bundesregierung. Zu nächtlicher Stunde wurde der Ausstieg der Bundesregierung aus dem Atomausstieg vor wenigen Monaten unter Einbezug der „Strom-Lobby“ beschlossen. Die bisherige Agrarpolitik der Bundesregierung ist ebenfalls maßgeblich geprägt von den großen Konzernen der Ernährungswirtschaft. Sie zerstört bäuerliche Existenzen. „Wir wollen und können uns diese verfehlte Politik der Bundesregierung nicht mehr erlauben. Ein Systemwechsel hin zu einer bäuerlich-nachhaltigen Landwirtschaft ist dringend notwendig.“

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Bei der gemeinsamen Kampagne „Meine Landwirtschaft – unsere Wahl“ geht es darum, in welchen Händen die Landwirtschaft in der Zukunft liegen soll: Bei wenigen Konzernen, die den Bauern vorgeben, wie und was sie zu produzieren haben oder in den Händen der Bauern, die in ihrer Vielfalt von Strukturen und Regionen unter Einbezug von Erkenntnissen moderner Tierzucht und Pflanzenbau nachhaltig die Menschen mit hochwertigen Nahrungsmittel versorgen.
Verfolgen Sie die Route der Sternfahrer weiter hier auf unserer Homepage, besuchen Sie die Veranstaltungen und fahren Sie gerne eine Etappe auf dem Weg nach Berlin mit!

 

 

Reisebericht    

Tag 1: Start der Bauernsternfahrt

Um ca. 10.00 Uhr trafen die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung in Greetsiel ein. Der Hafen füllte sich nach und nach mit etwa 40 Treckern und 200 Menschen - Bauern und Mitglieder der anderen Organisationen. Allein der Anblick Trecker an Trecker, aufgereiht an der Hafenkante und im Hintergrund die Masten der Fischkutter war imposant. Nach einem Gottesdienst begann die Auftaktveranstaltung.

Karin Mansholt hielt die Eröffnungsrede und stellte die Situation und Forderungen der Milchbauern dar.
Dirk Sander, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft, sprach für die Krabbenfischer und kündigte seine Anwesenheit am 9.Juni in Berlin an.
Des Weiteren stellten Vertreter des NABU, des BUND sowie Vertreter von Bürgerinitiativen Ihre jeweiligen Botschaften und Forderungen vor.
Auch die Politik nahm uns wahr. Es gab Grußworte von den Grünen, von Frau König, von den Linken, sowie von Herrn Groote, EU-Abgeordneter der SPD. Die Medienpräsenz war riesig (Bericht Tagesschau um 16.30).

 

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Weiter ging es mit 10 Treckern nach Hesel, hier machten wir Kaffeepause bei Christa und Steffen Hinrichs.
Unser nächstes Ziel war Edewecht, das Käsewerk der ehemaligen Nordmilch, nun Deutsches Milchkontor (DMK).
Auch hier waren wir dann letztlich mit 16 Treckern anwesend. BDM-Vorstand Martin Morisse sprach über die Nichtteilnahme der Milchbauern am Markt. Er stellte unsere Forderung nach Rahmenbedingungen zur Marktteilnahme in den Fokus seiner Ausführungen.
Den Abschluss bildete dann ein schöner Grillabend bei Familie Ahlers in Bad Zwischenahn.
Der erste Tag ist geschafft. Wir sind mit dem Verlauf heute sehr zufrieden, die Routen haben alle gut geklappt, die Polizei ist sehr freundlich.

Viele Grüße
Johanna Böse-Hartje

 

 

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Foto: Eckard Wendt/AGfaN e.V.


Tag 2: 

 

Heute starteten wir aus Bad Zwischenahn nach Cloppenburg zum Bauerntag des Bauernverbandes. Eingeladen waren der niedersächsische Landwirtschaftsminister Lindemann sowie Ministerpräsident Mc.Allister. Die Teilnehmer der Sternfahrt wurden auf einen abgetrennten Teil des Platzes verwiesen. BDM und AbL waren gut vertreten,  Tierschützer, BUND und Bürgerinitiativen waren auch vor Ort. Trotz Absperrung hatten wir Gelegenheit mit Landwirtschaftsminister Lindemann zu reden – er schlüpfte unter dem Absperrband durch, um mit uns zu sprechen. Bei der Veranstaltung erklärte er, dass es Formen der Landwirtschaft gäbe, die vom Verbraucher nicht mehr akzeptiert würden und darum einer Änderung bedürften.

Von Cloppenburg ging es weiter nach Barver, wo wir abends eintrafen. Hier werden wir morgen den ganzen Tag sein - mit vollem Programm.

Viele Grüße
Johanna Böse-Hartje

 

Tag 3:      

Heute waren wir den ganzen Tag in Barver. Tagsüber standen Betriebsbesichtigungen und ein Gespräch mit zwei Landratskandidaten auf dem Programm.

Am Abend gab es dann eine große Podiumsdiskussion.  Das Eingangsreferat wurde von Karl-Dieter Specht gehalten, der sich seit Jahren mit der Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung und politischen Zusammenhängen befasst. Er machte an Hand von Auswertungen klar, dass nicht nur Milch und Milchprodukte, sondern auch Schweine-, Geflügel- und Rindfleisch aus Europa auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig sind. Er stellte beispielhaft eine Berechnung für den Betrieb Kriesman für 1600 Kühe und für die ursprünglich geplanten 3200 Kühe auf. Er kam zu dem Schluss, dass weder mit 1.600 noch mit 3.200 Kühen günstiger produziert werden kann. Nach seiner Berechnung ist die Kostendegression bei 140 Kühen beendet.

Auf dem Podium waren außerdem aus dem niedersächsischen Landtag alle Parteien außer der FDP vertreten. Der Samtgemeindebürgermeister der Gemeinde Rehden begründete die Entscheidung, die geplante Stallvergrößerung von 3200 auf 1600 Kühe zu reduzieren.

Kritische Worte kamen außerdem von einem praktizierenden Tierarzt.

Die CDU setzte in der Diskussion vor allem auf Wachstum und Weltmarkt; die Meinung der SPD wurde nicht deutlich. Alle anderen waren sich einig, dass nicht die Größe, sondern der faire, kostendeckende Preis das alleinige Kriterium ist. Bauern müssen Marktmacht bekommen und Lebensmittel da produziert werden, wo sie gegessen werden.

Nun geht es weiter nach Hannover. Hier erwartet uns die Ausstellung „Mensch Macht Milch“. Das Kommen und Verlassen der Trecker funktioniert gut. Wir fahren durchschnittlich mit 8-10 Treckern.

Viele Grüße
Johanna Böse-Hartje

 

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Tag 4:  

Mittwoch, 1. Juni, Tag der Milch:

Wir sind gut in Hannover angekommen und hängten dort in der Marktkirche die Ausstellung „Mensch Macht Milch“ auf. Veranstaltung auf dem Marktplatz unter der Schirmherrschaft von Christian Meyer, Vorsitzender des Agrarausschuss von Bündnis 90/Die Grünen:

Redner waren: Die Pastorin der Marktkirche, Herr Becher von Misereor, Herr Hoppe, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen, Christian Meyer (s.o.), Johanna Böse-Hartje, BDM und AbL

Alle waren sich einig, dass wir andere Marktregeln brauchen und dass wir mit unserer Überschussproduktion den Hunger in die Welt exportieren.

Wir stehlen den Menschen aus den Ländern des Südens das Essen vom Teller, um hiermit unsere Fleisch- und Milchüberschüsse zu produzieren und dann einen Großteil davon wegzuschmeißen und den Rest zu Dumpingpreisen zu exportieren. Dies führt zu nichts anderem, als Bauern hier und dort  kaputt zu machen.

Die Ausstellung ist leider nur am 1. Juni in der Marktkirche zu sehen. Nach der gelungenen und gut organisierten Veranstaltung in Hannover hieß es wieder: “Aufsitzen!“ Und weiter ging es Richtung Wietze. Die Polizei gab alles, uns schnell aus Hannover rauszuschleusen – schließlich waren wir mitten im Feierabendverkehr. In Wietze bereitete die Bürgerinitiative gegen den Geflügelschlachthof Wietze einen überwältigenden Empfang. Bei leckerer Pizza, Bier und Wein wurden die Gemeinsamkeiten unserer Anliegen herausgearbeitet.

Der Geflügelmarkt, der sich gerade einem 100%igen Sättigungsgrad nähert, wird durch solche industriegesteuerten Wachstumsprojekte den gleichen Weg gehen, wie der Milchmarkt: Überproduktion – Preisverfall – Ausschluss der Bauern vom Markt!

Durch die gute und umsichtige Arbeit der BI Wietze haben viele Bauern diese Teufelsspirale erkannt.

Der Schlachthof braucht mindestens 80 Hähnchenmastbetriebe, um seine Kapazitäten auszulasten. Es gibt aber bis dato nur vier Mastbetriebe. Durch den Bau weiterer Mastbetriebe, ausgelöst durch den neuen Schlachthof, würde die Nachfrage nach Flächen, zumindest zur Ausbringung des Hähnchenmistes, stark ansteigen. Die Folgen sind weiter steigende Pachtpreise.

Wir erwarten den morgigen Tag mit höchster Spannung. Die BI organisiert die Veranstaltungen und wir wissen von mehreren BI` aus Niedersachsen, die uns morgen unterstützen werden. Ebenso freuen wir uns auf die Also aus Oldenburg – auch ihr ist kein Weg zu weit, unsere gemeinsamen Forderungen auf einen guten Weg zu bringen.

Unsere Fahrercrew ist mittlerweile komplett ausgetauscht, jetzt fährt die hoffnungsvolle Jugend, lediglich Georg Greß ist noch seit Greetsiel dabei. Er ist nun zum Jugendbeauftragten ernannt worden. Morgen mehr.

Johanna Böse-Hartje

 

Tag 5:     -NEU-

Wietze_Treck_Sternfahrt_1.jpgDonnerstag, 2.6.11

Heute hatten wir ein volles Programm. Nach einem guten Frühstück startete das Programm der Bürgerinitiative (BI) Wietze. Die Trecker vermehrten sich, die zweite Nordroute war in der Nacht aus Schleswig-Holstein gestartet und stieß zu uns zu. Auf der Fahrt durch den Ort zum Gottesdienst, trafen noch mehrere Trecker aus der Region ein. Gemeinsam mit der BI besuchten wir den Freiluftgottesdienst.

Die anschließende Veranstaltung gegen den Schlachthof und die angestrebten Masthähnchenställe war von der BI gut organisiert. Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf stellte die herrschende Agrarpolitik vor dem Hintergrund dieser Großschlachtanlage dar. Vor dem Hintergrund, dass wir schon jetzt einen100% igen Selbstversorgungsgrad erreicht haben, wird der Hähnchenmarkt den gleichen Weg gehen wie die Milchproduktion. Es werden Überschüsse produziert, die dann zu Dumpingpreisen auf den Markt geschleudert werden. Verlierer ist wieder der Bauer.

Wietze_Demo_1.jpgDie BI hat sehr daran gearbeitet einen guten Kontakt zu den Bauern in der Region herzustellen und viele Bauern stehen diesem Projekt kritisch gegenüber. Bisher sind lediglich 4 Bauanträge für entsprechende Hähnchenmastställe gestellt worden.

Herr Juretzko, Vorsitzender der BI, berichtete uns diesen Sachstand und die Beweggründe, Aktionen und Erfolge der Gruppe.

Johanna Böse-Hartje machte noch mal wieder klar, wie wichtig das Bündnis von Bauern und Verbraucher ist.

 

Weiter ging die Fahrt nach Uelzen. Wir sind heute Abend ziemlich erschlagen, weil wir einen Tag mit Pech und Pannen zu bewältigen hatten. Bei einem Trecker war eine Schraube locker, beim nächsten die Wasserleitung defekt und der dritte wollte erst gar nicht wieder anspringen. Außerdem mussten wir auch noch einen Treckerfahrer wegen Erschöpfung aus dem Verkehr ziehen. Aber mit gebündelter Anstrengung haben wir alle Widrigkeiten aus dem Weg geräumt.

 

 

 

Abends hatten wir dann noch eine gute, aber wenig besuchte Veranstaltung vor der Molkerei Uelzena. Untergebracht sind wir heute bei Familie Burmeister in Schmölau. Morgen geht es weiter ins Wendland.

 

Viele Grüße

Johanna

 

 

 

 

 

 

Bustouren nach Berlin     

Am Sonntag sind mit beeindruckenden Bildern und Teilnehmerzahlen die SternfahrerInnen in Greetsiel/Ostfriesland und am Auerberg/Allgäu gestartet. Zwischenzeitlich haben sie schon einiges an Wegstrecke zurückgelegt, sind überall herzlich empfangen worden und konnten eine Menge interessanter  Gespräche und Veranstaltungen halten. Es entwickelt sich Tag für Tag mehr Dynamik, nun geht es darum, diese zu nutzen und die Sternfahrt zu einem weiteren Mosaikstein auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Agrar- und Milchpolitik werden zu lassen. Heute startet die dritte und am Samstag dann noch die vierte Route.

Sehr interessant, welche Nachdenkprozesse durch  Organisationen übergreifendes Engagement ausgelöst werden können. Zwischenzeitlich sehen auch  konservativ gestrickte Politikgrößen zunehmend die Notwendigkeit, Agrarpolitik zu betreiben, die gesellschaftlich akzeptiert werde. (Landesbauerntag Niedersachsen in Cloppenburg)

Nun gilt es für uns BDMler, schon an den Abschluss der Sternfahrt am 9.6.2011 in Berlin zu denken. Ab 10 Uhr findet vor dem Bundeskanzleramt eine „Bauerntafel“ unter der Überschrift „Angela, wir müssen reden!“ statt. Neben  leckerem Essen gibt es eine Menge interessanter Wortbeiträge, so unter anderem auch von Romuald Schaber. Nach jetzigem Kenntnisstand wird die Bundeskanzlerin nicht dabei sein (Anmerkung: wurde auch nicht erwartet), trotzdem wird aus dem Bundeskanzleramt genau beobachtet werden, in welcher Formation wir gemeinsam mit den BürgerInnen am 9.6.2011 aufschlagen werden.

Ab 18 Uhr (derzeitiger Planungsstand) findet dann in den Moritzgärten in Berlin-Kreuzberg die Abschlussparty mit Musik und Tanz statt. Für die Zeit dazwischen planen wir derzeit noch an einem „Übergangsprogramm“.

Erste Busfahrten nach Berlin sind schon organisiert, so im Allgäu und in Ostfriesland. In Nordrhein-Westfalen wird ebenfalls an einer Fahrt nach Berlin gearbeitet. Nachdem uns bezüglich des Abschlusses der Sternfahrt in Berlin immer mehr Nachfragen erreichen, bitten wir  alle unsere BDM-Teams an, sich ebenfalls mit dem Gedanken, gemeinschaftlich nach Berlin zu fahren, zu beschäftigen.

Um für Euch eine bessere Planbarkeit der Fahrten zu schaffen, werden die jeweils feststehenden Busrouten im Laufe der nächsten Tage auf unserer Homepage www.bdm-verband.de  mit den entsprechenden Ansprechdaten eingestellt. Wenn   Euere eigene Tour geplant und festgelegt ist, sind die Daten an die Büros zur Einstellung zu leiten und schon steht sie online.

Bei der Bäuerinnenaktion 2009 in Berlin wurde der Kanzlerin angekündigt, wieder zu ihr zu kommen. BDM-Teamleiterin Waltraud Högner schreibt: „Wir haben noch einen Koffer in Berlin, deshalb fahren wir da hin“. In dem Koffer befinden sich sicherlich die Hausaufgaben für unsere Kanzlerin, übergeben wir diesen mit einer starken BDM-Präsenz.

Wir sehen uns in Berlin!!

 

Aufruf Busfahrt OALI nach Berlin

Aufruf Busfahrt Niedersachsen -NEU-

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Klasse statt Masse

18. Januar 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

Bundesweite Mobilisierung zur Demonstration für Wende in der Landwirtschaftspolitik am Sonnabend in Berlin. Veranstalter rechnen mit mindestens 5000 Teilnehmern

Von Rainer Balcerowiak
Traktorendemos wie hier im Mai 2009 sind in Berlin mittlerweile
Traktorendemos wie hier im Mai 2009 sind in Berlin mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Am Sonnabend demonstrieren Landwirte für eine bäuerliche, ökologische Landwirtschaft
Mehr Rückenwind hätten sich die Initiatoren der Großdemonstration für eine Wende in der Landwirtschaftspolitik am kommenden Sonnabend in Berlin nicht wünschen können. Mehr als 120 Organisationen haben sich dem Aufruf »Wir haben es satt« mittlerweile angeschlossen. Zwar sei der aktuelle Dioxinskandal »nur die Spitze des Eisbergs«, doch hätten die Vorgänge um verseuchte Futtermittel viele Menschen aufgerüttelt, so der Sprecher des Bündnisses, Jochen Fritz, am Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Es sei höchste Zeit, die Weichen für eine gentechnikfreie, ökologische und bäuerliche Landwirtschaft zu stellen, was auch im Sinne der Verbraucher sei.

Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) verwies auf die personellen Verflechtungen zwischen Agrarpolitikern, Deutschem Bauernverband und Futtermittelindustrie. In der Zeit der großen Koalition habe es diese unheilige Allianz geschafft, Gesetzesänderungen im Interesse der Agroindustrie und der Massentierhaltung durchzusetzen. So seien die Kopplung der Genehmigung für Großbetriebe an Futtermittelanbau aufgehoben und die Bestimmungen zur Gülleentsorgung aufgeweicht worden. Erklärtes Ziel sei es dabei gewesen, so Benning, Investoren für Mastbetriebe zu gewinnen. Auf der anderen Seite seien Förderprogramme für die ökologische Landwirtschaft zurückgefahren und in einzelnen Bundesländern wie z.B. Schleswig-Holstein sogar komplett eingestellt worden.

Marita Wiggertaler von der entwicklungspolitischen Organisation Oxfam forderte ebenfalls eine radikale Umorientierung. Deutschland sei mittlerweile der weltweit drittgrößte Agrarexporteur. So seien besonders die hochsubventionierten Ausfuhren nach Afrika binnen weniger Jahre bei Schweinefleisch um 500 und bei Geflügel um 250 Prozent gestiegen. Hierzulande bedeute dies Massentierhaltung mit all ihren ökologischen Folgen und in den Abnehmerländern den Ruin der lokalen Produzenten und die Zerstörung regionaler Wirtschaftskreisläufe, was eine der wichtigsten Ursachen für den Hunger in Teilen Afrikas sei. Der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf und sein Amtskollege Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft, verwahrten sich gegen den häufig geäußerten Vorwurf, daß eine weitgehende Abkehr von der Massentierhaltung und die Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft zu rasant steigenden Preisen führen und sozial benachteiligte Menschen besonders empfindlich treffen würde. Würde man die tatsächlichen Kosten für die Produktion »billigen« Fleisches zugrunde legen, wäre dessen Preis um ein Vielfaches höher, so Löwenstein. So habe alleine die durch industrielle Futtermittelproduktion verbreitete Rinderseuche BSE in der EU volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 20 Milliarden Euro verursacht, die größtenteils der Steuerzahler aufzubringen hatte. Die Schäden durch Gülleverklappung bewegten sich ebenfalls im Milliardenbereich. Auf der anderen Seite würde die Umwidmung von Agrarfördermitteln weg von Großproduzenten hin zur artgerechten und naturnahen Landwirtschaft preisausgleichend wirken. Baringdorf betonte, jeder Mensch habe ein Recht auf gesunde und möglichst wenig mit Schadstoffen belastete Lebensmittel, deren Erzeugung zudem nicht die Umwelt ruiniere. Mit diesen müsse in jeder Hinsicht bewußter umgegangen werden. Derzeit würden bis zu 30 Prozent aller Lebensmittel vernichtet. Auch sei ein Konsum von über 80 Kilogramm Fleisch und Fleischprodukten pro Kopf und Jahr keine soziale Errungenschaft, sondern »mehr Leid als Lust«.

Die Protestaktionen beginnen am Sonnabend um 10 Uhr mit einer Traktorenparade zum Messegelände, wo am Tag zuvor die weltweit größte Agrarshow, die Grüne Woche, eröffnet wird. Um 12 Uhr startet die eigentliche Demonstration vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor. Nach der Kundgebung gibt es dort noch ein »Rock for Nature«-Konzert. Die Veranstalter rechnen mit mindestens 5 000 Teilnehmern.

Im Internet:www.wir-haben-es-satt.de
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Good Food, Bad Food - Anleitung für eine bessere Landwirtschaft

12. Januar 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

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"Good Food, Bad Food - Anleitung für eine bessere Landwirtschaft" ab 20. Jan. im Kino

 

Vorpremieren des Dokumentarfilms von Coline Serreau laufen z. Z. bundesweit. Termin in Hannover: 17.Jan., 19.30, Kino am Raschplatz - anschl. Diskussion mit Kooperationspartnern vom Bioland-Verband und Greenpeace Hannover. Wo Erwin Wagenhofer's "We feed the World" oder die Dokumentarfilme zu Agrargentechnik-Konzernen von Marie Monique Robin oder Bertram Verhaag endeten, fängt Serreau's Doku an. Die Regisseurin lässt Fachleute selbst zu Wort kommen - diese gehen längst bekannte, alternative Wege in der Landwirtschaft. www.goodfood-badfood.de Sondersendung zum Thema Ökolandbau folgt.

 

Quelle: radioflora.de

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radio flora, Sylvia Schmidt / Filmverleih: Alamode Film

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KRACH SCHLAGEN STATT KOHLDAMPF SCHIEBEN

7. Januar 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

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mehr denn je ist es erforderlich, dass sich Erwerbslose für ihre Interessen einsetzen und Bündnispartner suchen und Kooperationen eingehen, damit dem sozialen Kahlschlag etwas entgegengesetzt werden kann.

 KS1

Wir unterstützen den Aufruf des Erwerbslosenbündnisses „Krach schlagen statt Kohldampf schieben“ und rufen dazu auf, an der Demonstration in Berlin Samstag, 22.01.2011 12.00 Uhr teilzunehmen, damit der Forderung nach 80,00 € mehr für gesunde Ernährung Nachdruck verliehen wird.

 


 

Aufruf:

Das Erwerbslosenbündnis                             
„Krach schlagen statt Kohl-                                  
dampf schieben“ ruft auf……zur Demonstration in Berlin::::22. 1. 2011, 12 Uhr, Hauptbahnhof   „Wir haben es satt!“

 

Erst kommt das
Fressen, dann
die Moral?
oder:
Was hat Hartz IV mit der Lebensmittelproduktion zu tun?
Am 22. Januar demonstrieren in Berlin Umweltschützer, Landwirte und Verbraucher unter
dem Motto „Wir haben es satt!“ gegen die Massenproduktion der Agrarindustrie, gegen
Agrar-Exportsubventionen, Preisdumping und Gentechnik in der Lebensmittelproduktion
und für gentechnikfreie, gesunde und fair produzierte Lebensmittel, eine bäuerlich ökologische,
tiergerechte sowie klimaschonende Landwirtschaft in Europa und weltweit.
(Siehe auch: www.wir-haben-es-satt.de)
Tierfabriken (z. B. Geflügel- oder Schweinemast) oder Eierfabriken bedeuten tierquälerische Produktion,
belasten Luft und Wasser, zerstören regionale bäuerliche Landwirtschaft, setzen importiertes
(Gentech-)Soja als Futtermittel ein, gehen einher mit Mega-Schlachthöfen und der Ausweitung
von Billigjobs und Leiharbeit.
Eine Agrarpolitik der Europäischen Union, die auf ständiges Wachstum und eine exportorientierte
Landwirtschaft ausgerichtet ist, überschwemmt z. B. in Afrika und Asien die Märkte mit hoch subventionierten
Produkten und zerstört damit die Lebensgrundlagen von Kleinbauern. Mit Lebensmittelexporten
zu Dumping-Preisen treibt die EU Armut und Hunger voran.
Gentechnisch veränderte und patentierte Pflanzen sichern wenigen Konzernen den Absatz von
Saatgut und dazugehöriger Agrarchemie und den entsprechenden Profit. Sie sind – einmal freigesetzt
– mit unvorhersehbaren Auswirkungen für Umwelt und den übrigen (Nutz-)Pflanzenbestand
verknüpft. Patentrechte am Saatgut in der Hand der großen Agrar-Multis bedeuten Abhängigkeit
und Ausplünderung auch der Landwirte.
Warum sollten Erwerbslose sich an dieser Demonstration beteiligen?
Ein Erwachsener, der von Hartz IV oder Sozialhilfe lebt, hat derzeit nur 3,94 Euro täglich für seine
Ernährung, Kinder deutlich weniger als drei Euro. Da bleibt nur der Weg zum Discounter, um die
Ernährung über Billigstangebote zu sichern. Der Preiskrieg der Discounter und die daraus folgenden
unfairen Wirtschaftsbeziehungen und elenden Lebens- und Arbeitsverhältnisse werden umso
härter, je geringer die unteren Einkommen ausfallen. Sinkende Einkommen und zu niedrige
Hartz IV-Regelsätze sind das Schmiermittel, das einen Markt für Billigstprodukte am laufen hält.
Aber wir wollen diese Elendsspirale nicht länger mitmachen, wir wollen nicht als Rechtfertigung für
eine menschenfeindliche und naturzerstörerische Lebensmittelproduktion missbraucht werden.
Deshalb fordern die Erwerbslosennetzwerke mindestens 80 Euro mehr im Regelsatz für eine gesunde
Ernährung, gesetzliche Mindestlöhne und faire Erzeugerpreise für Nahrungsmittel.
Zu wenig Hartz IV ist schlecht für alle!
Gentechnikfreie, gesunde und fair produzierte Lebensmittel, eine bäuerlich ökologische
Landwirtschaft in Europa und weltweit, eine tiergerechte und klimaschonende Landwirtschaft
– wird es ohne ein menschenwürdiges Mindesteinkommen für alle nicht geben.
Daher wollen wir uns an der „Wir haben es satt!“-Demo mit einem „Krach schlagen“-Block
und einem eigenen Flugblatt beteiligen, um auch unserer Forderung nach 80 Euro mehr für
gesunde Ernährung Nachdruck zu verleihen.
www.krach-statt-kohldampf.de

 


 

 

 


 

Mobi-Spot zur Demo online auf Youtube

Unser Mobilisierungsvideo ist fertig! Mit kleiner Verzögerung ist zum 03. Januar unser Mobi-Spot zur Demo fertiggestellt und online gegangen. Informieren Sie sich über die Zusammenhänge zwischen Tierfabriken, Gentechnik und Dumping-Exporten und vor allem:

Leiten Sie das Video an Ihre Freunde und Bekannte weiter und fordern Sie somit Menschen auf, zur Demo nach Berlin zu kommen!

 

 



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