Overblog Folge diesem Blog
Administration Create my blog

Posts mit #kampf gegen nazis - bundesweit tag

Pau warnt vor zunehmenden Rechtsextremismus in Deutschland

20. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

 20.September 2008

Berlin (ddp). Die Vizepräsidentin des Bundestages, Petra Pau (Linke), sieht den Rechtsextremismus in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Im statistischen Schnitt gebe es Stunde für Stunde zwei rechtsextreme Straftaten und Tag für Tag zwei derartige Gewalttaten, schrieb Pau in der Kolumne der Woche der Nachrichtenagentur ddp. Sie hob hervor: »Rechtsextremismus ist hierzulande also längst wieder eine Gefahr für Leib und Leben.« Doch nehme kaum jemand davon Notiz. Zudem würden Programme gegen Rechts immer weiter reduziert.

 

Als Beispiel nannte Pau das Hilfsprogramm »Exit«, das Neonazis helfen soll, aus der rechtsextremistischen Szene auszusteigen. »Exit« fehlten aktuell 80 000 Euro, um das Projekt in bewährter Qualität fortzuführen. Wenn man bedenke, dass allein für Logis und Betreuung der Ehrengäste zum Bundeswehr-Gelöbnis vor dem Reichstag die Regierung 200 000 Euro ausgegeben habe, dann bleibe für sie nur festzuhalten: »Die politischen Relationen tanzen Kobolz.«

Rechtsextremismus und Rassismus seien weder ein Rand-, noch ein Jugend-, noch ein Ost-Problem, hob Pau hervor. Sie nisteten inmitten der Gesellschaft. Daher müsse es statt Sonntagsreden ein gemeinsames Handeln geben. Dazu gehöre auch eine unabhängige Beobachtungsstelle für Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, die ohne politische Sperren analysiere, was wirklich sei - bundesweit und regional.

Pau regte zudem an, dass der Bundestag eine Beauftragte für Demokratie und Toleranz bestellen sollte, die alle Ressourcen der Ministerien gegen Rechtsextremismus koordiniert. Schließlich gehörten alle Bundesprogramme auf den Prüfstand. Das wäre »hilfreicher als folgenlosen Debatten über ein NPD-Verbot«.

(ddp)

Quelle: Linie eins

Weiterlesen

neverything - nazi fly away

20. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

...zum Nachdenken und zum Lachen.

Weiterlesen

Rechtsextreme auskontern. Ein guter Ratgeber.

20. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

Cover der Broschüre Streiten mit Neonazis
Der Verein Miteinander e.V.  in Magdeburg hat seine lehrreiche Broschüre über den Umgang mit Rechtsextremen neu aufgelegt. Die erste Auflage des Heftes „Streiten mit Neonazis?“ stieß bei Multiplikatoren in Vereinen, Parteien und Verbänden auf breite Resonanz, denn die gezielte öffentliche Provokation des politischen Gegners ist weiterhin fester Bestandteil rechtsextremer Politik. Wie also am besten reagieren?

Das Heft gibt guten Rat, wie schon vorbeugend damit umgegangen werden kann, wenn Neonazis eine Veranstaltung 'okkupieren' und umfunktionieren oder Besucher einschüchtern wollen. Mittlerweile ist die in der Broschüre vorgeschlagene „Antidiskriminierungsregel“ guter Standard bei Veranstaltungen von Bürgerbündnissen und Initiativen im Land geworden. Insbesondere geht es um die so genannte Wortergreifungsstrategie neonazistischer Gruppen bei Veranstaltungen demokratischer Organisationen und die Möglichkeiten, der Wirkung der Selbstinszenierung rechter Gruppen einzugrenzen.

Aus dem Inhalt:


- Die Strategie der Wortergreifung
- Ideologie der extremen Rechten
- Tipps und Hinweise für Veranstalter/innen
- Rechtliche Hinweise
- Checkliste für eine gelingende Veranstaltung

Hier ein Textbeispiel aus der Broschüre, die über die Geschäftsstelle von Miteinander e.V. bezogen werden kann:

Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.
Erich-Weinert-Str. 30
39104 Magdeburg
Email: net.gs@miteinander-ev.de

Darüber hinaus steht sie im PDF-Format zum Download zur Verfügung.



www.mut-gegen-rechte-gewalt.de
Weiterlesen

DFB-Präsident Zwanziger erhält Demokratie-Preis für Fussball- Engagement gegen Nazis

19. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

 
Eine ausgesprochen gute Wahl: Für sein überzeugendes Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rechtsextremismus und die begonnene Auseinandersetzung mit der Geschichte des Deutschen Fußball-Bunds im Nationalsozialismus erhält DFB-Präsident Theo Zwanziger in diesem Jahr den Preis „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ 2008.

Deutlich anders als sein Amtsvorgänger hat sich Theo Zwanziger im DFB zu einer wichtigen Aufgabe gemacht, gegen Rassismus und rechtsextreme Tendenzen im Fußball deutlich Stellung zu beziehen. Jugendarbeit wie in Fußballvereinen sei für ihn "eine der besten Möglichkeiten, junge Menschen Toleranz und Fairness beizubringen und von jedweder Radikalisierung abzubringen", hatte er einmal im Gespräch mit MUT gesagt, als er den DFB zur Partnerorganisation der neuen Website "Netz-gegen-Nazis.de" erklärte. Die Nationalelf zu ermutigen, gegen Rassimus Position zu beziehen und sein Einwirken auf kleinere Vereine, sich engagierter dem Thema Rechtsextremismus unter Fans zu stellen und gemeinsam Rezepte dagegen zu entwickeln - das war so prononciert im DFB vor seiner Amtszeit nicht der Fall.


 
"Keine Scheu, zu bisherigen Tabuthemen Stellung zu beziehen"

Am 18.9. teilte der überparteiliche Verein "Gegen Vergessen für Demokratie" unter Vorsitz von Joachim Gauck mit, dass Dr. Zwanziger am 25. November für dieses vorbildliche Engagement geehrt werden soll. Die Pressemitteilung hat folgenden Wortlaut:

"Für sein überzeugendes Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rechtsextremismus und die begonnene Auseinandersetzung mit der Geschichte seines Verbandes im Nationalsozialismus zeichnet Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Dr. Theo Zwanziger, mit dem Preis „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ aus.

Theo Zwanziger setzt deutlich wahrnehmbare Zeichen für Toleranz, für Integration und für die Verantwortung des Sports in unserer Gesellschaft. Er lässt seinen klaren Worten ebenso klare Taten folgen, und zwar nicht nur im Bereich des Profifußballs, sondern auch bis hinunter in die untersten Ligen und den Breitensport.“ , so Joachim Gauck, Vorsitzender der bundesweiten Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., zur Entscheidung der Jury. Er sei sich „weder zu fein, regelmäßig den Kontakt zur Fan-Szene zu suchen, noch scheue er sich, zu bisherigen Tabuthemen Stellung zu beziehen“.

Zwanziger hatte auch als erster Präsident des DFB eine unabhängige Studie zur Rolle des Verbands im Nationalsozialismus in Auftrag gegeben und in Erinnerung an den gleichnamigen jüdischen Nationalspieler den Julius-Hirsch-Preis mitbegründet. Theo Zwanziger habe sich nachdrücklich dafür eingesetzt, dass der Verband und viele prominente Fußballer sich klar gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus äußern. Mit den von ihm initiierten Projekten und auch im Kontakt mit der Fan- Szene habe der Präsident des größten Sportverbands der Welt die gesellschaftliche Verantwortung des DFB in besonderer Weise wahrgenommen, so die Jury weiter.

Die Preisverleihung findet am 25.11.2008 in Berlin statt. Die Laudatio auf den Preisträger hält der Intendant des ZDF Markus Schächter. Mit der Auszeichnung würdigt die von Hans-Jochen Vogel 1993 gegründete Vereinigung, die über 2.000 Mitglieder hat und Träger der „Online-Beratung-gegen- Rechtsextremismus.de“ ist, besonderes Engagement bei der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit oder dem Rechtsextremismus. Der mit € 7.500 dotierte Preis wird jährlich vergeben. Erster Preisträger war im Jahr 2005 der frühere Bundespräsident Johannes Rau. Im Jahr 2006 wurde die Musikgruppe „Die Prinzen“ ausgezeichnet, im Jahr 2007 das Maximilian-Kolbe-Werk."


Mehr unter: www.gegen-vergessen.de und www.dfb.de.


 
Bitte lesen sie auch: Handball mit MUT. Das Beispiel der Speebirds-Berlin.
Und: Was Bastian Schweinsteiger über Neonazis denkt.
Und: Was tun mit Neonazis in Vereinen? Ein neuer Ratgeber der RAA.

"EM = Einmischen"-  Weitere Links zu engagierten Fussballinitiativen:
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/service/um-rat-gefragt/em-einmischen/

www.mut-gegen-rechte-gewalt / hk
/ Fotos: DFB (1), Kulick (1), das Foto mit der Nationalelf gegen Rassismus stammt aus der Broschüre "11 Regeln für Fairplay", die im Frühsommer 2008 in Zusammenarbeit von Bündnis für Demokratie und Toleranz, DFB und Fanvereinen entstand.

18.09.2008
Weiterlesen

Kein Kölsch für Nazis!!

19. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

 Projekte: Aktuelle Aktionen
 
In Köln haben sich mehrere Bündnisse gegründet, die an diesem Wochenende gegen den „Anti-Islamisierungskongress“ der Rechtsaußenbewegung „Pro Köln“ demonstrieren. Die größte Aktion heißt „Wir stellen uns quer - europäische Rassisten haben in Köln keinen Platz“. Doch auch 11.000 Bauchtänzer gehen auf die Straße. Und es passiert noch mehr:

Hier ein Überblick über die geplanten Aktionen, zur Teilnahme rufen Kölns Oberbürgermeister und zahlreiche Prominente auf, bis hin zur Bundesliga-Mannschaft des 1. FC Köln. MUT wird am Montag ausführlich über den Verlauf berichten. Das ist geplant:

Wir stellen uns quer“: Gewerkschaften, Parteien, Kirchen und zahlreiche weitere Organisationen rufen für Samstag, 20. September, ab 9 Uhr zur Kundgebung auf dem Roncalliplatz auf. Es sprechen unter anderem Oberbürgermeister Fritz Schramma sowie Vertreter der Gewerkschaften und der katholischen Kirche. Tommy Engel und Band machen Musik. Nach der Kundgebung soll sich eine Menschenkette Richtung Heumarkt und Gürzenich bilden.

Die AG Arsch huh bestreitet für die Initiative „Wir stellen uns quer“ vor dem Gürzenich ab 11.30 Uhr ein Bühnenprogramm. Als Erstes spielen die Höhner, danach Köster und Hocker, Klee, die Zeltinger Band, Brings und schließlich BAP. Dazwischen wird es weitere Reden geben. Gerechnet wird mit 40.000 Teilnehmern.

11.000 Bauchtänzer für Köln: Unter dem Motto „Salamalaaf“ wollen mehrere Initiativen, Musiker, Stunksitzung und Geisterzug dem Kongress der Rechtsextremen kölsches B(r)auchtum entgegensetzen. Treffpunkt für verkleidete und unverkleidete Mitstreiter: Samstag, 20. September, 11.11 Uhr zwischen Rheingarten und Heinrich-Böll-Platz. Danach ziehen die bunten Tänzer Richtung Heumarkt. (Mobilisierung unter: http://www.11000baeuche.de/).

Aufgestanden, Hingesetzt, Blockiert: Das „Bündnis gegen Pro Köln“ hat angekündigt die Zugänge zum Heumarkt zu blockieren, um so das Treffen der Rechtsextremen und Rechtspopulisten zu verhindern. Treffpunkt ist am 20. September, 9 Uhr am Gürzenich.

Auch die Kirchen laden am Samstag, 20.September, um 12 Uhr in der Kirche St. Maria im Kapi tol und auf der Kundgebungsbühne am Gürzenich zu ökumenischen Friedensgebeten ein. Die Gebete stehen unter dem Motto „Köln sendet Friedensgrüße“.

Bereits am Freitag, 19. September sind in verschiedenen Stadtteilen Aktionen gegen den beginnenden „Anti-Islamisierungskongress“ geplant. Die Bezirksvertretung Nippes lädt um 9.30 Uhr zu einer öffentlichen Sitzung ins Bezirksrathaus (Neusser Straße 450), in dem wahrscheinlich zeitgleich eine „Pro Köln“-Veranstaltung stattfindet. In Ehrenfeld (ab 11 Uhr am Barthonia-Forum) und in Kalk (Kundgebung an der Kalker Post, 11 Uhr) formiert sich Protest gegen die geplante Stadtrundfahrt der Kongressteilnehmer. Der Ehrenfelder Bezirksbürgermeister ruft ab 12 Uhr zur Mahnwache vor der Ditib-Moschee an der Inneren Kanalstraße auf.

Kein Kölsch für Nazis: In zahlreichen Kölner Kneipen finden im Rahmen einer Aktionswoche Konzerte, Lesungen und Informationsveranstaltungen statt. Am Mittwoch, 17. September, spielen unter anderem Philipp Oebel (Braustelle, Ehrenfeld), Björn Heuser (Gaststätte Severin, Severinsviertel) und Josué Avalos (Mannis Rästorang, Kwartier Latäng). Am Donnerstag, 18. September, treten ab 20 Uhr mehrere Künstler und Bands - darunter Banana Peel Slippers, Mikrophone Mafia, 2LHUD und Rolly Brings - in der „Werkstatt“ in Ehrenfeld (Grüner Weg 1b) auf. Zeitgleich spielen die Bläck Fööss, Rolly Brings, Klaus der Geiger und viele andere im Bürgerzentrum Ehrenfeld. Am Freitag, 19. September, rockt die kölsche Rockabillyband Häckenjecks um 17.30 Uhr im Friseursalon „Haarem“ (Ubierring 56) und ab 21 Uhr „Em drügge Pitter“, Venloer Straße 416. Weitere Termine im Internet.
(Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 16.8.unter: http://www.ksta.de/html/artikel/1218660564720.shtml)

Dazu kommen zahlreiche Aktionen unabhängiger und autonomer Gruppen, nachlesbar u.a. auf den Websites:

- www.hingesetzt.mobi (s. Titelfoto)
- http://www.11000baeuche.de/
- http://september.web-republic.de/September/wordpress/
- http://umsganze.blogsport.de

 
Aktuelles vom Freitag: http://www.ksta.de/html/artikel/1221775307824.shtml
Prominentenaufrufe: http://www.ksta.de/html/fotolines/1221738800703/rahmen.shtml?1
Interview mit Kölns Bürgermeister: http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&dig=2008%2F09%2F19%2Fa0107&cHash=e7bb2dffc9

In diesem Interview antwortet Kölns OB Fritz Schramma auf die Frage: "Ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Oberbürgermeister gegen die Veranstaltung einer im Rat vertretenen Partei oder Vereinigung demonstriert?"

Fritz Schramma: "Mag sein, aber "pro Köln" ist ja auch keine demokratische Partei. Ich möchte nicht, dass sich auf Einladung dieser bräunlichen Truppe die Crème des Eurofaschismus in Köln trifft, um hier die Ausgrenzung von Minderheiten zu propagieren und Ängste zu schüren. 180 verschiedene Nationalitäten und rund 120.000 Menschen muslimischen Glaubens leben in Köln. Diese Stadt steht für den interreligiösen Dialog wie keine zweite ebenso wie für ein friedliches und freundschaftliches Zusammenleben. Ich möchte, dass das auch in Zukunft so bleibt. "

Zum Hintergund ein Kommentar von Jörg Aharon: http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte/rechtsblog/das-merkwuerde-buendnis-von-pro-koeln-mit-und-gegen-islamisten/

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / hk

16.09.2008
Weiterlesen

Was tun gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball?

19. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

 

Vorwort:
Liebe Fußballbegeisterte,

vor Euch und Ihnen liegt das zugesagte

Ergebnis des ersten bundesweiten Kongresses

zum Thema »Vereine stark machen

– Was tun gegen Rassismus und Diskriminierung

im Fußballverein?«, den wir im

November 2007 gemeinsam in Halle an der

Saale veranstaltet haben.

Es geht uns nicht darum, mit dem Finger

auf Vereine zu zeigen, die am Wochen ende

mit »Zwischenfällen« konfrontiert sind.

Ganz im Gegenteil: Wir wollen Mut machen

hinzuschauen. Und wir möchten praktische

Tipps geben, was man tun kann, wenn man

sich zum Handeln entschlossen hat, aber

nicht so recht weiß, wie man anfangen

soll. Die Inhalte der vorliegenden Broschüre

wurden von Praktikern erarbeitet –

jenen also, die in ihrer täglichen Arbeit als

Betreuer, Trainer, Schiedsrichter, Vereinsvorsitzende

und engagierte Fans nicht nur

mit den Problemen, die einem toleranten

Miteinander entgegen stehen, zu kämpfen

haben, sondern auch am besten wissen,

welche erfolgreichen Lösungsansätze es

gibt und wie man funktionierende Netzwerke

– auch zu Partnern außerhalb des

Fußballs – knüpfen kann. Sie haben in Halle

erfolgreiche Best-Practice-Modelle kennen

gelernt, sich ausgetauscht und gemeinsam

Ideen entwickelt, was jeder an seinem Platz

– und vor allem, was man gemeinsam – für

mehr Toleranz im Fußball tun kann.

Wir möchten Unterstützung leisten und

zeigen, wie die Herausforderungen konkret

vor Ort gemeistert werden können. Wenn

der Fußball ein Brennglas unserer Gesellschaft

mit ihren vielfältigen Herausforderungen

ist, kann von ihm zugleich auch eine

enorme positive und vor allem integrative

Wirkung ausgehen. Natürlich geht es in erster

Linie um den Gedanken des Fairplay, im

Spiel, im Team und am Spielfeldrand. Aber

es geht auch um die große gesellschaftliche

Verantwortung der Vereine für Demokratie

und Toleranz, welche die tägliche Arbeit

mit vorwiegend jungen Menschen mit sich

bringt.

Wir hoffen, dass sich »11 Fragen nach 90

Minuten« für Sie – die Sie meist ehrenamtlich

das Leben und Bild der Amateurvereine

prägen – als nützliche Hilfestellung in der

Praxis bewährt.

zum Download der Broschüre.

Weiterlesen

Was tun mit Neonazis im Fußballverein?

18. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

hakenkreuz auf einem fußballtor
Wie reagieren, wenn sich Rechtsextremismus und Rassismus in Sport- oder Schulfördervereinen breit machen. Oder wenn Neonazis Vereine als Plattform für ihre Zwecke missbrauchen? Antwort gibt eine neue Broschüre der RAA in Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Titel: "Im Verein gegen Vereinnahmung". Darin wird das Vereinsrecht abgeklopft, welche Möglichkeiten beispielsweise ein Fußballclub hat, Rechtsextreme ins Abseits zu stellen.

Von Cornelia Neumann

Neben einem juristischen Leitfaden des Vereinsexperten Wolfgang Pfeffer enthält der Ratgeber ein lehrreiches Erfahrungsgespräch mit dem Präsidium des Sportvereins Concordia Lübtheen, das wir nachfolgend abdrucken. Dieser Verein nahm auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung vor. In der Vereinssatzung heißt es jetzt unter §6 Beendigung der Mitgliedschaft:

(3) Ein Mitglied kann ausgeschlossen werden:
(...)
- bei unehrenhaftem Verhalten innerhalb und außerhalb des Vereins, insbesondere durch Kundgabe rassistischer, antisemitischer oder ausländerfeindlicher Gesinnung sowie rechts- bzw. linksradikalen Gedankengutes.


Vereinsgeschäftsführer Dieter Karczewski und der Schatzmeister, Thomas Pietz, schildern, wie es zu dieser Entscheidung kam:

Was verbirgt sich hinter dem Namen „Lübtheener SV Concordia e.V.“?
Dieter Karczewski: Durch den Zusammenschluss der Sportvereine BSG „Motor“ Lübtheen und BSG „Einheit“ Lübtheen entstand am 7.8.1990 der Lübtheener Sportverein „Concordia“ e.V. Der Verein besteht aus sieben Abteilungen: Allgemeine Sportgruppe, Faustball, Fußball, Gymnastik, Kegeln, Leichtathletik und Volleyball. Das Angebot an sportlicher Betätigung reicht von Wettkampfmannschaften bis hin zum Freizeitsport. Derzeit sind 435 Mitglieder im Verein organisiert. 75  Prozent davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Sie haben Ihre Vereinssatzung geändert. Was hat Sie zu dieser Entscheidung bewogen?

Thomas Pietz: Eine Weiterentwicklung des Vereins ist nur auf demokratischer Basis möglich. Dazu gab es in der Satzung des Lübtheener Sportvereins „Concordia“ e.V. schon immer klare Aussagen. Der Zuzug rechter Prominenter nach Lübtheen und in seine Ortsteile sowie das Ergebnis zur Landtagswahl 2006 waren für uns der Anlass, die Vereinssatzung in diesem Punkt zu konkretisieren.

Nun ist ein Sportverein auf den ersten Blick eigentlich ein unpolitischer Zusammenschluss mit dem Ziel, sportliche Aktivitäten zu fördern. Warum dann diese Entscheidung ?
Dieter Karczewski: Der Zweck unseres Vereins ist die Pflege und Förderung des Breitensportes, des Kinder- und Jugendsportes sowie des Traditionssportes. Hierbei verfolgt unser Verein ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Er ist politisch und konfessionell neutral. Der Lübtheener Sportverein „Concordia“ versteht sich aber schon als Teil des gesellschaftlichen Lebens und existiert nicht in einem politisch freien Raum, den es ohnehin nicht gibt., Mit anderen Worten: eine demokratische Basis verlangt demokratisches Denken und Handeln. Unser Verein ist offen für alle demokratischen Bürger und die Kinder und Jugendlichen, die es werden wollen. Wir beabsichtigen keine Ausgrenzung von unserem Vereinsleben, geben aber Grenzen vor, die unsere Interessen und unser Handeln bestimmen. Der Vorstand, die vielen ehrenamtlichen Übungsleiter und Trainer sehen sich gegenüber den Eltern verpflichtet, dass ihre Kinder in unserem Verein nicht nur sportlich, sondern auch in demokratischen Strukturen betreut werden.

Wie haben Sie als Vorstand diese Satzungsänderung auf den Weg gebracht?
Dieter Karczewski: Seit über einem Jahr fanden im Vorstand sowie in den Abteilungen Einzelgespräche mit Übungsleitern und Trainern statt, um so, durch die inhaltliche Arbeit, die Satzungsänderung bei der Mitgliederversammlung einzubringen und zu verabschieden. So hat die Satzungsänderung sich letztlich aus Diskussionen in den Abteilungen und Übungsgruppen ergeben und war nicht nur ein Vorschlag des Vorstandes bzw. einzelner Personen Wie ich finde ein starkes Stück Demokratie.

Ihr Verein hat sehr viele Mitglieder, wie haben diese auf Ihren Vorschlag reagiert?

Thomas Pietz: Eine übergroße Mehrheit in unserem Verein hat positiv auf diese Satzungsänderung reagiert. Aber es gab auch Einzelmeinungen: „Warum ist das nötig?“ oder „Schon wieder gegen Rechts!“ Die Entscheidung über Satzungsänderungen erfolgt grundsätzlich durch die Mitgliederversammlung.

Wie gestaltete sich die Abstimmung zu diesem Punkt?
Thomas Pietz: Entsprechend unserer Satzung ist die Mitgliederversammlung zwei Wochen vorher im Vereinsschaukasten sowie im amtlichen Bekanntmachungsblatt der Stadt Lübtheen, im „Elbeexpress“, mit der Tagungsordnung und den Satzungsänderungen anzukündigen. Der Beschluss über die Satzungsänderung wurde durch die vielen anwesenden Mitglieder bei der Mitgliederversammlung einstimmig getroffen.

Sind mit dieser speziellen Satzungsänderung für Sie als Vorstand und Verein die Probleme gelöst?
Dieter Karczewski: Nein. Mit der Satzungsänderung fängt die eigentliche Arbeit in unserem Verein erst an. Wir wollen in unserem Verein niemanden ausgrenzen. Wir wollen Demokratie leben und erlebbar gestalten, d.h. in die vielfältige Alltagsarbeit im Verein wollen wir alle einbeziehen und das bei sportlichen Höhepunkten auch immer wieder unterstreichen.

Wie werden Sie als Verein zukünftig mit dieser Thematik umgehen?
Dieter Karczewski: Wir werden genau hinschauen, wer Mitglied in unserem Verein wird, indem wir das Gespräch suchen und auch führen – besonders bei Mitgliedern, die Leitungsfunktionen wie im Vorstand, als Trainer bzw. Übungsleiter bekleiden.

Was würden Sie aufgrund Ihrer Erfahrung anderen Vereinen empfehlen?

Thomas Pietz: Die Vereine sollten sich ihre Satzung bzw. Ordnungen anschauen. Hierbei ist es wichtig, dass die Verantwortlichen der Vereine das Gespräch mit den Mitgliedern suchen, um eine Satzungsänderung auf den Weg zu bringen. Außerdem ersetzt eine solche Satzungsänderung nicht di  Auseinandersetzung mit dieser Thematik im Vereinsalltag. Wichtig erscheint mir auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Gremien und der örtlichen Verwaltung. Das macht vieles einfacher. Hier bekommt man wirklich Unterstützung mit Rat und Tat.

Vielen Dank, dass Sie uns für diese Fragen zur Verfügung standen. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Verein gutes Gelingen und sportliche Erfolge für die Zukunft.

Das Interview führte Cornelia Neumann, RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg.

Bestellung über :
http://www.raa-mv.de/cms/index.php?SESS_ID=1f5eca8d599c463ae37d32240ac85739&s_id=2&b_id=404

Download hier.
http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_Engagiert/Downloads/Dokumente/Broschueren-Handbuecher/2008-broschuere-extremisten-im-verein.pdf


www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / Foto: Kulick


17.09.2008
Weiterlesen

Rechtsradikale mit bürgerlicher Maske

18. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

Von Detlef Schmalenberg, 16.09.08, 23:58h, aktualisiert 17.09.08, 21:26h

Die rechtsextreme „Pro-Bewegung“ hat zu ihrem sogenannten Anti-Islamisierungs-Kongress am Wochenende Hunderte Gesinnungsgenossen aus Europa nach Köln eingeladen. Die Partei spekuliert auf Wählerstimmen durch internationale Unterstützung und fremdenfeindliche Propaganda.

Bild vergrößern
Bild vergrößern
Demonstration gegen die Moschee in Ehrenfeld. (Bild: Grönert)
Bild verkleinern
Bild verkleinern
Demonstration gegen die Moschee in Ehrenfeld. (Bild: Grönert)
An der Spitze des Widerstands will er stehen, von Kulturkampf ist die Rede, von einer islamistischen Parallelgesellschaft auf deutschem Boden, wo sich selbst Polizisten kaum noch hintrauen und Recht nach den Vorschriften der Scharia gesprochen wird. Markus Beisicht, 45 Jahre, Rechtsanwalt aus Leverkusen und Chef der rechtsextremen Pro-Bewegung, redet mit fester Stimme.

So sieht der Retter des christlichen Abendlandes aus. Von „militanten Linksextremisten“, „frustrierten Altsozialisten“ oder der „amoklaufenden politischen Klasse“, die den für das Wochenende geplanten „Anti-Islamisierungs-Kongress“ der Kölner Rechtsextremen verhindern will, lässt Beisicht sich am allerwenigsten beirren. „Wir werden ein machtvolles Zeichen setzen.“

Doch gegen das „Zeichen“, von dem er redet, werden Zehntausende Menschen auf die Straße gehen. Denn zum dreitägigen Kongress, dessen Höhepunkt eine mehrstündige Kundgebung auf dem Kölner Heumarkt am Samstag sein soll, wird ein Panoptikum der Fremdenfeindlichkeit aufmarschieren. Politdarsteller rechtsextremer Parteien wie der österreichischen FPÖ oder des belgischen Vlaams Belang sind als Redner angekündigt. Laut „Pro Köln“ allesamt „tapfere Patrioten“, die unerschütterlich im Ringen um die „Identität unserer stolzen europäischen Völker“ zusammenstünden.

Besuch aus Italien

Gemeint sind Männer wie Mario Borghezio von der italienischen Lega Nord, der hinterrücks die Lager von Einwanderern anzündete und deshalb wegen vorsätzlicher Brandstiftung verurteilt wurde. Auch mit dem französischen „Kameraden“ Jean-Marie Le Pen, der die Gaskammern des Zweiten Weltkrieges als „Detail der Geschichte“ bezeichnete, wirbt die Pro-Bewegung seit Monaten. Eine Lüge, wie der Partei-Sprecher des 80 Jahre alten Nationalisten gestern auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ betonte. Eine Kongress-Teilnahme sei „niemals geplant“ gewesen. Dies jedoch bestreitet „Pro Köln“. Le Pens Büro im Europaparlament habe den Auftritt zugesagt. Aber auch dort wusste man gestern von einem Kölnbesuch des Parteichefs nichts. Sollte der angekündigte medienwirksamen Auftritt Le Pens also von vornherein nur ein billiger Propaganda-Trick gewesen sein?

Mit einigen der ultrarechten Organisationen und Parteien, die zum Anti-Islam-Kongress nach Köln kommen, sind die Funktionäre der Pro-Bewegung andererseits schon seit Jahren eng verbunden. Die fremdenfeindliche Strategie der internationalen Verbündeten wurde in Köln zur Blaupause des eigenen Handelns. Indem das Feindbild „Ausländer“ durch das Feindbild „Islam“ ersetzt wurde, übernahm die Pro-Bewegung eine Vorreiterrolle im rechtsextremen deutschen Parteienspektrum.

Nur so ist es zu erklären, dass sich die europäischen Rechtsextremisten die Kölner Kameraden als deutsche Partner einer „Internationalen der Nationalen“ ausgeguckt haben. Die FPÖ bekam 2006 in den österreichischen Nationalratswahlen elf Prozent der Stimmen, und der belgische Vlaams Belang wurde in den Parlamentswahlen landesweit mit 19 Prozent aller flämischen Wähler drittstärkste Partei. Die einmalige Chance, im „Konzert der Großen“ mitzumischen, geht für die Pro-Parteien wohl nur dann auf, wenn sie in den kommenden Wahlen auf Kommunal- und Landesebene punkten können.

Denn die Kölner Protagonisten von Rechtsaußen sind allenfalls politische Leichtgewichte. Überregional spielen sie bisher überhaupt keine Rolle. Um 2009 erstmals landesweit zur Kommunalwahl und 2010 auch zur Landtagswahl antreten zu können, wurde im Februar 2007 der Verein „Pro NRW“ gegründet. Einzig erfolgreich, wenn auch im äußerst bescheidenen Umfang, war bisher „Pro Köln“: mit 16.531 Wählerstimmen, einem Anteil von 4,7 Prozent, schaffte die Partei in der Kommunalwahl vom September 2004 den Einzug in den Stadtrat, wo die Gruppierung mittlerweile mit fünf Sitzen vertreten ist.

Gemeinsam mit Rechtsextremen

„Die Gruppierung stellt sich selbst als konservativ dar, arbeitet allerdings eng mit Neonazis und anderen Rechtsextremisten zusammen“, war im Jahresbericht 2003 des NRW-Verfassungsschutzes, gegen den „Pro Köln“ erfolglos geklagt hat, zwar gewarnt worden. Doch die etablierten Parteien waren damals davon überzeugt, dass sich das Problem durch Ignorieren von selbst lösen und die Pro-Bewegung schon bald keine Beachtung mehr erhalten würde. Auch die Kölner Medien verfolgten die Strategie, den ultrarechten Schmuddelkindern möglichst keine journalistische Plattform zu bieten. „Inzwischen sind wir dazu übergegangen, unseren Lesern immer wieder vor Augen zu halten, dass hier Rechtsextremisten im demokratischen Deckmäntelchen auf Stimmenfang gehen“, sagt Peter Berger, Leiter der Lokalredaktion Köln beim „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Auch der zukünftige Erfolg der Pro-Bewegung dürfte davon abhängen, ob es den Politfunktionären gelingt, sich als Vertreter des kleinen Mannes zu inszenieren; als einzig verbliebene Kämpfer für das deutsche Volk. Eines Volkes, das angeblich von korrupten und „verbrauchten Altparteien“ gedeckelt, von gewaltbereiten Linken bedroht und von bombenwerfenden Islamisten umzingelt wird. Dass in den vergangenen Wochen sogar der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad und der Außenminister Malaysias ein Verbot des „islamfeindlichen Köln-Kongresses“ forderten, gibt den Rechtsextremen eine zusätzliche Chance zur Profilierung.

Zum Symbol des vorgeblichen Widerstands hat „Pro Köln“ den umstrittenen Neubau der Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld auserkoren, den der Stadtrat vor wenigen Wochen abschließend genehmigt hat. Das Deutungsmuster der Ultrarechten ist ebenso perfide wie erfolgsversprechend: Mit der Gleichung „Terrorismus = Islamismus = Islam = Moschee“ zielen sie auf zunehmende Vorbehalte gegen Muslime und deren Kultur in der Mehrheitsgesellschaft. Landesweit werde man gegen „Minarette und Muezzin-Ruf mobilmachen“, hat Pro-Chef Beisicht angekündigt. Man werde die Kommunalwahl zur „Volksabstimmung über die Kölner Großmoschee“ machen.

„Das Ziel ist, den Islam zu einem Angstthema zu machen, das man dann in rassistischer Manier für eigene Wahlkampfzwecke instrumentalisieren kann“, sagt Neonazismus-Experte Alexander Häusler von der Fachhochschule Düsseldorf. Dabei bemüht sich die Partei um einen Spagat: rechtsradikale Positionen zu vertreten, ohne als rechtsradikal zu gelten. Schließlich ist die Wahl einer offen rechtsextremistischen Partei in der deutschen Gesellschaft noch weitgehend verpönt. Um potenzielle Wähler nicht zu verschrecken, wollen die Pro-Funktionäre seriös und demokratisch wirken, den Eindruck erwecken, zur bürgerlichen Mitte zu gehören. Kontakte zur rechtsradikalen Szene werden stets geleugnet.

Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ indes haben gezeigt, dass bekannte Neonazis und NPD-Kader in den vergangenen Jahren immer wieder auf Demonstrationen von „Pro Köln“ oder dessen politischem Vorgänger „Deutsche Liga für Volk und Heimat“ zu sehen waren. Und wer genauer hinschaut, findet auch heute noch zahlreiche rassistische und fremdenfeindliche Ansichten bei den Pro-Verbündeten: Pro-Chef Beisicht beispielsweise trat im November 2007 in Graz gemeinsam mit der FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Winter auf. Als die ultrarechte Demagogin einige Monate später von einem „islamischen Einwanderungs-Tsunami“ sprach, den es „zurückzuwerfen“ gelte, und sich außerdem noch zu der Behauptung verstieg, Kindesmissbrauch sei bei muslimischen Männern „weit verbreitet“, bezeichnete Beisicht die Islam-Hetze der „verantwortungsbewussten Politikerin“ als „vorbildlich und absolut nachahmenswert“.

Auch mit dem belgischen Rechtsextremisten Bart Debie vom Vlaams Belang gab es schon zahlreiche Treffen. Debie, laut „Pro Köln“ ein „früherer Elitepolizist“, wurde im Februar dieses Jahres zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Nach dem noch nicht rechtskräftigen Urteil hat sich der„ Pro Köln“-Freund unter anderem mehrfach der Körperverletzung im Dienst schuldig gemacht hat. Meist soll er Ausländer misshandelt haben.

Immer wieder betonen die Pro-Funktionäre, keine Kontakte zur NPD zu unterhalten. Doch mit führenden Funktionären der tendenziell neonazistischen Partei wurde im September 2007 auf Einladung der ITS-Fraktion im Straßburger Europaparlament die Erklärung „Für ein Europa der Vaterländer“ verabschiedet. Mit dabei waren die NPD-Extremisten Udo Pastörs und Holger Apfel.

Pastörs, der den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß mit dem Friedensnobelpreisträger Mahatma Gandhi verglichen hat, meint zu Adolf Hitler: „Er ist ja ein Phänomen gewesen dieser Mann, militärisch, sozial, ökonomisch – er hat ja wahnsinnige Pflöcke eingerammt auf fast allen Gebieten.“ Holger Apfel hat in einer Debatte zum Zuwanderungsgesetz Ausländer als „arrogante Wohlstandsneger“ bezeichnet und von „staatsalimentierten orientalischen Großfamilien“ gesprochen. Es müsse den Verantwortlichen immer klar gewesen sein, dass sich „Neger“ und „Tatarenstämme“ nicht einfach in Deutschland integrieren lassen würden.

Da vorzeigbares Personal kaum zu finden ist, zeigen sich die Pro-Funktionäre auch bei der Auswahl der lokalen und regionalen Verbündeten nur wenig zimperlich. Beispiele lassen sich viele finden. Gegen den Kölner Pro-Funktionär Jörg Uckermann, Überläufer von der CDU, liegen mehrere Strafanzeigen vor. Er soll geschlagen, gespuckt und getreten haben. Zudem sind Fotos aufgetaucht, die den Ehrenfelder „Pro Köln“-Bezirksvertreter Heinz Kurt Täubner mit Hakenkreuz-Devotionalien bei einer Geburtstagsfeier für Adolf Hitler zeigen sollen. Täubner und Uckermann bestreiten die Vorwürfe.

Als „Beauftragte“ für „Pro NRW“ sind landesweit unter anderem Aktivisten vom rechten Rand der Republikaner und ehemalige Anhänger der Schill-Partei benannt worden. Hinzu kommen politische Irrlichter wie der Duisburger Henryk Dyker. Auf seiner Internet-Homepage präsentierte der Hoffnungsträger der Pro-Bewegung ein „höheres Rechtsgutachten der evolutionären, volksnahen Gesundheitseinrichtung Sonne und Erde“, in dem es unter anderem hieß: „Das BRD-Regime ist illegal und muss durch einen Verlebendigungsvorgang in die organische Ganzheit wieder eingefügt werden.“

Beim Anti-Islam-Getöse am kommenden Wochenende wird es zu einem dreitägigen Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Rechten und der linken Szene kommen. Um eine Blockade zu verhindern, hat „Pro Köln“ zumindest die Orte der beiden Saalveranstaltungen bisher geheim gehalten. Mit ihrer Kundgebung sowie einer „Stadtrundfahrt“ durch angebliche „Multikulti-Problemviertel“ geht es den Ultrarechten einzig und allein um öffentlich inszenierte Provokation.

Propaganda-Veranstaltungen scheinen ohnehin ein Spezialgebiet von „Pro-Köln“-Chef Beisicht zu sein. So hat die Kanzlei des mehrfachen Verteidigers von Neonazis erfolglos einen Rechtsextremisten vertreten, der im Januar 2002 als Vertreter der „Initiative der weißen Art“ in der Nähe der NS-Kultstätte Wewelsburg eine Gedenkfeier unter dem Motto „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“ abhalten wollte. Die Versammlung, auf der laut Gerichtsurteil ausschließlich Aktivisten verbotener rechtsextremistischer Organisationen reden sollten, wurde wegen Volksverhetzung, Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts, „Glorifizierung“ des SS-Verbrechersystems sowie Verhöhnung der Opfer des Nazi-Regimes verboten.

Weiterlesen

Zentralrat ruft zur Demo auf

14. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

 

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat zur Gegendemonstration gegen das Treffen europäischer Rechtsradikaler am kommenden Wochenende aufgerufen.

„Wir müssen Gesicht zeigen, und da ist vor allem die Politik gefordert“, sagte Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch. „Für mich wäre es wichtig, dass die Politiker aus Stadt, Land und Bund an der Spitze der Gegendemonstranten auftreten.“ Grundsätzlich sollten „alle Menschen, die den Rechtsradikalismus bekämpfen wollen“, teilnehmen. „Es ist unglaublich, dass in der heutigen Zeit die braune Brut die Möglichkeit hat, das friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft und Religion zu stören“, sagte Knobloch. Grundsätzlich sei sie dafür, vor Gericht für ein Verbot derartiger Treffen zu streiten. Die Erfolgschance für einen solchen Rechtsstreit schätzt sie jedoch gering ein. (dpa)

Quelle: Kölnische Rundschau 14.09.08

Aufruf gegen Rechts

Einstimmig hat der Kreistag am Donnerstag eine Resolution gegen den von rechten Gruppen initiierten Kongress „Nein zur Islamisierung - Nein zur Kölner Großmoschee“...

RHEIN-ERFT-KREIS. Einstimmig hat der Kreistag am Donnerstag eine Resolution gegen den von rechten Gruppen initiierten Kongress „Nein zur Islamisierung - Nein zur Kölner Großmoschee“ am 19. und 20. September verabschiedet. In dem von den Grünen vorgelegten Aufruf heißt es: „Wir stellen uns quer gegen Rassisten, Neonazis und international angekündigte Holocaust-Leugner.“

Stattdessen werben die im Kreistag vertretenen Fraktionen für Toleranz und Achtung sowie einen Dialog der Religionen. Die Bürger des Rhein-Erft-Kreises werden aufgerufen, an der Demonstration gegen den Kongress teilzunehmen. (fun)

Quelle: Kölnische Rundschau 14.09.08

Weiterlesen

Newsletter der „Antifaschistischen Koordination Köln und Umland“ (AKKU)

11. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

Newsletter der „Antifaschistischen Koordination Köln und Umland“  (AKKU)
zu den Aktivitäten gegen den „Anti-Islamisierungskongress“ vom 19.-21.
September
Kontakt: info@hingesetzt.mobi  - akku@riseup.net


Mit der Bitte um Verbreitung:

Liebe Antifaschistinnen, liebe Antifaschisten,

in weniger als 10 Tagen, vom 19.-21. September 2008, plant die extrem
rechte „Bürgerbewegung pro Köln“ ihren „Anti-Islamisierungskongress“
auf
dem Kölner Heumarkt. Die Mobilisierung zu den Gegenaktivitäten läuft auf
Hochtouren – die Kölner Polizei sprach in einer Pressekonferenz von
erwarteten 40.000 Kundgebungsteilnehmern. Es haben sich zahllose
Demonstranten aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland (u.a. aus
Frankreich, Italien, England) angekündigt.

Für Samstag, den 20.9. ruft das
„Bündnis gegen pro Köln“ zu
Massenblockaden des Kongresses auf.
Die Gegenkundgebung beginnt um 9:00 am Gürzenich
(Gürzenichstraße/Martinsstraße), der Kongress der Rechten startet um 12
Uhr nicht weit davon entfernt auf dem Heumarkt.

Bereits am Freitag, den 19. September, will „pro Köln“ nach einer
Pressekonferenz im Bezirksrathaus Nippes eine Stadtrundfahrt durch
Ehrenfeld durchführen. Die Pressekonferenz in Nippes beginnt um 10 Uhr –
um 9 Uhr ist Treffpunkt für die Gegenaktivitäten.
Treffpunkt in Ehrenfeld für die Gegenaktivitäten ist um 11:00 Uhr an der
Venloer Straße vor dem Kaufland/Post, ab 12:30 ist eine Menschenkette vor
der Moschee geplant.
Zeitgleich kündigt „pro Köln“ für den 19.9. eine Kundgebung um 11 Uhr in
Leverkusen-Wiesdorf an – Informationen dazu finden sich in Kürze auf
www.hingesetzt.mobi
Ebenfalls am 19.9. findet um 19 Uhr vor dem Kölner
Hauptbahnhof
(Bahnhofsvorplatz) eine antifaschistische Demonstration statt.


Auch in den nächsten Tagen gibt es zahlreiche wichtige Termine:


Am Samstag, den 13. September, findet um 15:00 auf dem Kölner Heumarkt ein
weiteres öffentliches Aktionstraining statt.

Für Freitag, den 12. September hat „pro Köln“ eine Pressekonferenz in
ihren Büroräumen an der Markmannsgasse (Nähe Heumarkt) angekündigt. Das
„Bündnis gegen pro Köln“ ruft zu Gegenaktivitäten auf – Treffpunkt ist
um
10:30 vor dem Büro.

Am Donnerstag, den 18. September gibt es vom Bündnis „KölnerKneipenKultur
gegen Nazis“ in der Werkstatt Ehrenfeld ein zentrales Konzert von „Kein
Kölsch für Nazis“ mit Banana Peel Slippers, Rolly Brings, Microphone Mafia
und 2LHUD und Lucha Amada und Basspräsidium als Soundsystms.

Alle aktuellen Informationen und Änderungen werden in den nächsten Tagen
auf
unserer Internetseite www.hingesetzt.mobi zu finden sein.

Wer nach Köln anreisen möchte und noch Schlafplätze benötigt, meldet sich
bitte möglichst schnell bei:
convergencecenterkoeln@riseup.net

Wer mit Bussen/als Gruppe nach Köln kommt und in die Planung der
Blockadepunkte einbezogen werden möchte, schreibt bitte eine Email an:
info@hingesetzt.mobi


Spenden
Die Vorbereitungen kosten viel Geld. Wir bitten um Spenden auf das
folgende Konto:
Kontoinhaber: VVN e.V.
Bank: SEB AG
BLZ: 370 101 11
Konto-Nr.: 11 30 469 000
Stichwort: September


Kontakt
info@hingesetzt.mobi
akku@riseup.net



_____________________________________________________________
AKKU - Antifaschistische Koordination Köln &
Umland
akku@riseup.net
www.koeln.antifa.net
www.hingesetzt.mobi

Weiterlesen
<< < 10 20 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 > >>